Unterhaltsberechung ab 18

    • Unterhaltsberechung ab 18

      Hallo Zusammen,

      mein Sohn ist 18 geworden, der Unterhalt wurde durch das JA berechnet. Der Unterhalt vom Vater an die beide anderen minderjährigen Kinder wurde in Abzug gebracht bei der Berechnung des Nettoeinkommens. Darf ich bei der Berechnung meines zu Verfügung stehenden Unterhalts dann auch Darlehensverpflichtungen in Abzug bringen? Sind ja Ausgaben die ich habe, die mein Nettoeinkommen verringern.
      Das Kindergeld muss ich dann auch an das Kind auszahlen? Steht das tatsächlich dem Kind zu?
      Ist der Ex-Partner nicht mit der Berechnung des JA einverstanden, was passiert dann?
      Vielen Dank vorab, Grüße Susi
    • Hallo Susi,

      Was macht der Sohn ? Schule/Ausbildung?

      Besteht eine noch gültige Jugendamtsurkunde/ Titel über den 18.Geburtstag hinaus?

      Wann wurden die Darlehensverpflichtungen eingegangen?

      edy
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    • Hallo Susi2017,

      der Unterhalt für die minderj. wirkt sich nicht bereinigend aufs Einkommen aus.
      Er wird erst beim berechnen der Qoute berücksichtigt.

      Bei den Darlehensausgaben könnte es sein das sie zu berücksichtigen sind, wäre der Fall wenn sie noch aus der gemeinsamen Zeit mit dem Ex stammen und nicht für Luxusgüter gedacht waren. Also eher eine Einzelfallentscheidung und grundsätzl. eher nicht.

      Ja, Kindergeld wirkt sich in vollem Umfang Unterhaltbereingend aus und wäre auszukehren.

      Wichtig, zusätzlich zu den Fragen von edy, wäre noch zu wissen wo der Sohn wohnt, bei einem Elternteil oder ob er eine eigene Wohnung hat.

      Gruss
      sturkopp
    • Guten Abend,

      vielen Dank für euer Feedback.
      Das Darlehen ist für Eigentum und besteht seit 2015, nicht aus gemeinsamen Zeiten. Der Sohn wurde im September 18, befindet sich in Schulausbildung und wohnt nicht mehr zu Hause sondern in einer WG . Eine Jugendamtsurkunde besteht nicht.
      Ich finde nur, das Darlehen muss aber doch raus gerechnet werden, denn das Einkommen fehlt ja. Das Kindergeld zahle ich meinem Sohn neben dem Unterhalt aus, das ist so korrekt nehme ich an.
      Würde ich weniger an ihn zahlen , was könnte passieren? Dann müsste er es einklagen, richtig?

      Grüße Susi
    • Hallo Susi,

      Ich glaube nicht dass das Darlehen angerechnet wird.Der Betrag fehlt zwar, aber wenn man das Geld z.B. für ein Luxusauto

      ausgibt, dann ist dass nicht Sache des Ex-Partners.


      Sohn hat nun einen pauschalen Bedarf von 735€ (2017). Davon wird das volle Kindergeld angerechnet.

      Der Selbstbehalt ( da eigene Wohnung) steigt auf 1300€.

      In der Rangfolge steht er an vierter Stelle.

      Es muss erst mal geprüft werden ob er überhaupt noch Unterhalt bekommen kann.

      edy
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    • Hallo Susi2017,

      ich nehme jetzt mal an das du Wohneigentum meinst.
      In dem Fall müsstest du dir dafür die Miete als Einkommen anrechnen lassen. Im Gegenzug würde sich dieses Einkommen um den Betrag der Zinsen vermindern. Die Tilgung könntest du als zusätzl. Altersvorsorge geltend machen, aber nur bis zu 4% deines Jahresbrutto für alle zusätzlichen Altersvorsorgen.

      Da dein Sohn auswärts wohnt ist sein Unterhalt mit 735,-€ zu beziffern. Von diesen 735,-€ sind ab 2018 194 ,-€ Kindergeld ( die müssen ausgekehrt werden) abzuziehen. Damit verbleiben 541,-€ die von den Eltern, bei Leistungsfähigkeit, aufzubringen sind.


      Susi2017 schrieb:



      Ich finde nur, das Darlehen muss aber doch raus gerechnet werden, denn das Einkommen fehlt ja.
      Zur Info: Wenn ich Miete zahle oder meinenKühlschrank fülle fehlt mir dieses Einkommen auch, wird bei der Leistungsfähigkeit aber durch Selbstbehalt berücksichtigt. Bei Darlehen für Wohneigentum sieht es wie oben beschrieben aus.

