Freibeträge ohne unser Wissen übertragen

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    • Freibeträge ohne unser Wissen übertragen

      Hallo zusammen,

      wir haben mal wieder Post vom Finanzamt bekommen und darin wurde uns mitgeteilt, dass die Ex meines Mannes sich den Kinderfreibetrag und den Ausbildungsfreibetrag für 2014 und 2015 hat übertragen lassen.
      Auf Rückfrage beim FA und den entsprechenden Beweisen mit Kontoauszügen, dass mein Mann Kindesunterhalt höchste Stufe zahlt, wird die einseitige Übertragung des Kinderfreibetrages wohl jetzt wieder rückgängig gemacht.

      Zum Ausbildungsfreibetrag habe ich eine Frage an Euch: Wird der nicht auch hälftig geteilt ? Mein Mann betreut das Kind an den beiden Wochenenden im Monat die ihm zugestanden werden und in den Wochen der Ferien, in der die Tochter "verfügbar" ist ( Mutter fliegt teilweise bis zu 6 Wochen mit ihr ins Ausland, daher bekommen wir nur Ferienwochen wenn es in deren Urlaubspläne passt. Anderes Thema ). Bei dieser regelmäßigen Betreuung und Zahlung von Kindesunterhalt müssten meinem Mann doch auch die Hälfte des Ausbildungsfreibetrages zustehen, oder nicht ?

      Vielen Dank für Eure Erfahrungen oder Tipps!

      Beste Grüße
      ´stueck
      Nachahmung ist die höchste Form der Verehrung !

      The post was edited 1 time, last by suessstueck ().

    • Hallo Suessstück,

      Zum Ausbildungsfreibetrag habe ich eine Frage an Euch: Wird der nicht auch hälftig geteilt ?


      das Kind ist doch noch minderjährig, oder? Den Ausbildungsfreibetrag gibt es nur für volljährige Kinder in Berufsausbildung, die außerhalb des elterlichen Haushaltes leben.

      Du meinst vielleicht den Erziehungsfreibetrag? Den kann die Mutter auch isoliert vom Kinderfreibetrag auf sich übertragen lassen (ich glaube, dass das noch geht). Allerdings macht das eigentlich nur Sinn bei hohen Einkommen, wenn die Günstigerprüfung (Vergleich Kindergeld vs. Kinderfreibeträge) ergibt, dass der Freibetrag günstiger ist.

      Vielleicht hilft das weiter: lohnsteuer-kompakt.de/texte/20…nd_erziehungsfreibetraege

      Gruß
      Susanne
    • Oh jeh, da habe ich wohl nicht ganz genau hingeguckt, sorry. Natürlich Erziehungsfreibetrag.

      In einem Schreiben des Finanzministeriums habe ich aber mal gelesen, dass wenn jemand sein Kind regelmäßig betreut und auch in den Ferien aufnimmt, dann muss dieser Freibetrag nicht unbedingt geteilt werden, sondern steht beiden zur Hälfte zu.
      Gibt es hier jemanden der dazu aus eigener Erfahrung etwas sagen kann und sich gegen die hälftige Teilung gewehrt hat ? Oder ist das eh Peanuts und lohnt den Aufwand nicht ?

      Beste Grüße und ein schönes Wochenende Euch allen
      ´stueck
      Nachahmung ist die höchste Form der Verehrung !
    • Hallo Suessstück,

      der barunterhaltspflichtige Elternteil kann der Übertragung widersprechen, wenn er Ausgaben für die Kinderbetreuung hat oder er das Kind regelmäßig in einem nicht unwesentlichen Umfang betreut. Die Prüfung erfolgt monatsweise. Die Betreuung muss mit einer "gewissen Nachhaltigkeit" wahrgenommen werden.


      BMF Schreiben Punkte 7 - 11 .

      Peanuts sind das normalerweise nicht, es sei denn ihr zahlt sowieso fast keine Steuern. Der Vorteil hängt vom persönlichen Steuersatz ab und die Freibeträge sind erheblich (1320 EUR pro Jahr und Kind).

      Gruß
      Jon

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    • Hallo,

      suessstueck wrote:

      wir haben mal wieder Post vom Finanzamt bekommen und darin wurde uns mitgeteilt, dass die Ex meines Mannes sich den Kinderfreibetrag und den Ausbildungsfreibetrag für 2014 und 2015 hat übertragen lassen.
      Das ist ja ein dicker Hund! Im ersten Fall geht das, etwas pauschal formuliert, ja nur, wenn der andere Elternteil seinen Unterhaltspflichten nicht nachkommt. Das heißt, die Antragstellerin hat hier gegenüber dem Finanzamt bewusst falsche Angaben gemacht, um die Übertragung zu erwirken. Ich frag mich wirklich, ob das nicht auch schon strafrechtlich relevant ist.
      Im zweiten Fall, also beim "Erziehungsfreibetrag" dürfte bei der Sachlage der Erfolg eines Widerspruchs wahrscheinlich sein.
      Gruß
      Kurt
    • kurtkurt wrote:

      Ich frag mich wirklich, ob das nicht auch schon strafrechtlich relevant ist.

      Hallo kurtkurt,

      das finde ich jetzt aber übertrieben. Es ist das normale Vorgehen gemäß BMF-Schreiben. Der eine beantragt, der andere darf wenn er will widersprechen. Das hat nichts mit Strafrecht zu tun.

      Ich habe das auch beantragt und werde sehen ob ein Widerspruch kommt. Wenn der Widerspruch Erfolg hat, werden die Steuerbescheide automatisch korrigiert. Ein normaler bürokratischer Akt.

      Gruß
      Jon
    • kurtkurt wrote:

      Darf ich fragen, weshalb du die Übertrasgung beantragt hast?


      Hallo kurtkurt,

      weil ich dadurch einen finanziellen Vorteil habe (weniger Steuern).

      Die Ex zahlt keinen Kindesunterhalt und keine Steuern, und hat damit auch keinen Nachteil. Wäre m.E. im Sinne der nachehelichen Solidarität, wenn sie mir diesen Vorteil lassen würde. Ob die Intensität ihres Umgangs für einen Widerspruch ggf ausreichend wäre, könnte man notfalls auch noch diskutieren.

      Gruss,
      Jon