Dürfen die Großeltern mit dem Enkel in den Urlaub fahren - ohne dass beide Elternteile zugestimmt haben? (...und der nicht gefragte Elternteil keine Auskunft erhält, wo das Kind nun ist!)

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    • Dürfen die Großeltern mit dem Enkel in den Urlaub fahren - ohne dass beide Elternteile zugestimmt haben? (...und der nicht gefragte Elternteil keine Auskunft erhält, wo das Kind nun ist!)

      Hallo,

      meine Tochter (9) ist in der ersten Ferienhälfte beim Vater. (geteiltes Sorgerecht, beide Aufenthaltsbestimmungsrecht)

      Nun habe ich am Sonntag telefonisch von ihr erfahren, dass sie ab Montag für eine Woche mit den Großeltern in Urlaub fährt. (2. Ferienwoche)
      Wohin wisse sie nicht. Es sei eine Überraschung...

      Mein Ex-Mann hat sich schon seit Begin der Ferien darüber aufgeregt, dass ich ca. alle zwei bis drei Tage anrufe und täglich eine Whatsapp an meine Tochter (auf sein Handy) schreibe.
      Er interpretiert dies, als dass ich IHN kontrollieren möchte.
      Dabei hat sich meine Tochter ausdrücklich gewünscht, dass ich sie (am liebsten täglich) anrufe. Dass dies nerven kann, sehe ich ein - deshalb alle 2-3 Tage ein Anruf.

      Wie auch immer...
      Meine Tochter ist mit den Großeltern eine Woche "unterwegs" und ich habe keine Ahnung wo!
      Eine vorsichtige Nachfrage an meine Ex-Schwiegermutter per Whatsapp brachte auch kein Ergebnis.
      Meine Tochter wird es mir schon noch erzählen. Die ganz konkrete Frage, wo sie denn sind, blieb unbeantwortet.
      Ich denke, sie ist entsprechend von meinem Ex instruiert.

      Meine Frage ins Forum:
      Ist das so rechtens?
      Ich habe im Internet nirgendwo etwas zu der Fragestellung gefunden, ob ein Elternteil eigenmächtig bestimmen darf, ob das Kind mit den Großeltern in Urlaub fährt-
      UND zusätzlich dem anderen Elternteil die Auskunft darüber verweigert wird, wo das Kind überhaupt ist!


      LG,
      Kalimero
    • Hallo Kalimero,

      was heißt geteiltes Sorgerecht?
      Grundsätzlich ist es so, dass der Sorgeberechtigte selbstverständlich ein Recht darauf hat, zu wissen, an welchem Ort sich das Kind und mit wem aufhält.

      Worum geht es hier denn wirklich?
      Ist der Kontakt zu Deinen Schwiegereltern seit der Trennung so schlecht oder warum ärgert Dich so, dass die Großeltern mit ihrem Enkelkind verreisen wollen?

      Gruß Tanja
      Du bist am Ende – was du bist. Setz dir Perücken auf von Millionen Locken,
      Setz deinen Fuß auf ellenhohe Socken, Du bleibst doch immer, was du bist.
      Johann Wolfgang von Goethe
    • Hallo,


      TanjaW9 wrote:

      Grundsätzlich ist es so, dass der Sorgeberechtigte selbstverständlich ein Recht darauf hat, zu wissen, an welchem Ort sich das Kind und mit wem aufhält.
      bist du dir da sicher, dass es dieses Auskunftsrecht gibt? Normalerweise ist der umgangsberechtigte Elternteil doch gar nicht auskunftspflichtig, was er während der Umgangszeit treibt. Die Betreuung durch die Großeltern ist ok und solange nicht eine Reise in ein von AnnaSophie genanntes Land ansteht, muss der andere Elternteil auch nicht zustimmen.

      ich würde behaupten, dass die Auskunft gegeben werden sollte, aber nicht muss. Solange keine Reisewarnung existiert oder notwendige Impfungen nicht da sind, sollte sich der andere Elternteil da raus halten. Urlaub mit den Großeltern ist doch eher für die Bindung förderlich.


