Kindesunterhalt bei Kindern von 2 Müttern

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Am 07.06.2017 findet von 19 – 21 Uhr ein weiterer ISUV Fachchat mit RAin Giesela Puschmann aus Frankfurt/Main statt. Der Fachchat ist den ISUV Mitgliedern vorbehalten. Nutzen Sie diese Möglichkeit um sich schnell und unkompliziert, kompetent zu informieren. Anmeldung unter Fachchat@isuv.de
    • Kindesunterhalt bei Kindern von 2 Müttern

      Hallo zusammen,

      ich wüsste gerne, in welcher Höhe der Kindesunterhalt für ein 4-jähriges Kind, dass im Haushalt des Kindsvaters zusammen mit der Kindsmutter lebt, Berücksichtigung findet bei der Berechnung der Höhe des Kindesunterhaltes für ein 5-jähirges Kind, das nicht im Haushalt des Kindsvaters wohnt und eine andere Mutter hat.

      Danke sehr.

      Gruß Giraffe
    • Hallo,

      beide Kinder stehen im 1. Rang und sind in der gleichen Altersstufe.
      Damit müssen beide den gleichen Satz erhalten.
      Eine Auf- bzw. Abstufung in der Düsseldorfer Tabelle findet nicht statt, da diese von 2 Unterhaltsberechtigten ausgeht.

      Mit dem Nettoeinkommen fällt der KV in die 3. Stufe der Düsseldorfer Tabelle (1.901-2.300)

      2200 - 281 (Kind 5 J.) - 281 (Kind 4 J.) = 1.638 € (Bedarfskontrollbetrag liegt bei 1.280).

      Aber: besteht ein Titel für ein Kind, der höher ausfällt? Dann müsste auf Änderung entweder geklagt werden oder versucht werden diesen Titel außergerichtlich zu erhalten.

      Wann wird das 5jährige 6? Ab diesem Zeitpunkt hat es Anspruch auf 337 €.

      Sophie
      Niemals aufgeben, es gibt immer einen Weg, auch wenn er nicht zu dem Ziel führt, öffnet er meist neue Möglichkeiten!
    • Hallo Sophie,

      ist die Mutter dem 4-jähirgen Kind nicht im gleichen Maße unterhaltspflichtig wie der Vater, wenn sie zusammen wohnen? Dennoch kann sich der Vater für beide Kinder 281 Euro jeweils anrechnen lassen?

      Es gibt keine Titel und das andere Kind ist gerade erst 5 geworden.

      Gruß Giraffe
    • Hallo,

      hat der Vater Elternzeit genommen und betreut weiterhin das gemeinsame Kind?

      Warum sollte die KM von dem jüngeren Kind schlechter gestellt werden als die KM vom älteren Kind nur weil sie mit dem KV zusammenlebt?

      Er hat zwei leibliche Kinder und diesen zu Unterhalt verpflichtet.

      Sophie
      Niemals aufgeben, es gibt immer einen Weg, auch wenn er nicht zu dem Ziel führt, öffnet er meist neue Möglichkeiten!
    • Achso, ich muss hinzufügen, dass die Eltern mit dem Kind in einem Eigenheim wohnen. Hat das 4-jährige Kind dann einen Wohnvorteil oder hat das mit dem Kindesunterhalt nichts zu tun? Ich frage, weil der Kindesunterhalt ja Kosten für den Wohnraum des Kindes beinhaltet.

      Danke und Gruß
      Giraffe
    • Hallo,

      dann kommt zum Einkommen des Vaters noch der geldwerte Vorteil des Eigenheims hinzu (abzgl. Aufwendungen dafür - alles für seinen Teil).
      Damit könnte eine höhere Stufe der Düsseldorfer Tabelle herauskommen.

      Nein, für das Kind ist das erst mal egal, ob es im Eigenheim oder in einer MIetwohnung wohnt.

      Sophie
      Niemals aufgeben, es gibt immer einen Weg, auch wenn er nicht zu dem Ziel führt, öffnet er meist neue Möglichkeiten!
    • AnnaSophie schrieb:

      Eine Auf- bzw. Abstufung in der Düsseldorfer Tabelle findet nicht statt, da diese von 2 Unterhaltsberechtigten ausgeht.
      Hallo Giraffe, hallo AnnaSophie,

      das stimmt nicht unbedingt. Eventuell hat auch noch eine der beiden Mütter einen U-Anspruch? Ist er z.B. mit der Mutter, mit der er zusammenlebt, verheiratet, und verdient diese weniger als er, hat auch sie im Rahmen des Familienunterhalts einen grundsätzlichen Anspruch; auch wenn dieser nachrangig ist und ggfs. gar kein Geld "fließt", ist die Frau dann trotzdem "Zählperson", was i.d.R. zur Herabstufung führt.


