Umgang bei Infektionskrankheiten

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    • Umgang bei Infektionskrankheiten

      Ich bin Vater von vier Kindern und von deren Mutter geschieden. Leider hat mir das deutsche Rechtssystem den Wunsch nach einem Wechselmodell nicht erfüllt, deshalb bin ich leider nur noch der Besuchsvater. Ich habe die Kinder zweimal unter der Woche und alle zwei Wochenenden. Zudem wie es üblich ist an der Hälfte aller Ferientage.

      In der kommenden Woche beginnen bei uns die Herbstferien. Ursprünglich wären die Kinder am Freitag zu mir gekommen und wären zehn Tage geblieben. Nun hat eines meiner Kinder eine sogenannte „Augengrippe“. Meine Ex-Frau teilte mir mit, diese Erkrankung sei hochinfektiös, meldepflichtig und dauere drei Wochen. Er ist nun die restlichen Tage vom Unterricht befreit. Zudem soll er großen Abstand von den Familienmitgliedern halten und es müsse auf empfindliche Hygieneregeln geachtet werden.

      Ich zahle regelmäßig und anstandslos Unterhalt zuzüglich Kosten für Mehrbedarf, Hobbies und privater Krankenversicherung. Mir bleiben also leider nicht die finanziellen Mittel für eine entsprechend große Wohnung. Ich habe nun angemerkt, so weh es mir im Herzen tut, denn ich liebe gerade diesen Jungen mehr als alles andere, ob es angesichts dieser Erkrankung nicht sinnvoller wäre, dass mich nur drei der vier Kinder besuchen, da sich die Kinder bei mir ein Zimmer teilen und die Wohnung auch sonst sehr eng ist. Ich befürchte also, hier Abstände und Hygiene nicht so einhalten zu können, wie der Arzt dies gefordert hat. Ich kann mir vorstellen, wie dies von Seiten meiner Exfrau zu großem Unmut geführt hat, mit dem üblichen Vorwürfe, ich würde meiner Pflicht nicht nachkommen. Ich würde mich sehr über eine Einschätzung freuen, ob ich die SItuation tatsächlich so falsch einschätze.
    • hallo,

      seit wann hat das Kind die Augentropfen?

      Ja, sie dauert wohl lange (ca. 3 Wochen) und ist Meldepflichtig.
      Nach ca. 2 Wochen ist die Augentropfen wohl nicht mehr ansteckend.

      und man soll weder Kissen noch Tastaturen und Handtücher teilen, weil auch darüber die Ansteckung erfolgen kann.

      wie alt ist das Kind?

      Kann das Kind in deinem Bett schlafen und du im Wohnzimmer?

      Oder es kommt tagsüber und geht abends zum schlafen zur Mutter zurück?

      Was will das Kind?

      Sophie
      Niemals aufgeben, es gibt immer einen Weg, auch wenn er nicht zu dem Ziel führt, öffnet er meist neue Möglichkeiten!
    • Er ist neun Jahre alt. Und natürlich will er zu mir. Das will ich ja auch. Das bereitet mir ja so Kopfzerbrechen. Es geht um eine drei Zimmer-Wohnung (im Gegensatz zum Haus, wo jedes Kind ein eigenes Zimmer hat). Die Kinder sind während der Tage dauerhaft bei mir. Ich schlafe mit meiner Lebensgefährtin im Schlafzimmer und üblicherweise schlafen zwei Kinder im Wohnzimmer und zwei im Arbeitszimmer/Kinderzimmer, was geht, auf lange Sicht aber durchaus beengt ist. Die Infektion ist seit gestern offenbar. Angesichts der hohen Infektiösität mache ich mir halt Gedanken, dass wir uns zu sechst nicht wirklich aus dem Weg gehen können. Ich weiß nicht, was das Richtige ist. Problematisch ist halt, dass meine Ex-Frau und ich nicht konfliktfrei kommunizieren können. Die Schuld dafür gibt sie uneingeschränkt mir. Ich erwarte an dieser Stelle, an der ich nicht mehr als meine Bedenken geäußert habe, auch tatsächlich gar kein Verständnis mehr - schließlich will sie ihren Urlaub haben. Allerdings war sie es auch, die das Wechselmodell vehement ablehnt und mich zum Besuchspapa und Babysitter degradiert hat. Aber das führt ab.

