Kindesunterhalt

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    • Kindesunterhalt

      Hallo,

      ich bin Papa von 2 Kindern 5 & 14 und bin im Moment in den ersten 6 Monaten des Trennungsjahres. Bis zu Scheidung habe ich mich mit meiner Frau schriftlich über die Zahlungen, die ich leisten muss, den Umgang mit den Kindern und den anderen Sachen, geeinigt. Jetzt hat Sie mich angesprochen das wir uns mal zusammensetzen sollten um vorab zu klären wie es nach der Scheidung weitergehen soll. Da jeder von uns vor dem anderen seine Ruhe haben will und wir schon wegen den Kindern das ganze sachlich und ohne Rosenkrieg ablaufen lassen wollen bräuchte ich Eure Hilfe.

      Ich habe mich im www du einige Seite gewühlt und auch schon die eine oder andere Hilfe gefunden aber die beste Hilfe bekommt man immer von denjenigen die in der selben Situation stecken.

      Ich fang dann mal an die aktuellen Hintergründe darzulegen:

      Vollzeit am Arbeiten mit ca. € 2.300 im Monat (mal mehr mal weniger je nach Arbeit/Feiertagen)

      Nebenberuflich am Arbeiten ca. 449,99 (das kommt nicht jeden Monat vor da ich nicht immer die Zeit habe dann ist es weniger bzw. werde ich das nicht mehr machen wollen, da ich eine neue Partnerin habe und die Zeit mit Ihr verbingen will)

      Warmmiete € 370,71
      Versicherungen € 165,65
      Unterhalt € 635 (Stufe 2 352 + 473 - 190)
      Betreuungskosten € 69,52 (Tagesmutter da Frau Vollzeit arbeitet)
      Sonstiges € 132,46
      Kredite € 296,90

      Ich habe in den letzten 6 Monaten alles gekündigt was ich nicht mehr wollte bzw. was für mich keinen Sinn macht bzw. ich das Geld dafür nicht ausgeben will. Alles andere habe ich angepasst um meine Ausgaben so gering zu halten wie möglich. Einige Sachen die ich aus der Ehe mitgebracht habe wie Mobilfunkvertrag oder Sky hab ich gekündigt die laufen aber noch bis zum Ende durch. Im Moment bleiben mir für Essen, Trinken und Sprit ca. € 650 im Monat.

      Ab 1.1.2017 werde ich in Lohnsteuerklasse I absteigen was für mich ca. € 200 minus im Monat ausmachen wird. Des Weiteren kommt hinzu das ich für den gemeinsamen Kredit wahrscheinlich mehr bezahlen soll. Im Moment bezahlt ich jeden Monat € 100 was sich auf € 360 erhöhen kann. Somit würden mir dann am Ende ca. € 200 - € 250 im Moant bleiben.

      Mir ist bewusst das das immer noch viel Geld ist und ein Harz IV Empfänger mit weniger auskommen muss aber da stosse ich an meine Grenzen. Es kommt auch noch hinzu das ich jedes 2. Wochenende die Kinder habe und die auch etwas essen müssen. Da ich mir für das bevorstehende Gespräch keinen Anwalt leisten kann bzw. will wollte ich Euch fragen ob Ihr mir da etwas unter die Arme greifen könnt?

      Natürlich werde ich mir für die Scheidung einen Anwalt suchen der mich vertritt bis dahin ist aber noch etwas Zeit.

      Was kann ich alles in Abzug bringen ohne das ich meine Kinder "bescheissen" will?

      Danke im Voraus für Eure Mühen und eine Antwort.

      MfG


      Michael
    • Hallo MIchael,

      die Betreuungskosten stellen einen sog. Mehrbedarf dar, der von beiden Elternteilen anteilig nach dem (bereinigten) Einkommen zu tragen ist; das musst du also nicht allein tragen. Sie reduzieren das relevante Netto aber nicht, sondern es wird geprüft, ob nach Abzug des Regelunterhalts vom Netto noch genug Geld übrig bleibt.

      Was den Kindesunterhalt betrifft, so ist es laut meiner RA üblicherweise so, dass ein Nebenjob als "überobligatorisch" gilt und nicht in das relevante Netto einfließt, solange mindestens der Mindestunterhalt bezahlt wird.