      Giraffe schrieb:

      Hallo Sophie,

      ist die Mutter dem 4-jähirgen Kind nicht im gleichen Maße unterhaltspflichtig wie der Vater, wenn sie zusammen wohnen? Dennoch kann sich der Vater für beide Kinder 281 Euro jeweils anrechnen lassen?

      Es gibt keine Titel und das andere Kind ist gerade erst 5 geworden.

      Gruß Giraffe
      Warum sollte Mutter 2 zahlen und erziehen und Mutter 1 "nur" erziehen?
      Da beide Kinder gleichrangig sind, haben sie den gleichen Anspruch. Zu einer Verminderung des relevanten Nettoeinkommens führt das aber nicht, falls ich die Formulierung "anrechnen" richtig interpretiere, sondern vom bereinigten Netto werden beide Beträge abgezogen, und falls der Vater nicht unter den SB fällt, komnt es auch nicht zu einer Kürzung im Rahmen einer Mangelfallrechnung.


      Giraffe schrieb:

      Achso, ich muss hinzufügen, dass die Eltern mit dem Kind in einem Eigenheim wohnen. Hat das 4-jährige Kind dann einen Wohnvorteil oder hat das mit dem Kindesunterhalt nichts zu tun? Ich frage, weil der Kindesunterhalt ja Kosten für den Wohnraum des Kindes beinhaltet.

      Danke und Gruß
      Giraffe
      Einen Wohnwertvorteil für das Kind gibt es nicht. Sollte das Eigenheim beiden Elternteilen gehören, kann aber nur ein halber Wohnwertvorteil bei der Ermittlung des relevanten Nettos berechnet werden, falls es überhaupt einen gibt nach Abzug der Zinsen, Instandhaltungskosten etc.


      Gruß, HT
    • Danke Hochtief,

      keine der Mütter ist noch unterhaltsberechtigt. Keine Ehe, keine Scheidung, keine Elternzeit. Aber beide Mütter verdienen ca. 1500 Netto, also weniger als der Vater. Hat die Mutter, die mit dem Vater zusammen ist dann Anspruch auf den Familienausgleich?

      Genau diese Frage hat sich mir gestellt: Wer erzieht und zahlt in welchem Umfang.

      Mit "anrechnen" meine ich, dass bei der Mutter und dem Kind, die mit im Haus wohnen, nicht wirklich finanzieller Unterhalt in dem Sinne gezahlt wird, der Vater sich den Unterhalt aber trotzdem "abziehen" kann, wenn es um die Unterhaltsberechnung für das andere Kind geht.

      Das Haus gehört nur dem Vater. Ich formuliere es mal anders: Ich habe gelesen, dass sich der Selbstbehalt des Unterhaltsschuldners erhöht, wenn er mit seinen Kindern in einem Eigenheim wohnt, weil im Kindesunterhalt bereits anteilige Wohnkosten enthalten sind.

      Im beschriebenen Fall spielt das aber wahrscheinlich keine Rolle, da es sich nicht um einen Mangelfall handelt.

      Gruß Giraffe
    • Hallo,

      evtl. hätte die zweite KM einen Anspruch auf Unterhalt vom KV, aber nur wenn sie verheiratet sind und die KM durch das Kind weniger arbeitet als vor dem Kind.

      Aber; hier wäre dann die Frage ob die KM des ersten Kinden dann den Wohnwertvorteil des KV durch das Wohnen im eigenen Haus berechnet haben möchte. Je nach Abzahlungsstand könnte sich dann sein Einkommen und die Einstufung in die Düsseldorfer Tabelle erhöhen.

      Sophie
      Niemals aufgeben, es gibt immer einen Weg, auch wenn er nicht zu dem Ziel führt, öffnet er meist neue Möglichkeiten!
    • Hallo Sopie,

      der Vater möchte die Kreditbelastung angerechnet bekommen, um so den Mindestunterhalt heraus zu haben.
      Die Mutter von Kind 1 möchte in dem Fall dann, dass der Wohnvorteil ermittelt wird.
      Deshalb stellt sich mir die Frage, wird der Wohnvorteil dann bei beiden Kindern berücksichtigt?
      Wenn sich der Selbstbehalt gegenüber Kind 2 erhöht, dann reduziert sich ja die Verteilungsmasse und damit auch der Unterhalt für Kind 1.

      Gruß Giraffe
    • Hallo Giraffe,
      warum sollte sich der Sebstbehalt erhöhen wenn er im Eigenheim lebt?
      Verstehe ich nicht.

