Unterhalt, Studium, Bafög

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    • Unterhalt, Studium, Bafög

      Hallo,

      unsere Tochter ist 19 Jahre jung, möchte ab September ihr Traumstudium in einer anderen Stadt anfangen.
      KM hat nach JA Berechnung 2800 € netto zur Verfügung (versorgt noch ein minderjähriges Kind), ich ca. 1200 €, Tochter verdient schon 450 €.
      Diesen Job könnte sie auch in der anderen Stadt behalten.

      Nach Internetberechnung Bafög, die sie gestern mit KM durchführte, gäbe es gar kein Bafög für sie, da KM zufiel verdient (65000 € brutto)

      Meine Fragen:
      Stimmt das mit dem Bafög?
      Was gibt es noch für Möglichkeiten für unsere Tochter, damit sie ihr Studium machen kann?
      Wirkt sich ihr Verdienst negativ auf den KU aus?

      Herzlichen Dank für Anregungen

      Mit freundlichen Grüßen
    • Hallo Jo,

      ob die BAFÖG-Berechnung stimmt, kann so keiner sagen, weil hierzu einige persönliche Voraussetzungen bekannt sein müssten. Ich geh aber mal bei dem genannten Einkommen der Mutter davon aus, dass kein BAFÖG möglich sein wird.

      Der Minijob dürfte für den Unterhaltsanspruch unschädlich sein (ansonsten könnte eure Tochter den ja auch sofort aufgeben, eine Verpflichtung zum Nebenverdienst besteht nicht.)

      Eine Möglichkeit, das Studium zu finanzieren ist ein Studienkredit bei der KFW kfw.de/inlandsfoerderung/Priva…kt-zum-KfW-Studienkredit/. Wenn du auf das Merkblatt klickst, kommen ausführliche Infos - auch zur Rückzahlung und Verzinsung.

      ABer warum sollte eure Tochter einen Kredit aufnehmen? Bei dem genannten Einkommen dürfte doch Unterhalt möglich sein, oder? Eine Anrechnung des Minijobs - auf freiwilliger Basis - kann man natürlich vereinbaren. Aber komplett ohne Unterhalt? Ich finde, das ist eine Zumutung.

      Gruß
      Susanne
    • Hallo Jo,

      dein Selbstbehalt beträgt 1300€, da Kind nicht mehr privilegiert. Habe ich das richtig in Einnerung, die KM ist Beamtin? 65000€ ist ja nicht so wenig, und vom Brutto gehen keine Beiträge zur RV ab, da sollte schon Unterhalt für das Kind drin sein.

      Gruß
      Adler

      The post was edited 1 time, last by Adler72 ().

    • Hi,

      vielen Dank für die Antwort.

      Für mich bleibt immernoch die Frage offen, ob das Job-Einkommen unserer Tochter, zu dem sie natürlich nicht verpflichtet ist, den sie aber sehr gerne macht in der Berechnung des KU miteinfliesst oder nicht?

      Unsere Tochter rechnet mit KU + Verdienst auf etwas über 1000 €, mit dem sie rechnen kann ohne Zweitjob.

      Auf wieviel kann sie sich ungefähr verlassen ohne Kredit, mit eigener Wohnung etc.?


      Vielen Dank

      lg
    • Hallo Jo,

      normalerweise geht man bei derartigen Minijobs neben dem Studium von 'überobligatorischer Arbeit' aus. Andererseits gilt auch die Regel, dass eigenes Einkommen des Unterhaltsberechtigten unterhaltsmindernd ist.

      Die Rechtsprechung ist nicht einheitlich, es hängt wohl sehr von den Gesamtumständen des Einzelfalles ab. Es gibt ein Urteil, wo tatsächlich ein (kleiner) Teil des Einkommens angerechnet wurde: openjur.de/u/536619.html. In dem Urteil wird auch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ein Nebenjob unter Umständen die Studiendauer verlängert - was wieder zum Nachteil der Unterhaltszahlenden wäre.

      Ich glaube aber, dass in mehr Fällen eben keine Anrechnung erfolgt. Zumindest sollte dies bei Jobs in den Abendstunden, Wochenende oder Semesterferien so sein.

      Vielleicht weiß jemand mehr zu diesem Thema?

      Gruß
      Susanne
    • Hallo Jo, hallo Susanne,

      ich habe mal gelesen, dass ein Nebenjob (wenn überhaupt) nur dann angerechnet wird, wenn er regelmäßig, auch während des Semesters, erfolgt. Arbeitet der Student nur in den Ferien, ist es wohl üblicherweise immer überobligatorisch.