      Kalimero wrote:

      Mein Ex-Mann hat sich schon seit Begin der Ferien darüber aufgeregt, dass ich ca. alle zwei bis drei Tage anrufe und täglich eine Whatsapp an meine Tochter (auf sein Handy) schreibe.
      Er interpretiert dies, als dass ich IHN kontrollieren möchte.
      Kann ich verstehen, mich würde es auch mehr als nerven. Ich würde meinem Sohn sein Handy abnehmen und ihm sagen, dass jetzt FERIEN sind. Kommt dein Ex auch jeden zweiten Tag bei euch vorbei oder ruft an? Lass sie doch einfach Urlaub machen und freu dich über deine Freizeit.
    • MaxMustermann wrote:

      Hallo,


      TanjaW9 wrote:

      Grundsätzlich ist es so, dass der Sorgeberechtigte selbstverständlich ein Recht darauf hat, zu wissen, an welchem Ort sich das Kind und mit wem aufhält.
      bist du dir da sicher, dass es dieses Auskunftsrecht gibt? Normalerweise ist der umgangsberechtigte Elternteil doch gar nicht auskunftspflichtig, was er während der Umgangszeit treibt. Die Betreuung durch die Großeltern ist ok und solange nicht eine Reise in ein von AnnaSophie genanntes Land ansteht, muss der andere Elternteil auch nicht zustimmen.
      ich würde behaupten, dass die Auskunft gegeben werden sollte, aber nicht muss. Solange keine Reisewarnung existiert oder notwendige Impfungen nicht da sind, sollte sich der andere Elternteil da raus halten. Urlaub mit den Großeltern ist doch eher für die Bindung förderlich.
      Hi Max,

      "normalerweise" reden vernünftige Eltern auch miteinander über ihre Urlaubspläne.
      Und ja, selbst eigentlich Sorgeberechtigte können ein Auskunftsrecht nach 1686 haben (und geltend) machen für z.B. Dinge, die während des Umgangs vorfallen.

      Dass das genauso ein zahnloser Tiger ist wie der 1686 generell, steht auf einem anderen Blatt Papier.

      Ich muss jetzt aber nicht wieder irgendwelche Kommentare oder Urteile raussuchen, bitte?

      Bei Kalimero kommt wohl die schwierige Gemengelage mit dem Ex dazu, mit dem Umgang schwer verbindlich zu regeln ist.
      Ich kann verstehen, dass sie wissen möchte, wohin ihr Kind in den Urlaub fährt und mit wem.
      Dennoch würde ich versuchen, mit den Großeltern zu reden und wenn das nichts hilft, würde ich die zum gemeinsamen Gespräch bei einem Mediator, Kinderschutzbund oder Erziehungsberatungsstelle einladen.
      Dass ein Urlaub mit den Großeltern in der Regel gut fürs Kind sein kann, wird wohl niemand bezweifeln. Dennoch sollte auch im Blick behalten werden, dass das 'Umgangsrecht' der Großeltern nur gegeben ist, wenn es dem Wohl des Kindes dient.
      Manche Kinder wollen mit ihren Großeltern gar nicht verreisen, weil....

      Gruß Tanja
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      Johann Wolfgang von Goethe
    • Vielen Dank für eure Antworten!

      TanjaW9 wrote:

      Hallo Kalimero,

      was heißt geteiltes Sorgerecht?
      Grundsätzlich ist es so, dass der Sorgeberechtigte selbstverständlich ein Recht darauf hat, zu wissen, an welchem Ort sich das Kind und mit wem aufhält.

      Worum geht es hier denn wirklich?
      Ist der Kontakt zu Deinen Schwiegereltern seit der Trennung so schlecht oder warum ärgert Dich so, dass die Großeltern mit ihrem Enkelkind verreisen wollen?

      Gruß Tanja
      ...worum es hier wirklich geht...
      Um Macht... :(

      Der Kontakt zu meinen Ex-Schwiegereltern ist überhaupt nicht schlecht und es ärgert mich auch kein bisschen, dass sie mit ihrem Enkelkind verreisen.