      Sobald du die Steuerklasse wechselst, verdienst du also grob 2100 € netto. Diesen Betrag kannst du "bereinigen" (reduzieren) um v.a. berufsbedingte Kosten und private Vorsorgeaufwendungen.
      Bei den berufsbedingten Kosten werden i.d.R. 5 % vom Netto pauschal akzeptiert; liegen die tatsächlichen Kosten höher, musst du sie im Einzelnen nachweisen, und sie müssen zwingend nötig sein. Gerade im Mangelfall würde evtl. geprüft, ob der ÖPNV statt des Pkw oder ein Umzug zumutbar wären.
      Zu den Vorsorgeaufwendungen zählt z.B. eine private KV oder eine private Rentenversicherung (Riester z.B.), aber auch eine Risiko-LV, weil sie die Familie absichert. Hier liegt die Obergrenze bei 4 % vom Brutto, allerdings nicht pauschal, sondern das ist nachzuweisen.
      Eventuelle Steuerrückerstattungen erhöhen ggfs. das Netto.
      Ob man Kredite anerkennt, hängt u.a. davon ab, ob sie "prägend" waren zu Zeiten des Zusammenlebens und ob der Mindestunterhalt gesichert ist.

      Da die Frau nicht weniger verdient als du, ist sie nicht u-berechtigt, folglich kommt eine Herabstufung in der DDT nicht in Betracht.


      Was mir nicht klar ist:

      M.F. schrieb:

      Des Weiteren kommt hinzu das ich für den gemeinsamen Kredit wahrscheinlich mehr bezahlen soll. Im Moment bezahlt ich jeden Monat € 100 was sich auf € 360 erhöhen kann.


      Warum sollst du für den gemeinsamen Kredit mehr bezahlen?

      Gruß, HT
    • Hallo,
      Ob man Kredite anerkennt, hängt u.a. davon ab, ob sie "prägend" waren zu
      Zeiten des Zusammenlebens und ob der Mindestunterhalt gesichert ist.
      was meinst du mit prägend? Nehme mal an das du damit meinst ob diese vorhanden waren und ob unser beider Arbeitsleben davon bestimmt wurde???
      Warum sollst du für den gemeinsamen Kredit mehr bezahlen?
      Sie machte so Ihre Anspielungen bei meiner Nachfrage...

      MfG


      Michael
    • Hallo Michael,

      mit "prägend" meine ich, dass diese schon während des Zusammenlebens bestanden, dies für das Kind also der "normale" (gewohnte) Lebensstandard war. Interessant ist bei Krediten auch immer ihr Zweck. Wird z.B. damit ein Auto finanziert, das man benötigt, um seinen Unterhalt zu erwirtschaften, oder wurde ein Urlaub damit bezahlt?

      Was die gemeinsamen Schulden betrifft, kann sie andeuten, so viel sie will: Gemeinsame Schulden werden auch gemeinsam getilgt. Tilgst gegenüber dem Gläubiger nur du, kannst du von deiner (Ex-)Frau die Hälfte als Ausgleich verlangen, es sei denn, ihr habt ausdrücklich etwas anderes vereinbart (was sie beweisen müsste). Wie kommt sie denn zu ihrer Ansicht? Hat sie diese begründet?

      Gruß, HT
    • Moin Michael,

      M.F. schrieb:

      Vollzeit am Arbeiten mit ca. € 2.300 im Monat (mal mehr mal weniger je nach Arbeit/Feiertagen)

      M.F. schrieb:

      Was Sie aktuell hat ist mir nicht bekannt zur Trennung lag Sie bei ca. 2.100 - 2.300. Da Sie eine leitende Position anstrebt wird es in Zukunft mehr werden.