      Gruss
      sturkopp
    • Hallo,

      grundsätzlich ist es so, dass Sohnemann im 4. Rang steht, da er nicht mehr zu Hause wohnt. Würde er noch zu Hause wohnen, wäre der minderjährigen Kindern bis zum Ende der Schulausbildung gleichgestellt.
      Er hat also einen Anspruch von 735 €. Davon wird das komplette Kindergeld abgezogen.

      Bei beiden Elternteilen wird das Einkommen bereinigt um berufsbedingte Aufwendungen und zus. Altersvorsorge.
      Dann kann, sofern du das Immobiliendarlehen in Ansatz bringen möchtest bei selbstgenutzten Immobilien noch der geldwerte Vorteil gegengerechnet.

      Dann ist die Frage, ob die minderjährigen Kinder, also deren Unterhaltsanspruch beim Vater, vorab abgezogen wird.

      Dann werden die Einkommen beider Elternteile addiert und der REstanspruch 735-Kindergeld entsprechend gequotelt.
      Allerdings muss geschaut werden, das der Selbstbehalt von 1.300 € gewahrt bleibt.

      Und wichtig ist, jedes Elternteil muss nicht mehr zahlen als es allein zahlen müsste. Also nochmal mit dem alleinigen Einkommen in die Düsseldorfer Tabelle schauen und wenn der Betrag niedriger ist, dann ist nur dieser zu zahlen.

      Das Jugendamt muss beiden Elternteilen die Unterlagen des jeweils anderen zukommen lassen mit der genauen Berechnung. Damit man kontrollieren kann, ob das auch richtig gerechnet wurde.
      Wobei das auch Sohnemann machen kann/muss je nach Jugendamt.

      Wenn ein Elternteil den korrekt berechneten Anteil nicht zahlen will, dann muss Sohnemann vor Gericht gehen. Aber es sind beim Vater vorranige Unterhaltspflichten zu berücksichtigen und bei euch beiden jeweils der Selbstbehalt.

      Wenn also keine 735 € inkl. Kindergeld zur Verfügung stehen, dann muss Sohnemann BAB, Schüler-Bafög, Hartz 4 oder Wohngeld beantragen.

      Sophie
      Niemals aufgeben, es gibt immer einen Weg, auch wenn er nicht zu dem Ziel führt, öffnet er meist neue Möglichkeiten!
    • AnnaSophia schrieb:

      Das Jugendamt muss beiden Elternteilen die Unterlagen des jeweils anderen zukommen lassen mit der genauen Berechnung.
      Hallo,

      wo steht diese Verpfichtung als Grundsatz dem anderen Elternteil die Unterlagen zu zusenden? lt. § 1605 BGB besteht Auskunftspflicht über Einkünfte und Vermögen nur zwischen Verwandten in gerader Linie.

      BAFÖG ist vor dem Unterhalt zu beantragen.
      Gruß
      boxxter
    • Hallo AnnaSophie und Susi2017
      Als aller erstes ist der Sohn verpflichtet vor der Inanspruchnahme von Unterhalt Bafög zu beantragen und erst wenn dann noch ein Unterhaltsanspruch besteht kann er diesen Fordern. Die Rechnung sieht dann so aus: 735€ - 192 € Kindergeld - Bafög. Beim Vater wird vor Berechnung seines Anteils am Unterhalt die Unterhaltszahlungen für die beiden minderjährigen Kinder vom bereinigten Nettolohn abgezogen, dann sein Selbstbehalt von 1300 € und wenn dann was übrig bleibt kommt der volljährige Sohn an die Reihe. Ist noch eine neue Ehefrau da und hat diese kein eigenes Einkommen geht Sie dem Sohn auch noch vor.

      LG Hugoleser
    • Moin,

      boxxter schrieb:


      AnnaSophia schrieb:

      Das Jugendamt muss beiden Elternteilen die Unterlagen des jeweils anderen zukommen lassen mit der genauen Berechnung.
      Hallo,
      wo steht diese Verpfichtung als Grundsatz dem anderen Elternteil die Unterlagen zu zusenden? lt. § 1605 BGB besteht Auskunftspflicht über Einkünfte und Vermögen nur zwischen Verwandten in gerader Linie.

      BAFÖG ist vor dem Unterhalt zu beantragen.
      @ boxxter,

      es gibt doch eine gerade Linie,
      Auskunftspflicht Vater <-> Sohn <->Mutter . Hier kommt halt das JA als helfende Institution für den Sohn ins Spiel.