      Gruß, HT
    • Guten Morgen,

      ich möchte wenn Ihr erlaubt zu dem Thema überobligatorische Arbeit meine persönliche Meinung zufügen.

      Wenn jemand der Unterhalt begehrt einen Teil seines Bedarfes durch eigene Arbeit decken KANN, dann sollte er das auch tun.

      Ich wäre in meiner Schüler-und Ausbildungszeit niemals auf die Idee gekommen von meinen Eltern etwas zu fordern, das ich selbst hätte verdienen können
      und ich habe schon in sehr frühem Alter mit in meinem Alter möglichen Arbeiten Geld verdient. Ich habe sogar von meinem schlappen Azubi Gehalt noch die Hälfte zu Hause abgegeben und hatte keinen Betrag "der mir zusteht". Dazu hatte ich noch recht wohlhabende Eltern die darauf nicht angewiesen waren, aber es ist auch ein Teil des erwachsen werdens sein Leben nach seinen Möglichkeiten auszurichten.

      Wieso sollte eine Studentin die 450,- € verdienen kann dieses Geld ausschließlich für sich einsetzen können und zusätzlich von den Eltern Geld fordern können ?
      Und wieso sollte sie diesen Job auf geben nur weil sie nicht arbeiten muss, es zählt doch dass sie es kann. Das würde mir schon mein Stolz verbieten.

      Eine andere Situation ergibt sich, wenn die Eltern ihr Kind auf welche Art auch immer freiwillig unterstützen, aber sobald es um Forderungen geht finde ich, dass jeder erstmal selbst alle Möglichkeiten ausschöpfen muss.
      Ich kenne einige Studenten die von Ihren Eltern nicht freiwillig unterstützt werden und die viel zu stolz wären Geld zu fordern, was ihnen nicht freiwillig zur Verfügung steht.
      Die können auch für sich selbst sorgen, aber wohnen dann z.B. in einer WG und kellnern Abends. Die haben keine 735,- € und kommen auch klar, zwar etwas mühsamer aber aus eigener Kraft.

      Just my Senf
      ´stueck
      Nachahmung ist die höchste Form der Verehrung !
    • Hallo, kurz nur eine Anmerkung hierzu: ob die spätere STudentin den job überhaupt weiterhin ausüben kann, ist eh fraglich. Denn wenn nachher das STudium darunter leidet, weil ein Kind sich selbst dazu verdient, hat niemand was davon.
      Mir als Mutter einer studierenden Tochter (die wir alleine finanzieren) ist es lieber, sie zieht zielstrebig ihr Studium durch. Sie hatte zeitweilig auch einen Job, bei dem sie sogar recht gut verdiente (und wir haben den Unterhalt NICHT gekürzt), aber in ihrem Studiengang muss sie so viel lerner und vor und nachbereiten, dass sie echt ins Schleudern kam und selber dann beschloss, den Job aufzugeben (obwohl sie das extra Geld sehr zu schätzen wusste) und lieber sich wieder ganz dem Studium zu widmen, denn wenn sie die eine oder andre Klausur versiebt hätte, hätte das ein oder gar zwei Semester mehr gekostet, und das wäre uns wesentlich teurer gekommen. Nebenbei noch 450 Euro zu verdienen sind ne Menge stunden, die man arbeitet.

      Darum finde ich es auch in Ordnung, dass ein kleiner Zuverdienst überogligatorisch ist, denn mit dem Unterhalt können sich Studenten, die auswärts wohnen, keinen Luxus erlauben, da sind ein paar Euros extra ganz nett.

      VG ruth
    • Hallo Ruth,

      ich sehe das wie du und hab es bei meinen Kindern auch so gehandhabt.

      Im Endeffekt war es aber - wenn ich so recht überege - durchaus auch für mich von Vorteil. Bei der ein oder anderen Anschaffung (neues Fahrrad, Umzug in Studentenbude, neuer PC usw) hätte ich sicherlich einen Zuschuss bzw. einen höheren Zuschuss gegeben. Es war einfach eine schöne Erfahrung für mich, wenn in dem einen oder anderen Fall die Kinder abgewinkt haben und auf ihre Einnahmen aus den jeweiligen Jobs verwiesen haben. Sie wussten aber auch, dass sie sich hundertprozentig auf mich verlassen konnten, wenn mal eine finanzielle Notlage auftrat. Das können sie aber auch heute noch. :)

      Und du hast Recht. Es gibt Phasen während des Studiums, da ist ein Job einfach nicht möglich. Diese Freiheit, das einschätzen und entsprechend handeln zu können sollten die Studis auf jeden Fall haben.

      Gruß
      Susanne