      Vielleicht muss ich ein bisschen ausholen:

      Mein Exmann nimmt sein Umgangsrecht nur sehr sporadisch wahr...
      Im ersten Halbjahr 2019 an genau drei Wochenenden und einer Woche Osterferien.
      Dazu kommt, dass er NIE anruft.

      Dementsprechend hat sich unsere Tochter entfremdet und ich muss jedes Mal Überzeugungsarbeit leisten, dass sie überhaupt noch hingeht. Ich versuche wirklich alles, um den Umgang zu fördern!
      Ein Punkt in den Osterferien war, dass ich ihr versprechen musste, dass ich sie täglich anrufe.
      (Sie hat vor den Ferien tagelang "gebangt", wann sie zum Papa MUSS und mehrere Abende geweint...)

      Ihr Grundproblem dahinter ist, dass sie Angst hat, mich zu vermissen und sich nicht traut in diesen Momenten ihren Vater zu fragen, ob sie mich anrufen darf. ;(
      Sie traut sich deshalb nicht, weil er dann völlig entnervt reagiert (a la - dann brauchst du gar nicht mehr zu kommen, wenn du eh die Mama vermisst) - statt sie zu trösten und ihr die Geborgenheit zu geben, die sie in solchen Momenten bräuchte.
      ...das heißt in den Momenten, in denen sie Trost am meisten bräuchte, ist sie völlig alleine...

      Um sie diesbezüglich aus der Schusslinie zu nehmen, haben wir ausgemacht, dass ICH sie anrufe.

      Ihrem Vater dies alles zu erklären, würde absolut nichts bringen. Er würde es nur als Affront gegen sich interpretieren und sie müsste während des Umgangs darunter leiden.

      Im Augenblick denkt mein Exmann, dass ICH es nicht lassen kann, mit meiner Tochter zu sprechen.
      Und da er hierdurch vermutlich meint, dass er mir durch eine Verweigerung weh tun kann, tut er dies selbstverständlich.
      ...und was, gibt es in seinen Augen besseres, als dass ER bestimmt, dass unsere Tochter eine Woche mit den Großeltern verreist und ich weder weiß wo sie ist, noch dass ich mit ihr Kontakt aufnehmen kann...

      ER versucht MICH zu quälen und benutzt dazu unsere Tochter. ||

      MaxMustermann wrote:

      Hallo,




      Kalimero wrote:

      Mein Ex-Mann hat sich schon seit Begin der Ferien darüber aufgeregt, dass ich ca. alle zwei bis drei Tage anrufe und täglich eine Whatsapp an meine Tochter (auf sein Handy) schreibe.
      Er interpretiert dies, als dass ich IHN kontrollieren möchte.
      Kann ich verstehen, mich würde es auch mehr als nerven. Ich würde meinem Sohn sein Handy abnehmen und ihm sagen, dass jetzt FERIEN sind. Kommt dein Ex auch jeden zweiten Tag bei euch vorbei oder ruft an? Lass sie doch einfach Urlaub machen und freu dich über deine Freizeit.
      Den Grund, warum ich anrufe, habe ich ja schon oben geschrieben.


      ... Du würdest deinem Sohn sein Handy abnehmen, damit er zu seiner Mutter keinen Kontakt aufnehmen kann? Weil es DICH nervt...

      Sorry, aber das fände ich schon fragwürdig.
      Ich möchte nicht wissen, welche Empörung es gäbe, wenn eine Mutter hier schreiben würde, dass sie ihrem Kind verweigert, beim Vater anzurufen.

      Ich persönlich wäre sehr froh, wenn mein Exmann mehr Interesse an seinem Kind zeigen würde.

      Von Vorbeikommen war nie die Rede.
      ...und wenn er jeden zweiten Tag anrufen würde und Interesse am Leben seiner Tochter zeigen würde, wäre dies mit Sicherheit schön für SIE- und nur darum sollte es gehen!!!

