Kind, Freibeträge

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    • Kind, Freibeträge

      Geschätztes Forum,
      folgender Fall:
      Unbeschränkt Steuerpflichtiger
      Einkünfte aus nichtselbständiger
      Tätigkeit(zu versteuerndes Einkommen: ca. T€
      55; Durchschnittssteuersatz ca. 27%)
      Ledig
      1 Kind, 14 Jahre, in Schulausbildung,
      beim anderen Elternteil lebend
      Gesetzlicher Barunterhalt (unter Abzug
      des hälftigen Kindergeldes) wird geleistet
      Auf Jahreslohnsteuerbescheinigung ist
      unter „Zahl der Kinderfreibeträge“ vermerkt: 0,5
      Eine „Anlage Kind“ wurde bei den
      bisherigen Erklärungen nicht bei FA eingereicht
      Hat der Steuerpflichtige bisher einen
      Fehler gemacht, dass er keine „Anlage Kind“ abgegeben hat?
      Oder wurde der hälftige
      Kinder-Freibetrag und Betreuungs-, Erziehungs-,
      Ausbildungs-Freibetrag bereits beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt?
      Hat der Steuerpflichtige überhaupt
      einen Anspruch auf die o.g. Freibeträge?
      Für Ihre Antworten bedanke ich mich.
    • Hallo Jim,

      man erhält ja entweder mögliche Steuervorteile durch den Kinderfreibetrag oder das Kindergeld, niemals beides. Um zu prüfen, was dir finanziell mehr "bringt", führt das Finanzamt eine sog. Günstigerprüfung durch, und dies erfolgt meines Wissens nach automatisch. Natürlich hat man als Unterhaltspflichtiger, bei dem das Kind nicht lebt, Anspruch auf den halben Betrag bzw. das halbe Kindergeld (was ja über den Zahlbetrag der DDT berücksichtigt wird).

      Gruß, HT
    • Hallo,

      vielen herzlichen Dank für die Antwort.
      Man war bisher davon ausgegangen, dass das Kind keine steuerliche Wirkung entfaltet, weil Kindergeld günstiger ist. Daher wurde keine Anlage Kind abgegeben. Nach nochmaliger Prüfung stellt sich aber heraus, dass doch eine Wirkung vorliegt (z.B. durch Absenkung der zumutbaren Eigenbelastung bei den aussergewöhnlichen Belastungen).
      Frage ist, ob das Finanzamt das Kind durch den eingetragenen 0,5 Freibetrag auf der Jahreslohnsteuerbescheinigung hätte berücksichtigen oder zumindest nachfragen müssen.
      Hat das Finanzamt noch eine Möglichkeit, die Bescheide rückwirkend zu ändern, ohne gegen Recht zu verstossen?
    • Hallo JIM,

      ich meine, die Anlage Kind solltest du auf jeden Fall immer ausfüllen. Der 0,5-Freibetrag wirkt sich in der monatlichen Abrechnung doch kaum aus. Ich glaube, es ändert sich durch den Kinderfreibetrag nur der Soli und ggf. die Kirchensteuer. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das Finanzamt da 'automatisch' was macht, wenn gar keine Anlage Kind vorhanden ist. Ansonsten stimmt das schon - es wird Kindergeld dem Freibetrag für Kinder (3.624 Euro für jeden Elternteil) gegenüber gestellt.

      Außer dem Kinderfreibetrag gibt es aber noch den 'Ausbildungsfreibetrag' für minderjährige Kinder. Denn kann der betreuende Elternteil auf sich allein übertragen lassen, wenn das Kind nur bei ihm gemeldet ist (musst du prüfen, ob das bei euch der Fall ist). Der Übertragung kann man widersprechen, wenn das Kind in einem nicht unwesentlichen Umfang vom Elternteil, bei dem es nicht gemeldet ist, betreut wird oder aber Betreuungskosten übernommen werden.

      Ich denke, das solltes du ggf. mal mit dem Steuerberater besprechen. Manchmal reicht auch ein Anruf beim Finanzamt. Ich hab da jedenfalls sehr gute Erfahrungen gemacht - freundlich, kompetent und hilfsbereit.

      Viel Glück!

      Gruß
      Susanne