Unterhalt ab 18 / Befristeter Titel

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    • Moin Nuffue,

      ich habe mich ungeschickt ausgedrückt:
      Eigentlich kannst Du den Anwalt nicht ablehnen. Er hat die vom Sohn unterschriebene Vollmacht beigefügt. Das Fehlen wäre m.M.n. der einzige Ablehnungsgrund.
      Die fehlende Schulbesuchsbestätigung -> kein Ablehnungsgrund.
      Die von Dir (und mir!) vermutete Interessenkollision -> kein Ablehnungsgrund.

      Du kannst natürlich die Bedürftigkeit des Sohnes im Anschreiben an den Anwalt bemängeln mit a) fehlender Schulbescheinigung und b) fehlenden Angaben zur Ermittlung der Haftungsquote.
      Das doofe: Wenn Du bisher nicht dazu aufgefordert hast, musst Du es schon noch irgendwie tun. Nur auf Aufforderung nach 1605 BGB (genaue Benennung, was man will und für welchen Zeitraum + explizite Beleganforderung dazu!) ist man verpflichtet, diese Auskünfte zu erteilen.
      Und den Anwalt auf die vermutete Interessenkollision hinweisen.

      Ansonsten verstehe ich Dich nicht.
      Du schreibst den Sohn an, weil er einen Anwalt eingeschaltet hat - hast Du wenigstens freundlich um die Schulbescheinigung gebeten?
      Wie soll sich denn das Verhältnis irgendwie und irgendwann gegenüber Deinem Ältesten ändern (entspannen) wenn Du als Erwachsener mit Wissensvorsprung nur scheibchenweise an Deinem Wissen teilhaben lässt?

      Wie gesagt, ich (!) würde dem Kind die geforderten Unterlagen einfach zur Verfügung stellen, denn in einem hat er Recht:
      Du kannst durch Deine Reaktion die Angelegenheit ja beschleunigen.
      Wenn Du mal einen Schritt zurück trittst, siehst Du vielleicht, dass ein: "nö, wieso sollte ich zuerst....Er hat doch noch nicht mal..." ein bockiges kindliches Verhalten ist.
      (Wiewohl ich die Verletzung hinter so einer Reaktion durchaus verstehe).
      Du hast noch so viele andere Baustellen, die es zu bearbeiten gilt. Teil Dir Deine Kraft gut ein.

      Gruß Tanja
      P.S. wie war die Zeit mit der Tochter?
    • Ich hatte meinem Sohn lediglich angeboten das wir uns zusammensetzen können, ich bringe meine Gehaltsnachweise alle mit, er seine Schulbescheinigung und Einkünfte von ihm und Mutter und dann schauen wir ob wir uns zusammen einigen können.
      Das war wie gesagt ein Angebot, und ich habe dies auch sehr freundlich rübergebracht, denn ich wollte zumindest versuchen das wir das so ohne Anwälte klären können. Ich hätte es gerne vermieden das er direkt zu einem Anwalt oder ähnlich laufen "muss" . Hätte ich direkt gefordert, hätte das einen ... unpersönlichen und charakteristisch offiziellen Eindruck hinterlassen.
      Ja ich fordere sämtliche Belege natürlich offiziell ein. Und ja selbstverständlich liefere ich auch Belege. Mir geht es wenig um "nö, wieso sollte ich zuerst... "
      Es geht mir darum mich vernünftig und korrekt zu verhalten, hier interpretierst bzw. liest du etwas hinein was ganz und gar nicht da ist und ich auch so nicht geschrieben habe. Ich habe meine Unsicherheit kundgetan, wie ich damit hadere, bitte bedenke dies.


      Die Zeit mit meiner Tochter war sehr gut, wir bauen darauf auf und ein weiteres Treffen wird noch geplant, danke der Nachfrage.
    • Hallo Nuffue,

      na, dann habe ich mich wohl geirrt. Ich hatte für die Meinungsbildung auch nur das

      Nuffue wrote:



      ich hatte meinen Sohn am WE über Whatsapp angeschrieben.
      Als Antwort hatte ich bekommen: Jugendamt berät nur bis 18. Lebensjahr , da weder er noch Mama selbst von Gehaltsdaten eindeutig sagen können was ihm von wem zusteht, ist es für ihn am einfachsten das anwaltlich und gerichtlich prüfen zu lassen, denn darüber gebe es schließlich gesetzliche Vorgaben. Zur Prüfung liegen bereits alle Daten von ihm und Mama vor, und wenn du dir um den zeitlichen Aspekt sorgen machst, liege es an dir selbst das zu beschleunigen...