      Und wenn MICH das nerven würde, wäre es mein Problem. ...und ich würde es ertragen, solange es für mein Kind gut ist.


      Grüße,
      Kalimero
    • Ich habe meinem Sohn schon mehrfach am Telefon gesagt, dass er mich nicht anrufen soll, wenn er mit seiner Mutter ein Problem hat, sondern sich mit ihr auseinander setzen soll. Ich spiele nicht Richter. Und ich würde ihm auch sagen, dass er mich nicht jeden Tag aus dem Urlaub mit seiner Mutter anrufen muss, denn schließlich machen sie zusammen Urlaub, ich bin ja nicht aus der Welt. Kinder sollten in der Lage sein auch mal einen Urlaub ohne Mama bzw. Papa zu überleben, ohne dabei strake Trennungsängste zu entwickeln.

      Und nein, ich würde meinem Sohn nicht das Handy abnehmen, weil es mich nervt, sondern um ihn zu vermitteln, dass sich die Welt auch ohne die tägliche Kommunikation zu Mama weiter dreht. Nerven würde es mich aber natürlich auch, das würde ich ihm zusätzlich mit auf dem Weg geben. Wenn ich mit den Kindern auf dem Spielplatz bin, können sie auch von mit erwarten, dass ich nicht die ganze Zeit mit meiner Partnerin telefonieren, die ggf. nicht dabei ist, weil sie arbeiten muss. Wie bei allem gibt es hier ein gesundes Maß und das sollte nicht überschritten werden. Wenn mein Sohn anrufen wollen würde, um ihr was tolles zu erzählen, kein Problem. Aber wenn sie täglich anrufen würde, um zu kommunizieren: alles ist gut, bald bist du ja wieder zu Hause, geht das sicher in die falsche Richtung. Ich würde meinem Sohn auch nie selbst anrufen, sondern sagen, dass er selbst anrufen soll, wenn was ist. Das senkt nämlich die Anzahl der Anrufe deutlich.
    • MaxMustermann wrote:

      Ich habe meinem Sohn schon mehrfach am Telefon gesagt, dass er mich nicht anrufen soll, wenn er mit seiner Mutter ein Problem hat, sondern sich mit ihr auseinander setzen soll. Ich spiele nicht Richter. Und ich würde ihm auch sagen, dass er mich nicht jeden Tag aus dem Urlaub mit seiner Mutter anrufen muss, denn schließlich machen sie zusammen Urlaub, ich bin ja nicht aus der Welt. Kinder sollten in der Lage sein auch mal einen Urlaub ohne Mama bzw. Papa zu überleben, ohne dabei strake Trennungsängste zu entwickeln.

      Und nein, ich würde meinem Sohn nicht das Handy abnehmen, weil es mich nervt, sondern um ihn zu vermitteln, dass sich die Welt auch ohne die tägliche Kommunikation zu Mama weiter dreht. Nerven würde es mich aber natürlich auch, das würde ich ihm zusätzlich mit auf dem Weg geben. Wenn ich mit den Kindern auf dem Spielplatz bin, können sie auch von mit erwarten, dass ich nicht die ganze Zeit mit meiner Partnerin telefonieren, die ggf. nicht dabei ist, weil sie arbeiten muss. Wie bei allem gibt es hier ein gesundes Maß und das sollte nicht überschritten werden. Wenn mein Sohn anrufen wollen würde, um ihr was tolles zu erzählen, kein Problem. Aber wenn sie täglich anrufen würde, um zu kommunizieren: alles ist gut, bald bist du ja wieder zu Hause, geht das sicher in die falsche Richtung. Ich würde meinem Sohn auch nie selbst anrufen, sondern sagen, dass er selbst anrufen soll, wenn was ist. Das senkt nämlich die Anzahl der Anrufe deutlich.

      Hi,
      wenn es bei euch um "Problemvermittlung" geht, verstehe ich deine Haltung.
      Sich als "Richter" einspannen zu lassen, halte ich ebenfalls nicht für gut.