      M.F. schrieb:

      Ab 1.1.2017 werde ich in Lohnsteuerklasse I absteigen was für mich ca. € 200 minus im Monat ausmachen wird.

      du hast die Steuerklasse III und sie erzielte mit Steuerklasse V bei Trennung schon Netto-Einkünfte in obiger Höhe? ?(
    • Hallo,
      du hast die Steuerklasse III und sie erzielte mit Steuerklasse V bei Trennung schon Netto-Einkünfte in obiger Höhe? ?(
      nein wir sind beide in Steuerklasse IV da wir etwa gleich verdienten.
      Was die gemeinsamen Schulden betrifft, kann sie andeuten, so viel sie will: Gemeinsame Schulden werden auch gemeinsam
      getilgt. Tilgst gegenüber dem Gläubiger nur du, kannst du von deiner
      (Ex-)Frau die Hälfte als Ausgleich verlangen, es sei denn, ihr habt
      ausdrücklich etwas anderes vereinbart (was sie beweisen müsste). Wie
      kommt sie denn zu ihrer Ansicht? Hat sie diese begründet?
      Im Moment ist es so das Sie 85% vom gemeinsamen Kredit jeden Monat zahlt und ich gehe mal davon aus, nach dem gefrage von Ihr das Sie da mehr haben will.

      MfG


      Michael
    • Hallo,

      hab da noch ein paar Fragen gefunden die mir unklar sind. Wenn vom Jugendamt die Berechnung vorgenommen wird nehme ich mal an das die das anhand der Gehaltsbescheinigungen machen. Dazu kommen dann noch so Sachen wie Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und Steuererstattungen.

      Was passiert wenn es kein Urlaubs-/ Weihnachtsgeld gibt bzw. ich weniger Std. von der Arbeit her habe? Mir ist klar das ich eine Neuberechnung machen lassen kann aber was ist mit dem zuviel bezahlten Geld?

      Im Moment hab ich mich mit meiner Frau ja über die monatliche Unterhaltzahlung geeinigt. Da ich aber gerne für die Zukunft plane bin ich am überlegen ob ich mir einen Titel machen lassen soll.

      Was würdet Ihr mir da raten?

      MfG

      Michael
    • Hallo Michael,

      wenn deine Frau derzeit keinen Titel fordert (wozu sie bzw. das Kind aber grundsätzlich das Recht hat, und du hättest dann die Pflicht, dem nachzukommen), würde ich das von deiner Seite aus eher nicht anstreben, denn:

      Ein Titel bedeutet letztlich Pfändbarkeit, und du kannst den Betrag nicht ohne Weiteres (und v.a. nicht ohne Risiko für dich) abändern.
      Du müsstest beim JA eine Neuberechnung anstreben und einen neuen Titel erstellen lassen, der den alten ersetzt. Wenn die Mutter damit nicht einverstanden ist, kann sie im Zweifel die Beistandschaft kündigen, und du müsstest das Ganze über das Familiengericht laufen lassen.

      Meines Wissens nach ist es auch so, dass eine quasi "vorübergehende" Mindereinnahme dich ohnehin nicht "sofort" von deiner Verpflichtung "befreit", das müsste schon absehbar und nachweislich "dauerhaft" so sein, und die Zahlungsverpflichtung müsste sich grundlegend ändern. Die Wesentlichkeitsgrenze liegt bei 10 % des Zahlbetrags (nicht des relevanten Einkommens).

      "Zu viel" bezahltes Geld kann man nicht zurückfordern ("Entreicherungsprinzip"). Im Falle einer Änderung gilt es deshalb immer, schnell zu handeln.

      Gruß, HT
    • Hallo,

      es hat sich was getan in der Unterhaltssache...

      Ich habe über die ISUV Mitgliedschaft eine Anfrage bei einer Kanzlei wegen dem Unterhalt für die Kinder gemacht. Ich bin mit dem Schreiben soweit zufrieden aber einige Sachen haben mich stutzig gemacht:

      1. Mir wurde die Nebentätigkeit angerechnet obwohl ich davon ausging das diese überobligatorisch sei

      2. Mir wurde die Risiko Lebensversicherung nicht angerechnet (diese läuft auf meine Ehefrau damit im Todesfall der ausbleibende Unterhalt gedeckt ist)

      Jemand eine Idee warum die Nebentätigkeit angerechnet bzw. die Versicherung nicht angerechnet wurde?

      MfG


      Michael
    • Hallo,

      habe mal zwei Fragen:

      ich kann ja 4% meines Bruttogehaltes als Altersfürsorge auf den Unterhalt anrechnen. Da ich auch steuerfreies Geld erwirtschafte muss ich die 4% auf das Bruttogehalt oder auf das Gesamtbruttogehalt anrechnen?

      Mein Arbeitgeber investiert jedes Jahr € 723 in meine Altersvorsorge. Zählt diese zu den 4% dazu oder nicht?

      MfG


      Michael