      Ich hatte ihm als Antwort darauf eine offizielle Verlinkung geschickt wo das mit dem Jugendamt bis 21. steht, und das ich seinen Weg akzeptiere, es ist schließlich seine Entscheidung.
      Daraus hatte sich für mich nicht ergeben, dass Du bereits etwas angefordert hast.

      M.M.n. bist Du ab September in Verzug. D.h. wenn die Bedürftigkeit erst in 6 Monaten (z.B. gerichtlich) nachgewiesen wird, müsstest Du trotzdem ab September ggf. Unterhalt leisten.
      Das wird Dir sicherlich bewusst sein. Was nicht direkt abwägbar ist, ist der Streitwert und die sozusagen pro Monat steigenden Anwalts- und Gerichtskosten.
      Manche Anwälte treiben den Streitwert absichtlich in die Höhe.
      Und da das Gericht später bei der Kostenfestsetzung einen gewissen Spielraum hat, waren wir immer bestrebt, unsere Pflichten zügigst zu erfüllen.

      Im Endeffekt ist es natürlich Deine Entscheidung, wie und wann Du reagierst.

      Was das Tochter-Treffen anbelangt: prima! Ich drück die Daumen, für (fest planbare) Wiederholungen.

      Gruß Tanja
    • Moin,
      ich hatte zwischenzeitlich seinem Anwalt, der Anwaltskammer und meinen Sohn angeschrieben. Meinen Sohn auch entsprechend aufgefordert mir z.B. Schulbescheinigung bzw. Nachweis Bedürftigkeit sowie Gehaltsnachweise von ihm und der Mutter von nicht selbstständigen Tätigkeiten und selbstständigen/Freiberuflichen Tätigkeiten, sowie Details zur Wohnwertbestimmung zuzusenden. Hatte auch tatsächlich "nochmal" angeboten sich zusammenzusetzen. Frist habe ich gesetzt gehabt zur Übermittlung der Daten.
      Leider keine Antwort von ihm oder einem Anwalt innerhalb der gesetzten Frist ( 2 Wochen, per Einschreiben), lediglich die RA Kammer hatte geantwortet das die Bearbeitung mehrere Monate dauern kann.

      Ist es tatsächlich jetzt so, das mir da keiner Antworten müsste "jetzt"? Und z.B. erst nach 6 Monaten oder nem Jahr dann wieder ankommt, und dann den Unterhaltsanspruch durchsetzen könnte und zwar Rückwirkend da ich trotzdem wirksam in Verzug gesetzt worden bin ? Obwohl ich die Forderung zurückgewiesen habe, da kein Nachweis der Bedürftigkeit erbracht.
      Wenn dem so wäre... fände ich schon krass dann sowas.
    • Hallo Nuffue,

      ich weiß gerade nicht, ob es einen Titel bei Dir gab.
      Falls ja, könnte ja (weiterhin) aus dem (ggf. nach Umschreibung) vollstreckt werden.

      Unterhaltszahlungen könnten auch rückwirkend gefordert werden unter bestimmten Gesichtspunkten. Die wirksame Inverzugsetzung oder Aufforderung zur Auskunftserteilung sind dabei Voraussetzung. Wenn sich der Anwalt (oder ein neu mandatierter) nun erst wieder in 6 Monaten meldet, ist noch nicht der Zeitraum überschritten, der für Verwirkung gelten dürfte.
      Siehe auch der Beitrag von uncotrolled.
      Ein guter Anwalt (den Du ja sowieso mandatieren musst, wenn es vors Gericht ginge), wird Verwirkung und/oder Verjährung zu prüfen haben.
      Ich möchte trotzdem davor warnen, das Schreiben, was uncontrolled in dem anderen Beitrag vom Gericht bekam (wo die Volljährige aufgefordert wurde, Unterlagen und Nachweise nachzureichen, sowie zum Punkt einer eventuellen Verwirkung Stellung zu nehmen) schon als 'Erfolg' zu verstehen.
      Der gegn. Anwalt wird dann jetzt vortragen (oder eben nicht) und das Gericht wird dann werten/entscheiden ob oder ob nicht. Es kann auch die Verwirkung auf einzelne (von uncontrolleds Antrag abweichende) Monate beschränken.

      Ich finde die Ungewissheit, mit der man als in-Anspruch-Genommener bis dahin leben muss, auch sehr kräftezerrend und eigentlich überflüssig. Leider haben wir Unterhaltsverpflichtete das (Verhalten Anderer) nicht in der Hand und können nur für uns selbst entscheiden, es anders zu machen.

      Gruß Tanja