Umgangsrecht nach häuslicher Gewalt

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    • Umgangsrecht nach häuslicher Gewalt

      Guten Tag,

      ich hoffe ich bin jetzt im richtigen Themengebiet.

      Ich versuche mal eine "kurze" Zusammenfassung unsere Thematik darzustellen:

      Letztes Jahr im März lernte ich meine jetzige Partnerin kennen. Sie und ihre zwei Kinder (4 und 6 Jahre) befanden sich zu dem Zeitpunkt schon einige Wochen in einem Frauenhaus. Der Ehemann/Kindesvater hat meine Partnerin über Jahre schlecht behandelt ihr Selbstbewusstsein zerstört und zum Ende auch geschlagen. Als er dann auch die Gewalt gegen die Kinder richtete, flüchtete Sie während er bei der Arbeit war ins Frauenhaus. Nach einigen Monaten meldete sich dann das Jugendamt, nach einem kurzem Gespräch wurde beschlossen, dass der Vater die Kinder sehen darf. Das erste Treffen war betreut beim Jugenamt. Da der Kindesvater sich natürlich dort von seiner besten Seite zeigt gab es vom JA keine einwende. So kam es zu Gerichtsverfahren und er bekam ein 14 tägiges Umgangsrecht (Sorgerecht liegt sowieso bei beiden). Nun ja wie nicht anders zu erwarten dauert es nicht lange bis die Kinder weinend nach Hause kamen "Papa hat uns eingesperrt und auf den Boden geworfen". Dies erzählten die Kinder auch bei der Frühförderung, die daraufhin eine Meldung machte beim JA "die Umgänge um Vater sollten dringend geprüft werden". Daraufhin kam es wieder zum Gerichtsverfahren, die Kinder wurden vom Richter ahgehört und sagten das der Papa die Mama zuhause gehauen und angeschrien hat. Das Urteil: 14 tägiges Umgangsrecht bleibt bestehen, allerdings ohne Übernachtung - die Eltern sollen sich bei einer Trennungshilfe beraten lassen. Die Kinder gehen aufgrund des erlebten zum Therapeuten. Nach 1-2 Monaten erzählte beide Therapeuten unabhängig voneinander, dass diese beim JA Meldung machen, da die Kinder schlimme Dinge über den Vater erzählen und verängstig sind. Daraufhin war das JA bei uns Zuhause um mit den Kindern zu sprechen, auch bei den Gesprächen sagte der Große "ich will nicht mehr zu Papa, der ist böse und schreit nur" ... das Resultat daraus? Er durfte die Kinder wieder über Nacht haben. Auf Nachfrage meiner Partnerin hieß es: Es handelt sich dabei um einen Konflikt zwischen den Eltern und weniger um die Kinder, daher die Verwirrung der Kinder. Meine Partnerin sprach dann die Meldungen der Therapeuten an, aber diese werden vom JA nicht erstgenommen. Nur ein Psychologe könnte eine "richtige Diagnose" stellen. Nun gut wir wollen die Kinder nicht mehr leiden sehen und haben Termine beim Psychologen gemacht. Aktuelle Diagnose von dem Kleinen "traumatisiert auf der Grund des erlebten", die Umgänge zum Täter sollten gestoppt werden, so dass eine Therapie möglich ist. Da stellt man sich doch echt die Frage warum zum Teufel muss sich das ganze über 1 Jahr ziehen? Warum hört keiner auf die Kinder? Sogar der Richter sagte zu meiner Partnerin bei der ersten Verhandlung "ihre Flucht war ja dramatisch" ... was soll diese Irnoie. Und da wundern sich die Menschen warum, die Frauen nicht abhauen von ihren Männern. Richtig, weil Ihnen nicht geglaubt wird.

      Die Kinder verweigern sich schon seit 4 Wochen mitzufahren und meine Partnerin und ich haben uns dazu entschlossen dem auch nicht mehr entgegenzuwirken. Erst jetzt gestern hat das JA gesagt, dass es bei der Diagnose völlig ok ist wenn wir die Kinder zuhause lassen. Vorher hieß es wir müssen die Kinder besser auf die Besuchswochenenden vorbereiten.

      Wir wussen natürlich vor den Therapeuten von den Dingen was da an den Wochenenden passiert (Streit zwischen Kindesvater und der neuen Partnerin, Teller fliegen durch die Wohnung, die Kinder werden angeschrien und einmal auch wieder gehauen, die Kinder der neuen Partnerin werden geschlagen).

      Es ist jetzt wirklich nur ganz grob zusammengefasst, aber ich gelaube die Verzweiflung von uns wird schon deutlich. Was muss denn noch alles passieren?

      Nun kommen wir zu meiner Frage. Hat jemand Erfahrung wie es jetzt weitergeht? Also klar das Jugenamt wird sich nochmal mit den Kindern unterhalten wollen. Die beiden haben aber schon gesagt, dass sie dem JA nichts mehr erzählen. Der Große sagte schon "die glaube mir sowieso nicht, ich sag garnichts mehr", weil nach dem letzten Besuch nichts passiert ist. Die Psychologen haben eindeutig Stellung bezogen "kein Kontakt zum Täter". D.h. meiner Meinung nach, dass der Umgang ausgesetzt werden müsste. Wie sieht es dann mit dem Sorgerecht aus?