      "Kinder sollten in der Lage sein...."
      Ja- das wäre schön.
      Aber wenn es durch den vorausgegangenen sporadischen Umgang nun so ist?
      Was dann?
      Lasse ich dann mein Kind drei Wochen "hängen"?


      Meine Tochter ist 9 und sieht ihren Vater extrem selten.
      Von daher ist es für mich schon nachvollziehbar, dass sie häufig Kontakt zu mir sucht.
      ...und ich spreche garantiert nicht mit ihr in der Art "alles ist gut, bald bist du ja wieder zu Hause".
      Ich bin froh, wenn es ihr dort gut geht und sie mir begeistert von ihren Ferien erzählt.


      Das von dir genannte "gesunde Maß" ist sicherlich individuell und wird vermutlich maßgeblich beeinflusst von der Vertrautheit zum Umgangsberechtigten und vom Alter des Kindes.
      Wie alt ist denn dein Sohn?

      Zum Thema "Selbst anrufen" - ich bin der Meinung, dass je jünger das Kind, desto größer ist die Pflicht des Umgansberechtigten, den Umgang zu pflegen.

      Wenn ein Kind 12, 13 Jahre alt ist, kann man vermutlich schon verlangen, dass es selbst mal den Vater anruft.
      Aber im Grundschulalter...?

      ...und warum sollte es ein Ziel sein, die Anzahl der Anrufe deutlich zu senken???
      Du bist doch der Vater. Es geht um dein Kind.
      Wenn du mit der Mutter noch zusammen wärst, würdest du mit deinem Kind doch auch täglich sprechen.

      Grüße,
      Kalimero
    • Mein Sohn ist gerade 7 Jahre alt geworden, also noch jünger als deiner.

      Auch wenn der Umgang nur sporadisch wahrgenommen wurde, würde ich auf Verhalten, dass das Kind in der Denkweise "Zeit mit meinem Vater ist anders als Zeit mit meiner Mutter" bekräftigt, nicht eingehen. Ich würde dem Kind sagen, dass es jetzt halt zum Vater geht, weil der sich auch auf die Zeit freut und es wichtig ist, dass die beiden auch Zeit mit einander verbringen. Wenn dein Kind in die weiterführende Schule kommt und sich auch nicht alleine rein traut, wirst du ihr dann auch anbieten, dass du mitkommst und sie in jeder Pause anrufen? Ich denke, dass sie das in ihrere Unsicherheit bestärkt, anstatt ihr den nötigen Halt zu geben.


      Kalimero wrote:

      Zum Thema "Selbst anrufen" - ich bin der Meinung, dass je jünger das Kind, desto größer ist die Pflicht des Umgansberechtigten, den Umgang zu pflegen.
      Bei mir kommt eher Übelkeit auf, wenn ich das Wort "Umgansberechtigten" lese. Für mich gibt es immer zwei Eltern, die beide für ihr Kind da sein sollten. Nach meiner Erfahrung ist das, was Kinder am meisten psychisch belastet, der Abbruch des Kontakts zu einem Elternteil (meistens der Vater). Der ist aber leider rechtlich gewollt, denn Wechselmodelle sind teuer. Und auch wenn ein Mann sein Umgangsrecht nur sporadisch wahrnimmt, gilt es immer noch die Gründe dahinter zu ergründen: nicht jeder Mann ist psychisch starkt genug zu verkraften, dass er seine eigenen Kinder nur noch jedes zweite Wochenende sehen darf. Wie es bei dir ist, weiß ich nicht und spielt auch in der Situation keine Rolle.

      Kalimero wrote:

      Wenn ein Kind 12, 13 Jahre alt ist, kann man vermutlich schon verlangen, dass es selbst mal den Vater anruft.
      Aber im Grundschulalter...?
      Mit 13 Jahren kriegt man wohl nur noch wenig davon mit, wenn die telefonieren, denn die sind dann schon ziemlich groß. Ja, ich würde das von meinem Sohn erwarten.