      Vater hat Haus - Wohnvorteil 800 €
      Vater zahlt einen Kredit - hier darf er nur die Zinsen ansetzen NICHT die Tilgung, Betriebskosten nur wenn es keine tpyischen Kosten sind die auch auf Mieter umgelegt werden.
      Nehmen wir an 300 € Zinsen, besteht immer noch ein Wohnvorteil von 500 € der zum Nettoeinkommen hinzukommt.
      Wenn er jetzt also 2200 € Nettoeinkommen hat + 500 €, dann wird von 2700 € Einkommen ausgegangen - bei BEIDEN Kindern.
      Es gibt keinen Unterschied zwischen den beiden (außer gelegentlich beim Altersstufenwechsel)

      Selbst wenn er eine höhere Zinsbelastung als den Wohnvorteil hat, könnte er dies (vermutlich) auch nicht abziehen um damit unter den Mindestunterhalt zu rutschen.
      Bei den derzeitigen Zinsen ist dies schlicht unmöglich wenn er nicht gerade eine 5-Millionen-Euro-Villa voll finanziert.

      Kleine Hexe
    • Hallo,

      die Kreditraten könnte er bei seiner zus. Altersvorsorge geltend machen, aber nur, wenn er nicht über den 4 % liegt.

      Er hat einen Selbstbehalt von 1.080 € (Bedarfskontrollbetrag liegt höher). Aber so oder so wird er anscheinend keinen von beiden erreichen. Und damit erfolgt auch keine Abstufung in der Düsseldorfer Tabelle.

      Er könnte durch das Haus eher noch eine Stufe höher (2.301 - ) kommen und damit etwas mehr für beide Kinder als Zahlbetrag haben.



      Sophie
      Niemals aufgeben, es gibt immer einen Weg, auch wenn er nicht zu dem Ziel führt, öffnet er meist neue Möglichkeiten!
    • Hallo kleine Hexe,

      es gibt davon Gerichtsurteile z.B. OLG München v. 23.10.1997 - 12 UF 1218/97

      Der Kredit beträgt ca. 680 Euro. Tilgung sind davon ca. 25 Euro. Das Haus hat 110 m³. Pro m³ beträgt der Mietspiegel 8 Euro für Wohnungen (880 Euro). Allerdings werden hier vergleichbare Häuser für 1200 Euro kalt im Schnitt vermietet.

      Gruß Giraffe
    • Hallo,

      d. h. zu den 2.200 bereinigt kommen noch 880 - 655 = 225 € hinzu. Damit kommt er auf eine höhere Stufe der Düsseldorfer Tabelle (2.301 - 2700).
      Damit liegt der Zahlbetrag pro Kind bei je 298 (also 17 € mehr).

      Noch eine Stufe höher mit der Begründung, dass die Häuser für mehr vermietet werden könnte eng werden, weil er ja gerade die 2.745 € dann erreicht.

      Aber unter die 4. Stufe wird es dann auch nicht mehr gehen, selbst wenn er die 25 € Tilgung noch als zus. Altersvorsorge einbringt.

      Sophie
      Niemals aufgeben, es gibt immer einen Weg, auch wenn er nicht zu dem Ziel führt, öffnet er meist neue Möglichkeiten!
    • Giraffe schrieb:

      Ich habe gelesen, dass sich der Selbstbehalt des Unterhaltsschuldners erhöht, wenn er mit seinen Kindern in einem Eigenheim wohnt, weil im Kindesunterhalt bereits anteilige Wohnkosten enthalten sind.

      Giraffe schrieb:

      es gibt davon Gerichtsurteile z.B. OLG München v. 23.10.1997 - 12 UF 1218/97

      Moin Giraffe.

      OLG München, 23.10.1997 - 12 UF 1218/97 schrieb:

      Leben die Kinder ebenfalls mietfrei beim betreuenden Elternteil, so führt dies nicht zu einer Kürzung des Kindesunterhalts, sondern zu einer Erhöhung des Wohnvorteils des betreuenden Elternteils, denn im Barunterhalt der Kinder ist auch ein Zuschuß zu den Kosten der Unterkunft enthalten.
      Beim Zuschuß ist das OLG München damals von 20% ausgegangen. Wohnvorteil wurde um 20% des Tabellenbetrages (KU) erhöht. Von welchen Wohnkostenanteilen (in %) das OLG Brandenburg heute ausgeht, ist mir nicht bekannt.
    • Danke Clint,
      danke Sophie.

      Daraus schlussfolgere ich, dass der Zuschuss an Wohnvorteil keine Rolle für den Kindesunterhalt spielt.

      Spielt die Erhöhung dann eine Rolle bei der Quotelung der Kosten für den Mehrbedarf? Der Wohnvorteil müsste dann ja vermutlich der Mutter von Kind 2 angerechnet werden, aber ihr gehört das Haus ja nicht.

      Gruß Giraffe
    • Benutzer online 28

      28 Besucher