Frau droht mit Teilungsversteigerung - verweigert Vermietung

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    • Frau droht mit Teilungsversteigerung - verweigert Vermietung

      Hallo liebes Forum,
      und noch eine lustige Frage ...

      meine Noch-Frau (noch nicht geschieden) und ich haben eine gemeinsame Immobilie, die aber aktuell leer steht. Ich zahle derzeit alle Darlehensraten an der gemeinsamen Immobilie; ich will die Immobilie vermieten und die entstehenden Einnahmen, meine Frau lässt durch ihre RAin ausrichten, dass meine Frau dies nicht möchte und droht mit Schadensersatzpflicht. Zudem droht sie, eine Teilungsversteigerung anzuberaumen. Sie begründet dies damit, dass gütliche Einigungsmöglichkeiten gescheitert seien (es sind bisher keine diesbezüglichen Gespräche überhaupt geführt worden).

      1. Darf meine Frau die Vermietung verweigern? Immerhin komme ich derzeit auch für die Darlehensraten meiner Frau auf und ich hatte bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass es ja auch zu ihrem Vorteil und dem Vorteil der Kinder gereicht, wenn Mieteinnahmen entstehen.

      2. Kann meine Frau eine Teilungsversteigerung vor der Scheidung erzwingen?

      3. Kann die gegnerische RA denn überhaupt mit Schadenersatzpflicht drohen? Immerhin entsteht doch meiner Frau ein Vorteil, außerdem bin ich ja gezwungen, alles daran zusetzen, um Mindestkindesunterhalt leisten zu können....

      Danke! Danke! Danke für Eure Antworten - bin ziemlich aufgeschmissen, weil meine RA ziemlich schwach ist ...
      Peter.

      The post was edited 1 time, last by langenargen: noch was vergessen ... ().

    • Hallo langenargen,

      klar ist doch eigentlich, das sich eine unvermietete Immobilie vom Grundsatz her besser verkaufen läßt. Wenn beide nicht drin wohnen, dann wäre dies vom Grundsatz her ja möglich. Wenn Sie die Teilungszwangsversteigerung anstrebt, dann muß Sie beweisen, was die Immobilie wert ist. Daher derjenige, der klagt muß also vom Grundsatz her den Gutachter bezahlen, das sind dann als Vorschuß um die 2-2500 Euro.

      Da Deine Ex ja nicht will, das die immobilie vermietet wird, kann Sie Dir ja im Gegenzug auch kein Einkommen hierfür anrechnen, Du jedoch wohl auch nicht?

      Im Gegenzug schädigt Sie natürlich auch Dich bezüglich der fehlenden Einnahmen, warum daher nicht auch mit möglichen Schadensersatz drohen?. Das Verhalten könnte also auch bezüglich möglichen Unterhalts oder Vermögensausgleich Prozeßtaktisch sein.

      Wenn das Haus euch beiden zu 50/50 gehört, würde ich ihr die entsprechenden Ratenzahlungen und sonstigen Unkosten auch zu 50/50 in Rechnung mit Fristsetzung der Zahlung in Rechnung stellen (Rücksprache mit Deiner Anwältin).

      Vielleicht wäre es ja auch zu prüfen, inwieweit eine mögliche Verwirkung des Trennungsunterhalts bzw. Nachehelichen Unterhalts deiner Frau aufgrund Ihres Verhaltens vorliegt?

      Wenn Deine RAin ziemlich schwach ist? Warum beibst Du dann bei Ihr? Was läst Dich zu dieser Aussage verleiten?
      Gruß Ephesus
    • Hallo Ephesus,
      danke für Deine Vorschläge - die Raten habe ich schon mit Fristsetzung eingefordert - nur zahlt natürlich meine Frau nicht hierauf. D. h. ich müsste dann wohl den Klageweg beschreiten, was dann wohl wieder ewig lange dauern wird und außer Kosten nichts bringt, oder?!

      Aber es wäre natürlich gut zu wissen, ob die gegnerische Anwältin überhaupt bzgl. Schadenersatz drohen darf
      Meine Anwältin ist deshalb schwach, weil sie einfach nichts unternimmt und ewig braucht, bis doch mal ein Schreiben aufgesetzt wird - im Gegensatz dazu giftet die andere Anwältin ziemlich wild herum und unterstellt mir regelmäßig irgendwelche Sachen (und das selbst vor Gericht) - sie scheint aber damit Erfolg zu haben... Allerdings ist Wechseln auch nicht einfach - man weiß ja nicht, wie der nächste RA ist ...
      Grüße,
      Peter
    • Hallo Langenargen,

      drohen darf man doch immer, ist sowas wie eine Art "Angebot". Die Frage ist doch, was will man damit erreichen? Das die andere Seite eingeschüchtert ist und entsprechend reagiert. Beispielsweise, ja dann verkaufen wir eben oder naja ich biete 300 oder xyz euro Schadenersatz. Vielleicht will Sie ja auch nur erreichen, das Du den Verkauf einleitest, daher müstest Du dann im Zweifelsfall die Kosten für den Gutachter vorstrecken. Eben alles Prozeßtaktik!

