Was ist ein Erzeuger ???

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    • Was ist ein Erzeuger ???

      Hallo,

      ich stolpere öfters über den Begriff "Erzeuger" im Zusammenhang mit dem leiblichen Vater.

      Gemeint ist hier wohl der leibliche Vater, der mit seinem Kind und dessen Mutter nicht "klar kommt"?

      Ich finde den Begriff abwertend/diskriminierend. Wie kommt das Kind damit klar?

      eure Meinung?

      lg
      edy
      edy is back again
    • Hallo edy,

      generell würde ich den Begriff auch abwertend sehen. Man spricht ja üblicherweise auch nicht von Gebärerin ...
      Ich bin zum Glück auch nicht oft darüber gestolpert.

      In speziellen Situationen, z.B. Schwangerschaft durch Samenspende, Schwangerschaft aufgrund einer Straftat, ... könnte ich mir das aber durchaus vorstellen. Da gäbe es dann auch Parallelen zum weiblichen Teil, z.B. bei der Leihmutterschaft (wie nennt man denn die Frau von der die Eizelle stammt und die das Kind anschließend bekommt? Erzeugerin? - siehe § 1591 BGB).

      Gruß
      Jon
    • Hallo,

      natürlich ist der Begriff abwertend - und auch wohl genau so gemeint, wenn er benutzt wird. Das Wort 'Erzeuger' reduziert den leiblichen Vater auf eine einzige Funktion: die biologische Weitergabe seines Genmaterials bei der Zeugung.

      'Vater' umfasst ja viel mehr, und der Begriff ist positiv besetzt. Beim Vater denke ich nicht in erster Linie an die Zeugung, sondern an Umsorgen, Verantwortung übernehmen, Liebe zu den Kindern...

      Edy, du fragst, wie Kinder mit dem Begriff klarkommen. Nun, ich denke, das kommt drauf an. Wenn ein Kind den Begriff selbst benutzt, will es verletzen, sich abgrenzen, keine Gefühle aufkommen lassen. Wie es dazu kommt, ist sicher sehr unterschiedlich. Was das Kind erreichen möchte, ist aber doch, seine Verachtung zum Ausdruck zu bringen. Nicht selten steckt aber auch Einsamkeit, Verlassensein und Sehnsucht dahinter - die Sehnsucht, einen wirklichen Vater zu haben.

      Wenn Dritte über den leiblichen Vater des Kindes als 'Erzeuger' sprechen, ist es nicht nur für den Vater, sondern auch für das Kind verletzend. Egal, wie das Kind selbst über diesen Menschen denkt, es muss mit diesem Gefühl leben, keinen 'richtigen Vater' zu haben. Vielleicht, weil es keinen verdient hat? Vielleicht weil es das nicht wert ist, einen Vater im umfassenden Sinne zu haben? Wie auch immer, ich stelle mir das unendlich schwer vor.

      Gruß
      Susanne
    • Hallo,

      Ich denke auch dass die Mutter gegenüber dem Kind ( evtl. unbewusst) ausdrückt:

      "war nur mal so ein "one night stand", mit dem Mann hätte ich nie ein Kind gewollt, du warst nicht geplant, du bist eher "ein Unfall".

      du hast keinen guten Vater ( sowie normale Kinder). usw.

      Man sollte diesen Begriff, meiner Meinung nach aus dem Sprachgebrauch streichen.

      Für manche ist es doch schon diskriminierend wenn auf einer Verkehrsampel eine männliche Figur rot/gelb/grün anzeigt (Gender-Wahn).

      lg
      edy
      edy is back again
    • Hallo edy,

      es gibt eine Menge sprachlicher Keulen, die zu diesem diskriminierenden Ausdruck führen. Denk mal nur an Kinder die aus Vergewaltigungen entstehen. Ich wüsste nicht, wie ich so etwas meinem Kind 'schonend' beibringen sollte.

      Wohl eher der Alltagsfall ist, dass Kinder, die - teilweise auch lange - einen Vater hatten, mit ihm zusammengelebt und das auch genossen haben. Wenn da plötzlich eine so wichtige Bezugsperson wegbricht, ist das eine mittlere Katastrophe. Die Schuld dafür kann natürlich sowohl beim Vater als auch bei der Mutter liegen. Egal - beide sollten sich schämen!

      Gruß
      Susanne

      P.S.
      Für manche ist es doch schon diskriminierend wenn auf einer Verkehrsampel eine männliche Figur rot/gelb/grün anzeigt (Gender-Wahn).
      Das kann ich so nicht stehen lassen. Ich jedenfalls bin noch immer stolz auf meine Salzstreuerin. :D