      Kalimero wrote:

      ...und warum sollte es ein Ziel sein, die Anzahl der Anrufe deutlich zu senken???
      Du bist doch der Vater. Es geht um dein Kind.
      Wenn du mit der Mutter noch zusammen wärst, würdest du mit deinem Kind doch auch täglich sprechen.
      Ja, und wenn ich reich wäre, hätte ich ne Haushälterin.
      Ihr seid nicht mehr zusammen, da einer von euch die Trennung wollte. Da dein Kind nicht zur gleichen Zeit an zwei Orten sein können, muss es sich zu jeder Zeit für einen von euch entscheiden. Aber da er doch eh schon so wenig Umgang hat, versuch doch, dass die Beziehung sich verfestigt, anstatt den Umgang wie eine Ausnahmesituation darzustellen und ihr immer mitzugeben: "wenn irgendwas nicht passt, ruf an, dann helfe ich dir." Gib deiner Tochter lieber mit, dass es keinen Grund gibt dich zu vermissen, denn sie wird viel Spaß mit ihren Großeltern haben.

      Und nebenbei: meine Kinder sind Sonntags bei der Mutter. Wenn mein Sohn da ein Turnier hat, gehe ich da nicht hin. Nicht, weil ich keinen Bock habe, sondern um ihn die Situation zu ersparen, dass er dann wieder mit ihr ohne mich geht. Klar hätte ich meine Kinder gerne stets bei mir, manchmal ist es aber besser, wenn es anders ist. Genauso denke ich, dass es nicht gut ist ständig im Urlaub anzurufen. Aber du musst es selbst entscheiden, die rechtliche Würdigung gab es ja schon weiter oben.
    • @Max:
      ...ich schätze, wir könnten ewig weiter hin- und her- diskutieren und uns an einzelnen Wörtern oder Formulierungen aufhängen. ;)
      Ich möchte auch nicht weiter auf einzelne Argumente oder "Beispiele" eingehen, auch wenn es mich in den Fingern juckt.

      Jeder, der hier in diesem Forum schreibt, hat andere Hintergründe und Erfahrungen, was sich natürlich auch in den Beiträgen widerspiegelt.
      Gerade deshalb schätze ich diesen Austausch, da man durchaus auch andere Sichtweisen erfährt und seine eigene Situation möglicherweise aus einem anderen Blickwinkel sehen kann.

      Nur mal zum Nachdenken:
      Warum fragst du deinen Sohn nicht, ob er möchte, dass du zu seinen Turnieren kommst. Du kannst ihm ja erklären, was deine Bedenken dabei sind.
      ...möglicherweise denkt er (oder die Mutter) derzeit, dass du kein Interesse hast - und das wäre doch schade!
    • Kalimero wrote:

      Warum fragst du deinen Sohn nicht, ob er möchte, dass du zu seinen Turnieren kommst. Du kannst ihm ja erklären, was deine Bedenken dabei sind.
      ...möglicherweise denkt er (oder die Mutter) derzeit, dass du kein Interesse hast - und das wäre doch schade!
      Seine Mutter kennt den Grund. Zum Hintergrund: wir haben ein kompliziertes Wechselmodell, Fußball ist meistens Samstags, da ist er eh bei mir, ich sehe also genug Fußball.

      Wenn ich ihm aber den Grund nennen würde,würde ich die Probleme von meiner Ex und mir bei ihm abladen. Es würde auch kein Problem mit ihm geben, er ist groß. Aber er hat noch zwei kleinere Geschwister und mit dem jüngsten kann man noch nicht wirklich reden; der ist aber auch dabei.
    • Hallo nochmal,

      Kalimero ich möchte gern noch mal auf Deine Ausführungen eingehen.

      Dass der Vater Deine Tochter vermutlich noch nicht die "nur" Elternebene erreicht hat, habe ich mir nach Deinem ersten Beitrag und unserem dortigen Austausch schon gedacht. Oder aber, es ist dem Vater aus in seiner Persönlichkeit liegendem Gründen schlicht nicht möglich.

