Neue Ausbildung - wie oft - Volljährigenunterhalt

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    • Neue Ausbildung - wie oft - Volljährigenunterhalt

      Hallo an Alle,

      ich hätte hier mal wieder eine Frage ins Forum.

      Es betrifft meinen jüngsten Sohn, 24, welcher schon immer Probleme bereitete. Hier mal noch den Werdegang. Mittlere Reife, Abitur dann im letzten Jahr auf dem WG mit 23. Mein Sohn hatte dann einen Studienplatz. Das Studium nahm er dann aber nicht auf, da er doch lieber eine Ausbildung beginnen wollte. Er jobbte dann für kurz Zeit auf Minijobbasis und schickte Bewerbungen los für den gehobenen Dienst. Da er den Studienplatz nicht angetreten ist, hatte ich den Unterhalt eingestellt.

      Den angestrebten Ausbildungsplatz für diesen Herbst hatte er jetzt jedoch nicht erhalten und so bekam ich die Mitteilung, dass er für das Sommersemester jetzt ein Orientierungsstudium beginnt und zum Wintersemester dann das richtige Studium beginnen möchte und ich wieder Unterhalt zahlen solle.

      Jetzt meine Frage. Ich denke hier bin ich wohl noch verpflichtet Unterhalt zu zahlen?

      Was ist, wenn er jetzt nach dem Orientierungsstudium kein richtiges Studium beginnt? Wäre dann sein Unterhaltsanspruch komplett erloschen?

      Danke für die Antworten.
    • Hallo,

      was ist WG?

      Was hat er ab 18 Jahren davon gemacht? Davor zählt nicht, weil minderjährig.

      Was ist ein Orientierungsstudium? Ich kenne das für den Bereich MINT, damit man sich ausprobieren kann und prüfen, welcher Bereich für einen der richtige ist. Dabei werden aber Kurse und Klausuren/Prüfungen angerechnet für das weitere Studium.
      Wenn dort auch so ist, dann wärst du unterhaltspflichtig, grundsätzlich. Aber man müsste genau aufdröseln, was er wann gemacht hat und ob du noch damit rechnen müsstest, dass er noch mal was macht in Richtung Studium/Ausbildung.

      Und er hat vorrangig Bafög zu beantragen.


      Was ist mit der Mutter? Sie ist ebenfalls barunterhaltspflichtig.

      Sophie
      Niemals aufgeben, es gibt immer einen Weg, auch wenn er nicht zu dem Ziel führt, öffnet er meist neue Möglichkeiten!
    • Hallo Sophie,

      etwas verspätet. WG ist das Wirtschaftsgymnasium.

      Das Orientrierungsstudium wird als normales Studium gerechnet. Nur kann er sich dabei verschiedene Studiengänge anschauen um herauszufinden, welchen er danach genau studieren möchte. ER nimmt an Vorlesungen usw. teil

      Wenn er in einem Studiengang am Ende des Semesters Klausuren mitschreiben möchte ist dies möglich und würde bei Bestehen dann auch angerechnet.

      Bafög bekommt er keines, dafür verdiene ich zuviel. Das die Mutter auch unterhaltspflichtig ist, ist bekannt, nur verdient sie zu wenig, dass es angerechnet wird.

      Im Grunde war der Gang nach Abitur. Bewerbung um Studienplatz, Studienplatz bekommen, diesen nicht angetreten, dafür Minijob und Bewerbungen für gehobenen Dienst in zwei Bereichen. Dort keinen Ausbildungsplatz erhalten und jetzt wieder Studium.

      Falls ihm jetzt von den Studiengängen keiner zusagt und er kein Studium zum Wintersemester beginnt hätte er ja im Grunde nichts, auch keinen Ausbildungsplatz, dann wäre ich doch nicht mehr zu Unterhalt verpflichtet.

      Würde er einen Studium zum Wintersemester beginnen und dann abbrechen oder nach dem 1. Semester abbrechen, wäre ich doch wohl nicht mehr zu Unterhalt verpflichtet?
    • Hallo,

      18 Jahre: mittlere Reife? - Unterhalt
      18 Jahre
      19 Jahre
      20 Jahre
      21 JahreWirtschaftsgymnasium? - Unterhalt
      22 Jahre: Wirtschaftsgymnasium - Unterhalt
      23 Jahre: Wirtschaftsgymnasium - Unterhalt
      23 Jahre: Studienplatzzusage, nicht angetreten - kein Unterhalt
      24 Jahre: kein Ausbildungsplatz, Studienplatzzusage, wird angenommen - Unterhalt

      Das Orientierungsstudium zählt als Studienbeginn, er würde auch Bafög bekommen, wenn er berechtigt wäre. Wenn er nach dem Orientierungssemester nicht weiter macht hat er wieder keinen Unterhaltsanspruch, es sei denn, er beginnt eine Ausbildung. Aber dann würde die Ausbildungsvergütung seinen Unterhaltsanspruch minimieren.