      Wenn Sie nichts gegen die Forderung erwiedert hat, könnte man ihr Beispielsweise einen Mahnbescheid zukommen lassen, kannst ja via Anwalt machen. Wenn Sie sich da dann nicht dagegen vorgeht, dann gilt es erst einmal als anerkannt.

      Mit den Forderungen hast Du Sie dann erst einmal in Verzug gesetzt. Vom Grundsatz her könnte man diese Forderungen dann wohl auch beim Vermögensausgleich gegenrechnen. Zu beachten wären da dann noch mögliche Verjährungsfristen, aber das kann man glaub ich auch beim Vermögensausgleich bewerkstelligen (bitte abklären). Wichtig für Dich ist auch, wie die bank reagiert. Die einstellung der Ratenzahlungen wäre eher nicht zu empfehlen, könnten das Geld entweder von Deiner Frau einfordern, wenn ihr beide im Darlehensvertrag drin seit oder eben gemäß ZPO800 die sofortige Zwangsversteigerung einleiten. Vielleicht wäre ja das ihr vorbereitendes Ziel des Vermögensausgleichs? Dann macht das alles die Bank. Da könnte dann mehr oder weniger Geld rüber kommen, je nach Lage, zustand der Immobilie z.B. München, Berlin, Hamburg, Frankfurt sind da wohl eher teurer als woanders.

      Eine mögliche Taktik ist, den anderen vor Gericht dazu zu bringen einfach mal auszuticken. Dann nochmals reinstochern und dann hoffen, das man unbedarft z.B. sagt dann verkaufen wir halt die Hütte, und schon ist das Einverständnis für den Verkauf da. Oder Drohungen mit Gewalt, damit die Scheidung beschleunigt wird etc.

      Das mit wechseln kann natürlich ein Problem im Sinne von vertrauen, Kosten etc. werden. Wichtig ist natürlich bei Schriftsätzen und Erwiderungen, das diese innerhalb der Fristen liegen und entsprechend substantiziert vorgetragen werden.
      Gruß Ephesus
    • Hallo langenargen,

      vorab: die Teilungsversteigerung ist die schlechteste aller Lösungen - für euch beide. Das wird deine Exfrau - sie ist ja anwaltlich vertreten - auch wissen.

      Zu Frage 1
      Ja, ich denke, das darf sie verweigern. Ihr seid eine Eigentümergemeinschaft und zur Einigung verurteilt.

      Zu Frage 2
      Im allgemeinen geht man davon aus, dass die Teilungsversteigerung erst nach der Scheidung verlangt werden kann. Es ist theoretisch aber auch schon während der Trennungszeit unter bestimmten Bedingungen möglich, zumindest nach Ablauf eines Jahres. ABER: Bis das Verfahren wirklich durch ist, seid ihr wahrscheinlich längst geschieden.

      Zu Frage 3
      Nein, einen Schaden kann du ja nicht verursachen, wenn du gar nicht verpflichtet bist, der Zwangsversteigerung zuzustimmen. Das Vorpreschen der gegenerischen Anwältin solltest du nicht persönlich nehmen. Manche sind halt so. Im Mittelalter nannte man das 'Waffen zeigen'.

      Was möchtest du den eigentlich? Soll das Haus verkauft werden? Möchtest du es behalten und die 2. Hälfte von deiner Exfrau erwerben? Dann wäre das der Punkt, auf den sich deine Bemühungen konzentrieren sollten. Gemeinsam könnt ihr das Haus jederzeit freihändig verkaufen, egal, ob während der Ehe, der Trennungszeit oder nach der Scheidung. Das wäre auf jeden Fall der lukrativste Weg.

      Wenn es zwischen euch beiden gesprächstechnisch nicht mehr funktioniert, wäre es vielleicht besser, beide AnwälteInnen verhandeln. Wie auch immer, ich wünsche dir ein gutes Händchen bei den Verhandlungen.

      Gruß
      Susanne

      The post was edited 1 time, last by Susanne ().

    • Hallo langenargen,


      Hier sollte der/die RA/RA-in prüfen ob nicht ein vorgezogener Zugewinnausgleich möglich ist.


      Die Tatsache dass du alle Darlehensraten/Zinsen an der gemeinsamen Immobilie alleine bedienst,


      der EX aber daraus ein Vorteil ensteht, könnte diese Möglichkeit bieten.


      lg
      edy



      edy is back again
    • Hallo an alle,
      zuerst einmal vielen Dank an Euch für die ausführlichen Antworten und die guten Ideen!
      Mein Ziel wäre eigentlich letztlich, die Haushälfte meiner Frau zu übernehmen und dann das Haus zu vermieten. Zusammen mit Gesprächen mit der Bank müsste es sich eigentlich machen lassen, dass dann die Miete (gestreckte) Raten gerade so decken könnten....
      Ich habe einen sehr hohen negativen Zugewinn, d. h. eigentlich müsste sowieso meine Frau mir Zugewinnausgleich leisten. Mit einer Teilungsversteigerung fürchte ich, dass dann von dem die Darlehen überschiessenden Restwert nach Kosten und Vorfälligkeitsentschädigungen nichts mehr übrig bleiben wird. Zudem bildet der Restwert am Haus eigentlich die letzten Überbleibsel meiner Rentenvorsorge (selbständig).