      Deswegen ja auch meine Frage, ob Dein Verhältnis zu Deinen Schwiegereltern (seit der Trennung) schlecht ist.
      Kannst Du mit denen noch vernünftig reden? Mag sein, dass das für Dich anstrengend ist, dennoch würde ich an dieser Stelle ansetzen, sollten Gespräche unter Erwachsenen zwischen Euch noch gut funktionieren.
      Ich habe sowas vor Jahren auch durch, allerdings waren meine Schwiegereltern diejenigen, von denen - immer mal wieder - Gesprächswünsche mit mir - geäußert wurden.
      Ich war zum Glück (für die Beziehungen sämtlicher Beteiligter) dazu in der Lage - Ende vom Lied ein unter den Gesamtumständen "Happy End".

      Auch wenn ich eher wie Max beim ersten Kind reagiert hätte, weiß ich aus Erfahrung, dass nicht jedes Kind für diese Art des Umgangs mit gewünschten Telefonaten (von Kindern) geeignet ist. Man muss da immer sehr individuell schauen. (So wie nicht jedes Kind für ein Wechselmodell geeignet ist!)
      Und da brauchst Du eben die Großeltern - nicht zum Ausspielen gegen ihren eigenen Sohn (das würde nur den nächsten "Grabenkrieg" herraufbeschwören), sondern um -vielleicht insbesondere bei der Großmutter - das Augenmerk auf die Wünsche und Bedürfnisse des Kindes zu lenken. Wenn Du das vielleicht nicht ohne Emotionalität zu vermitteln schaffst oder aber die Großeltern nicht zugänglich sind für die Wünsche, aber redebereit, dann auf zu einer von unabhängigen Personen geführten Gesprächsrunde.
      Wie ich es auch anderswo schon anmerkte, kann ich das Jugendamt leider nicht empfehlen. Aber vielleicht hast Du ja gute Erfahrungen mit denen gemacht.

      Traut sich denn Deine Tochter bei den Großeltern, ihre Wünsche auszudrücken?
      Kali, ich glaube dennoch, dass ein wenig Angst Deinerseits reinspielt. Sollte ich Unrecht haben, entschuldige bitte.
      Vielleicht kannst Du ja - trotz der Einstellung des Vaters - mit ihm aushandeln, dass Du gern der Tochter irgendwas mitgeben möchtest, damit sie -wenn sie Sehnsucht bekommt- ihn nicht verletzen muss, weil sie fragt. Ob er eine Idee hat, was das sein könne (also, der Sehnsuchtströster). Manche Kids malen sich im Vorfeld aus, wie schlimm etwas werden könnte und werden dann erst daran (wieder) erinnert, wenn dann der vorher (!) vereinbarte Anruf kommt. Das ist auch wie ein Erinnerungssignal.

      Wie gesagt, wenn Dein Kontakt normalerweise noch gut ist zu Deinen Schwiegereltern, verlass Dich mal auf ihr Urteil. Vielleicht können Sie Deine Sorge entkräften und Du besprichst dann mit Deinem Kinde, dass Du doch nicht angerufen hast, weil die Großeltern gesagt hätten, dass alles in Ordnung wäre.

      Berichte mal weiter. Und ärger Dich nicht zu sehr. Auch hier sind mehr Leute vertreten, denen ihr Umgang mit dem Kind oder den Kindern erschwert wird (wenn alles problemlos liefe, wären die Leute ja hier nicht angemeldet). Das betrifft halt in den meisten Fällen die Väter.
      Dass eine Mutter darum kämpfen muss, dass der Vater "ausreichend" Umgang wahrnehmen soll (und es nicht tut) erscheint den engagierten Vätern geradezu absurd ;)

      Lieben Gruß :)
      Tanja
      Du bist am Ende – was du bist. Setz dir Perücken auf von Millionen Locken,
      Setz deinen Fuß auf ellenhohe Socken, Du bleibst doch immer, was du bist.
      Johann Wolfgang von Goethe
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