Ist die Familie noch zu retten?

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Ist die Familie noch zu retten?

      ist die Familie noch zu retten? hier klicken


      Mit Sabine Rupp Tel.: 09174 / 999770 von 8:00 bis 11:00 und ab 20:00 Uhr.
      eMail : Kinderrechte@isuv.de

      [img]http://up.picr.de/28248761oo.jpg[/img]


      Ich bin froh und erleichtert über den Wechsel im Familienministerium, denn schlechter als es war, konnte es nicht mehr werden. Frau Schwesig – ich will hier keine Kritik an ihr als Person üben – befand sich auf Abwegen, hatte sich längst verlaufen im Dschungel aus Anforderungen von oben, falschem Zuflüstern vom VAMV und ihrer eigenen Unerfahrenheit mit einem Ministerium, das keinerlei gesetzgeberische Macht hat, aber gleichzeitig der Mülleiner aller Unzufriedenen zu sein hat.
      Ihr letzter Akt war der Gedanke, eine Studie in Auftrag zu geben, ob die „Pflicht auf Umgang“ für von einem oder beiden Elternteilen getrennt lebenden Kindern für Kinder schädlich oder förderlich ist.
      Das Ergebnis dieser Studie war längst schon absehbar. Es hätte womöglich zu einer Änderung des Grundgesetzes Artikel 6 Absatz 2 und des Sozialgesetzbuches SGB II § 1684 geführt, wonach gilt: Das Kind hat das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil; jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt.
      Es ist richtig, dass es Einzelfälle gibt, wo einem Kind der Umgang mit seinen leiblichen Eltern mehr schadet als gut tut. Und es gibt genügend rechtliche Möglichkeiten, in solch einem Fall den Umgang entsprechend zu begrenzen: durch dauerhafte Begleitung, durch Schulung, miteinander gut umzugehen und im wirklich extremsten Fall auch durch Aussetzung des Umgangs.
      Es ist nicht notwendig, hier an bestehenden Gesetzten zu drehen, zu schrauben und gar das Grundgesetz ändern zu wollen. Ja, da gibt es den Fall, wo der türkischstämmige Vater, der Umgang mit dem bei der Mutter lebenden Sohn hatte und diesem beim Umgang zwang mit zuzusehen, wie er die Mutter mit einem Galgenstrick an die Anhängerkupplung des Autos hängte und totschleifen wollte. Ja, es gibt diesen und es gibt andere fruchtbare Fälle.
      Aber deswegen ein Gesetz ändern?
      Nein!
      Doch wie kam es überhaupt dazu? In den letzten Jahren hat sich die Rechtsprechung im Familienrecht grundlegend geändert. Väter werden mehr und mehr, als Elternteile angenommen, die sich tatkräftig um die Erziehung der Kinder kümmern möchten. Mütter werden akzeptiert in ihrem Wunsch, nicht nur Kinder erziehen zu müssen, sondern sich auch beruflich verwirklichen zu wollen und deshalb des Vaters erzieherisches Wirken mehr einzufordern. Kinder werden deutlicher wahrgenommen in ihrem Wunsch, bei beiden Eltern leben zu wollen. Soweit so gut. Wenn man nun aber annimmt, diese Änderungen im Denken und in der Rechtssprechung hätten dafür gesorgt, dass wir nun weitaus weniger Fälle vor dem Familiengericht haben, der täuscht sich. Scheidungen nehmen zu, es gibt mehr und mehr hochstrittige Fälle und es gibt immer mehr Eltern, die sich vor der Verantwortung für die gemeinsamen Kinder nach dem „Aus“ der Partnerschaft drücken wollen. Und es gibt Elternverbände und Mütter- und Väterorganisationen, die das sogar unterstützen, die mehr Hilfen für „Alleinerziehende“ einfordern, neuerdings unabhängig vom Geschlecht.
      Die Gerichte haben mehr Arbeit denn je. Gibt es da kein Mittel dagegen?
      Doch, das gibt es. Wir brauchen ein Rückbesinnung auf den Wert , die Wichtigkeit und die Unauflösbarkeit der Familie. Vom Partner kann man sich trennen, von den Kindern darf man sich deshalb nicht trennen.
      Wenn ich nun aber hergehe und den Partner – meist die Mutter – die im ersten Affekt sich und die Kinder „in Sicherheit“ bringt und einfach erst mal mitnimmt, sofort gerichtlich bekämpfe, schaffe ich damit nur Fronten, statt sie aufzulösen. Hier bedarf es staatlicher, gesellschaftlicher, kirchlicher Hilfe.
      Wenn zwei Eltern sich trennen und sich diesen Schritt nicht etwa wohl überlegen und sanft angehen, dann gibt es nun mal diese Situation, dass einer geht, einer flieht oder einer den anderen hinauswirft. Die Kinder werden dann mitgenommen, verlassen oder entzogen.
      Und hier sind wir gefragt. Hier kann der ISUV vormachen, wie es gehen soll. Vermittlungsgespräche anbieten, zu Ämtergängen begleiten, mit zur Schule gehen und dort den
      runden Tisch, den Hilfeplan einfordern. Hier sehe ich die zukünftige Aufgabe des Elternverbandes, der die Interessen der Gesamtfamilie vertritt. Wir sind kein Väterverband, wir sind kein Mütterverband. Wir sind ein Familienverband.