      Gruss
      sturkopp
    • Hallo sturkopp,

      sturkopp schrieb:

      Hier kommt halt das JA als helfende Institution für den Sohn ins Spiel.

      bei dem Unterhaltsberechtigen handelt es sich um einen Volljährigen. Das JA hat für den Volljährigen keine
      Beistandschaft mehr.

      Ich möchte gerne wissen, welche Rechtsgrundlage/Rechtsvorschriften dem JA deiner Meinung nach veranlassen kann, die Unterlagen
      des einen ET an den anderen ET des Unterhaltsberechtigten weiter leiten zu können?
      Gruß
      boxxter

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von boxxter ()

    • Hallo boxxter,

      die Volljährigen können sich helfen und beraten lassen von wem sie möchten. Das kann bis zum 21. Lebensjahr das Jugendamt sein oder der Weihnachtsmann, der Nikolaus oder Allah. Es bedarf dazu keiner Rechtsgrundlage oder Rechtsvorschrift, es entfaltet auch keine Rechtswirksamkeit sondern ist ein Hilfsdienst.
      Wenn du es nicht möchtest dann lass doch die Auskunft oder untersage die Weiterleitung. Die Folge wird sein das ein Anwalt die Angelegenheit übernimmt und gerne klagen wird.

      Gruss
      sturkopp
    • Guten Morgen sturkopp,

      wenn ich den " § 1605 BGB Auskunftspflicht über Einkünfte und Vermögen nur zwischen Verwandten in gerader Linie "
      lese, geht die Auskunftserteilung eben nur auf gerader Linie zwischen den Verwandten.

      Wenn ich die Unterlagen des anderen ET möchte, muss mir eben der Unterhaltsberechtigte (in diesem Fall das Kind) mir
      diese zusenden bzw. zur Verfügung stellen.
      Gruß
      boxxter
    • Hallo,

      boxxter schrieb:

      wenn ich den " § 1605 BGB Auskunftspflicht über Einkünfte und Vermögen nur zwischen Verwandten in gerader Linie "
      lese, geht die Auskunftserteilung eben nur auf gerader Linie zwischen den Verwandten.

      Wenn ich die Unterlagen des anderen ET möchte, muss mir eben der Unterhaltsberechtigte (in diesem Fall das Kind) mir
      diese zusenden bzw. zur Verfügung stellen.
      Def. Verwandt in gerader linie:
      Das hat aber keinen Einfluss darauf wie oder wer die Auskunft verteilt. Das kann das Kind, das JA, ein Anwalt , ein Gericht oder sonstige damit beauftragte Person sein.

      Gruss
      sturkopp
    • Hallo boxxter,
      jeder Elternteil muss in der Lage sein nachvollziehen zu können, warum sein zu zahlender Unterhalt in dieser Höhe ist und nicht anders. Damit muss jeder Elternteil die Unterlagen des anderen erhalten. Ob vom Jugendamt (als beratende Institution) oder vom volljährigen Kind, ist ja erstmal egal.
      Denn nur so kann die Berechnung nachvollzogen werden und sichergestellt werden, dass ein Elternteil nicht Einkommen verschweigt oder ähnliches.

      Wenn jemand dem anderen keinen Einblick gewähren will bleibt nur die Möglichkeit freiwillig so viel zu zahlen ans Kind, dass das mit dem Geld auskommt.

      Bei uns war das damals so, dass ich den Kids zur Volljährigkeit meine Unterlagen gegeben habe und erklärt, welchen Betrag ich zahle (berechnet mit meinen aktuellen Unterlagen und den von vor 2 Jahren des Vaters). Gleichzeitig habe ich erklärt, dass wenn sie damit nicht einverstanden sind, dass ich dann die Unterlagen des Vaters benötige, damit korrekt berechnet werden kann. Der KV hat meine Unterlagen seinem Anwalt gegeben (so die Kids später) und es kam nie etwas, dass ich hätte mehr zahlen sollen. Also schien meine Rechnung ungefähr zu stimmen. Den restlichen Betrag und freiwillig etwas mehr zahlt der Vater direkt an die Kids.

      Hallo Hugoleser, ich hatte SchülerBafög nur aufgeschrieben, weil das volljährige Kind ja evtl. weitere Hilfen beantragen muss.
      Für Schüler-Bafög ist mir keine Grundlage bekannt, dass diese vor Unterhalt zu beantragen ist, das gilt meines Wissens nur für Bafög für Studierende.

      Sophie
      Niemals aufgeben, es gibt immer einen Weg, auch wenn er nicht zu dem Ziel führt, öffnet er meist neue Möglichkeiten!
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