      Nach dem 1. Semester könnte er - je nach dem was er zwischen 18 und 22 gemacht hat - trotzdem noch unterhaltsberechtigt sein.
      Das Bafög lässt einen Wechsel bis zum 3. Fachsemester zu, ohne dass das Bafög gestrichen wird.
      Und Eltern sind ihren Kindern eigentlich bis zum ersten Berufs-/Studienabschluss zum Unterhalt verpflichtet.

      Wenn allerdings das volljährige Kind lange gebummelt und/oder lange nichts gemacht hat, dann kann es auch sein, dass irgendwann der Unterhalt verwirkt ist, weil die Eltern dann ohne Unterhaltpflichten geplant haben, da Kind nicht aus dem Quark kam.

      Und 1 oder 2 Umorientierungen gestehen die meisten Gerichte den Kids zu. Deswegen wäre eben die Frage, was er nach der mittleren Reife geamcht hat, er kann ja nicht 5 Jahre das Wirtschaftsgymnasium besucht haben, oder doch?

      Wenn er zu dem Zeitpunkt lange nichts gemacht hat, dann sich für das Wirtschaftsgymnasium entschieden hat, könnte man von der ersten Umorientierung sprechen. Dann hat er den Studienplatz nicht angenommen, zweite Umorientierung. Nun macht er ein Studium, letzte Umorientierung. Wenn er das also nicht durchzieht würde ich - je nach OLG-Urteilen zu dem Schluss kommen, dass eine weitere Unterhaltspfllicht zumindest sehr fraglich sein könnte.

      Sophie
      Niemals aufgeben, es gibt immer einen Weg, auch wenn er nicht zu dem Ziel führt, öffnet er meist neue Möglichkeiten!
    • Hallo AnnaSophie,

      danke für die Rückmeldung.

      Also er hat ein Berufsgrundschuljahr gemacht für die Mittlere Reife und ist dann auf das Wirtschaftsgymnasium, hatte sich dort aber einmal zurückstellen lassen, war zu dem Zeitpunkt der Trennung. Also kommen da mal 5 Jahre zusammen.

      Somit bedeutet dies für mich eigentlich. Ich muss Unterhalt zahlen. Auch wenn er nach dem 1 oder 2 Semester abbricht und eine Ausbildung beginnt (dann jedoch unter Anrechnung der Ausbildungsvergütung).
    • Hallo Planlos,

      es könnte sein, dass das Gericht auch den Umstand der Trennung, die ja nach Deinen Schilderungen in alten Beiträgen, besonders den Jüngeren sehr getroffen zu haben scheint, in Deinem Fall noch mal ganz besonders würdigt.
      Es gibt Spätzünder, und kurzfristiges Scheitern (auch mehrmaliges) wird berücksichtigt. Ich verstehe, dass man als Elternteil irgendwann die Geduld zu verlieren droht. Wenn Du aber die Jahre zusammenrechnest, die Du nach der Vollendung des 18.Lebensjahres für den Jüngsten Unterhalt gezahlt hast, wird sich die tatsächliche Zahlungsdauer vielleicht etwas relativieren.
      Wir haben einen jungen Bekannten, der jetzt - nachdem der Karren schon ordentlich im Dreck steckt - versucht, sein Leben auf die Reihe zu kriegen. Oftmals können die Jugendlichen von den Eltern Hilfe nicht annehmen (oder trauen sich nicht, den Eltern das Scheitern zu gestehen). Wir versuchen dem jungen Mann - obwohl nicht verwandt - nun zu unterstützen (nicht finanziell, sondern vor allem durch Zuspruch, Hilfe bei Behördendingen etc.).
      Hast Du/habt Ihr vielleicht ältere männliche Bekannte/Freunde im Umfeld, mit denen Du Deinem Jüngsten Hilfe angedeihen lassen kannst?
      Ich kann mich an meine Jugend noch gut erinnern: väterliche Vorbilder hatte und brauchte ich (sogar noch bis vor kurzem) - Mentoren, Chefs, Schwiegervater...

      Hangle Dich vor und versuche weiterhin für den Jüngsten da zu sein; indem Du ganz klar sagst, unter welchen Bedingungen Du bereit bist, den Unterhalt zu zahlen und was Du dafür erwartest.

      Ich drücke Dir die Daumen dass der junge Mann seinen Weg schnell und gut findet.

      Gruß Tanja
      Neues Jahr, neues Glück....neuer Richter, neues Geschick??? 8o

      Nichts schwerer, als den gelten lassen, der uns nicht gelten läßt.
      Marie von Ebner-Eschenbach

      :!: Wenn zwei das Gleiche tun, so ist das nicht dasselbe. Terenz