      Ich persönlich habe das große Anliegen, eine Familie immer aus Sicher der schwächsten Familienmitglieder zu sehen und das sind die Kinder. Auf ihrem Rücken werden die eitlen und verletzenden Streitigkeiten der Eltern ausgetragen. Auf dem Rücken, derer, die auf genau diese streitenden Eltern angewiesen sind. Wir bringen sie in den so oft zitierten Loyalitätskonflikt. Und hier gilt es, der nun neu ins Amt kommenden Familienministerin Konzepte zu liefern, wie diese kritische Phase in Zukunft familiengerechter überstanden werden kann. Damit es eben nicht zur Hochstrittigkeit kommt.
      Und auch um bereits hochstrittige Fälle in Nachhinein lösen zu können. Die Ämter und Gerichte sind froh über jede hilfreiche Hand, die hier zur Verfügung steht.
      Ich habe noch nie erlebt, dass ein Amt oder das Gericht meine Vorschläge verworfen hat. In meinem eigenen Fall habe ich gelernt von der Hochstrittigkeit zur Höchstkooperation zu gelangen, mit Erfolg!
      Ich rufe alle ISUV-Mitglieder auf, hier Ideen einzubringen und konkret in Ihrer Stadt daran mitzuwirken, die Familie zu retten. Machen Sie bitte Vorschläge, was es an Hilfen geben sollte, wenn sich in einer Familie eine Trennung der beiden Elternteile anbahnt oder diese bereits vollzogen worden ist.
    • Hallo Frau Rupp,

      Ich bin da ganz bei ihnen. Eine so wichtige Angelegenheit wie das Recht des Kindes auf Umgang mit beiden Elternteilen unter dem Eindruck einiger
      Extremfälle zu kippen hieße mal wieder das Kind mit dem Bade auszuschütten.

      Einer meiner Vorschläge wäre der, das ein Bewußtsein für die Rechtslage nach einer Trennung außerhalb von "Betroffenheit" zu schaffen.
      Ein Traum von mir, daß bereits junge Leute in Schulen darüber diskutieren, wie sie sich das vorstellen.

      Was meiner meinung nach viel zu oft vergessen wird, ist :
      Sollen sich auch noch unsere Kinder mit der derzeitigen Gesetzgebung herumschlagen ?
      Haben sie nicht eine eigene Vorstellung davon, wie das aussehen soll ?
      Und als Großeltern ihrer Kinder streiten wir dann nocheinmal um Umgang mit unseren Enkeln ?

      Prävention fänd ich gut.

      Als Referent für so eine Sache würde ich noch tätig werden. Ehrenamtlich.

      The post was edited 2 times, last by nochSoEinRabenvater ().