      Ich habe jetzt eigentlich nur die Fakten dargestellt, das Zwischenmennschliche haben ich jetzt außenvor gelassen. Wir versuchen gerade die Zeit bei uns möglichst schön zu gestalten unternehmen viel, kuscheln viel, lachen viel. Aber der Druck den die Kinder haben ist enorm, erst recht wenn die beiden alle 14 Tage ihrem Vater persönlich sagen müssen, dass sie nicht mit wollen. Ja sie müssen es persönlich machen ist so bestimmt worden von der Familienhilfe.
    • Hi,

      eigentlich ist es seltsam, dass nichts passiert, wenn das Beschriebene nachweisbar ist. Eigentlich hätte eine Anzeige wegen Kindeswohlgefährdung und Körperverletzung gegen den Vater gestellt werden müssen. Auch eine Anzeige gegen die neue Partnerin, wenn sie ihre Kinder regelmäßig schlägt. Aufgrund dieser Anzeigen hätte eigentlich ermittelt werden müssen.

      Das Kinder mit 4 und 6 in einer Situation, in der sie vom Vater geschlagen wurden, ihm persönlich sagen sollen, dass sie nicht mit wollen, ist quatsch. Das sollte den Vater schriftlich erklärt werden, am besten mit dem Angebot eines gemeinsamen Gespräches wo man klärt, wie es weiter geht. Sicherlich wäre eine Therapie des Vater sinnvoll. Wenn diese erfolgreich ist, könnte man eine Annäherung über begleitete Umgänge versuchen, aber das ist in weiter Ferne.

      Wie gesagt, irgendwie seltsam, dass das Jugendamt in so einer Situation nicht handelt.
    • Ich muss ehrlich gestehen, ich dachte solch ein Mensch sieht seine Kinder nie wieder. Ich bin selber ein Scheidungskind und ich weiß wie wichtig ein Vater für die Entwicklung eines Kindes ist, aber nicht so ein Vater. Es gibt so viele Dinge die mich immer mehr verwundert haben und mich am JA zweifeln lassen haben. Der größte Fehler meiner Freundin war, dass sie ihren Ehemann nicht sofort angezeigt hat. Ihr Rechtsanwalt hat ihr im nachhinein von einer Anzeige abgeraten, da Aussage gegen Aussage steht und sie keine Beweise hat. Deshalb haben wir es mit den Therapeuten versucht, die das Problem auch recht schnell erkannt hatten und auch für die Therapeuten ist es eine Katastrophe, dass das JA nichts unternimmt bzw. wie die Gerichte bis jetzt entschieden haben. Nun durch die Diagnostik der Psychologin ist ja nun bewiesen, dass der kleine Traumatisiert ist und dies wird ja nun endlich ernst genommen. Nach der dritten Meldung einer Kindeswohlgefährung durch drei unterschiedliche Personen(Frühförderung/Therapeuten/Psycholgin) im Bezug auf den Umgang zum Vater.

      Doch leider ist es tatsächlich so. Vom Gericht wurde eine Erziehungsberatungsstelle benannt die für solche Fälle zuständig ist. Dort muss mal meine Partnerin alleine hin, mal er und dann alle 1-2 Monate beide zusammen. Gemeinsame Gespräche mit dem JA lehnt der KV ab. Und der Herr Erziehungsberatungsstelle hat gesagt das die Kinder dem Vater es selbst sagen müssen. Sie können sich vorstellen wie auffällig die Kinder an den Tagen sind. Ist ja auch klar, die haben solch einen Druck und auch Angst vor ihm.

      Diese schriftliche Erklärung vom Anwalt wurde schon nach der ersten Meldung gemacht, dann gab es bis zur Klärung eine Umgangssperre und die Kinder waren in den ca. 6 Wochen so fröhlich. Die kleinen haben vor Freude gehüpft als wir ihnen sagten, dass sie für die nächste Zeit nicht zum Vater müssen. Nun ja den Verlauf wie es dann weiterging habe ich ja bereits erläutert. Ich muss dazu sagen, dass alles in Eigeniniative gestartet worden ist. Das einzige was das JA mal zu meiner Partnerin gesagt hat ist, dass das Gutachten einer Therapeuten quasi nichts wert ist (so nach dem Motto "die haben keine Ahnung"). Daraufhin hat meine Partnerin eine Psychologin gesucht die auch Gutachten fürs Gericht macht und erst jetzt wurde es ja wie schon beschrieben ernst genommen. Ich weiß für einen Außenstehenden sorgt das alles nur für Kopfschütteln. Meine Partnerin kämpft wie eine Löwin für ihre Kinder und für das Wohl der Kinder und musste schon so viele Rückschläge erleiden und irgendwann wird man auch echt ratlos.

      Ich glaube das haben Sie falsch verstanden oder ich mich falsch ausgedrückt. Nicht die neue Partnerin schlägt ihre Kinder, sondern der Kindesvater schlägt auch die Kinder der neuen Partnerin.
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