      Mich beschäftigt die Frage, ob ich überreagiere.
    • Hallo Jan,
      willkommen im ISUV-Forum.
      Hier ist nicht wichtig, was euer Neunjähriger möchte, denn er kann weder die Gefährlichkeit der Krankheit noch die Gefahr für dich und deine Partnerin einschätzen.
      Hast du über deine Gedanken schon mit der Kindesmutter gesprochen?
      Hast du mit einem Facharzt über deine Situation gesprochen?

      Gruß

      Villa
      Leben und leben lassen
    • Hallo Villa, vielen Dank.

      Wie gesagt - der Kindsmutter habe ich meine Bedenken mitgeteilt, worauf sie bislang nicht reagiert hat. Ich vermute, es hat ihr nicht gefallen.

      EInen Arzt zu fragen, habe ich ebenfalls schon in Betracht gezogen, obWohl ich die Erfahrung gemacht habe, dass die sich sehr bedeckt halten, was ihre eigene Meinung angeht. Dass die Augengrippe enorm ansteckend ist, steht ja fest. Das hat mir die KIndsmutter ja bereits selber gesagt. Diese Erkrankung wird in Schulen und Kindergärten nicht umsonst gefürchtet.

      Es geht auch nicht darum, was ich will. Ich will meinen Sohn bei mir haben. So wie meine Exfrau ihre Urlaubstage haben will.

      Ich frage mich halt, inwieweit es verantwortungsvoller in Hinblick auf die anderen Kinder wäre. Ich frage mich halt auch, ob ein krankes Kind nicht einfach auch ins eigene Bett im eigenen Zimmer gehört.

      Es gab bereits einmal die Situation, dass ich schweren Herzens an einem Wochenende meinen ältesten Sohn nicht zu mir geholt habe, weil sich rausgestellt hatte, dass ihm nicht nur ein wenig übel gewesen war, sondern er in der Nacht zuvor mehrfach erbrochen hatte und Fieber hatte... WIe sieht das mit kranken Kindern und Umgang aus?
    • Wenn man mal ganz ehrlich ist, stellt sich im Grund sogar die Frage, ob die Kinder nicht allesamt besser daheim bleiben. Die Inkubationszeit liegt bei fünf bis zwölf Tagen - da haben sich bei vier Kindern im Fall auch schon mehr angesteckt. Darf ich in dem Fall überhaupt sagen, dass wir die Besuche in dieser Situation aussetzen?

      Kommt ja auch noch hinzu, dass wir einen Hund haben - der wäre im Fall ebenfalls ein unkontrollierbarer Überträger.

      Ich weiß einfach nicht, was richtig ist. EInfach zu sagen, mir ist das zu heikel, geht das?

      The post was edited 1 time, last by Jan_Kunkel ().

    • Hallo Jan,

      herzlich willkommen auch von mir noch im Forum.

      Du fragtest ja, wie (getrennte) Eltern, die ein "normales" Verhältnis zueinander haben, in so einer Situation reagieren bzw. damit umgehen würden.

      Wenn eines meiner Kinder krank war, habe ich mit dem Ex besprochen, was geht.
      Es muss doch - gerade bei einer Krankheit - für alle "passen".
      Wenn die Krankheit so ansteckend ist (mein Mann hatte vor einiger Zeit "nur" Bindehautentzündung und selbst da wollte ich die Kinder nicht zum Umgang holen), würde ich mich da auf keine Diskussion einlassen.
      Die Gegebenheiten bei Dir sind nun mal nicht so, dass ein guter Schutz möglich ist.
      Als mein Kind Norovirus hatte, haben wir es ja auch nicht "rumgereicht".

      Besprich doch das ganze mal mit einem Kinderarzt (da gibt es auch entsprechende Seiten im Netz).
      Und biete der Mutter Ausweichtermine an (wenn Du Wechselmodell wolltest, kannst Du ja vielleicht auch 2 Wochen in der Schulzeit abdecken?).

      Gruß Tanja
      Meine Meinung steht fest - verwirren Sie mich nicht mit Tatsachen...
      „Es würde viel weniger Böses auf Erden getan, wenn das Böse niemals im Namen des Guten getan werden könnte.“ — Marie von Ebner-Eschenbach