      Noch eine letzte Frage, weil ja auch der vorgezogene Vermögensauseinandersetzung angesprochen worden ist:
      - Dauert die Vermögensauseinandersetzung lange oder geht das in einem Gerichtstermin?
      - Stimmt es, dass bei der Vermögensauseinandersetzung nicht zukünftige Kosten berücksichtigt werden, das heißt konkret, dass ich dann einen Titel gegen meine Frau bekommen würde ohne Berücksichtigung, dass wenn später eine Teilungsversteigerung zu stande käme, hierdurch immense Kosten entstünden, so dass evtl. der Zugewinnausgleich gar nicht mehr durch den Hausverkauf bzw. den Erlösanteil meiner Frau abdeckbar wäre?


      Ich werde mal versuchen, die verschiedenen von Euch genannten Ideen genauer zu prüfen!
      Nochmals vielen Dank und viele Grüße,
      Peter
    • frau mit teilungsversteigerung

      Hallo Langenargen,die Drohung mit Teilungsversteigerung kommt häufiger vor.Nimm Dir bitte einmal die Zeit und nehme als <interessent an einer Versteigerung teil.Dann wirst Du erfahren wie das abläuft.Dann ein wichtiger Punkt ,der wurde schon angesprochen Forderungen geltend machen.Zahlungsaufforderung mit Fristsetzung.
      Grundbesitzabgaben,Winterdienst,Müllabfuhr,Schornsteinfeger.usw.Dann hast Du etwas in der Hand zum gegen
      rechnen.zu dem Thema kann ich wärmsten die Merkblätter vom Verband empfehlen.Auch wenn Du eine Anwältin hast.Ich stecke in ähnlicher Situation .Nerven bewahren ,nicht provozieren lassen.Gewiefte Anwälte legen es darauf an.liebe grüsse tdk52 :)
    • edy wrote:

      Hallo,

      langenargen wrote:

      Ich habe einen sehr hohen negativen Zugewinn,was ist ein negativer Zugewinn?
      Was ist ein negativer Zugewinn?

      lg
      edy
      Hallo Edy,
      mit negativem Zugewinn meine ich, dass mein in die Ehe eingebrachtes Vermögen höher ist als mein jetziges Vermögen bzw. das Vermögen zum Zeitpunkt der Zustellung des Scheidungsantrages (Scheidungsantrag habe ich gestellt, wir sind aber noch nicht geschieden, Antrag ruht schon irgendwie über ein Jahr).
      Viele Grüße,
      Peter
    • Hallo Langenargen,

      du weist, das Du beim Vermögensausgleich alle Zahlen über Belege beweisen must! Es reicht z,B. nicht aus zu sagen ich hatte 20.000 in Bar zu hause. Das müstest Du nach nachweisen..

      Wenn Dein Haus die Altersvorsorge darstellt, dann könnte es durchaus sein, das dieses dann zumindest in den Versorgungsausgleich der Rente einfließt. Bitte laß das bei Deiner Anwältin prüfen.
      Gruß Ephesus
    • Hallo Peter,

      edy hat deswegen so genau nachgefragt, weil es einen negativen Zugewinn (Zuverlust?( nicht gibt. Ist das Endvermögen kleiner als das Anfangsvermögen, dann wird der 'Zugewinn' auf Null gesetzt.

      Seit der Neuregelung in 2009 (oder 2010?) gibt es zwar ein negatives Anfangs- und Endvermögen - nicht jedoch einen negativen Zugewinn. Das kann in Einzelfällen richtig bitter sein.

      Gruß
      Susanne

      @ EPHESUS
      Seit wann fließen Immobilien in den Versorgungsausgleich ein? Bitte Rechtsgrundlagen nennen! Oder vielleicht mal hier lesen: gesetze-im-internet.de/versausglg/

      The post was edited 1 time, last by Susanne ().

    • Hallo Susanne,

      langenargen hat geschrieben, das die Immobilie als selbständiger seiner Altersversorgung dient. Daher habe ich mir diese Bemerkung erlaubt und darauf hingewiesen, das er dies bei seiner Anwältin prüfen läst. Du hast ja hier mal bemerkt, dass wir hier alles Laien sind. Danke für den Link.
      Gruß Ephesus
    • Hallo EPHESUS,

      ja, sind (fast) alle Laien hier. Das ist schon richtig. Dennoch setze ich auch bei einem Laien gewisses Grundlagenwissen voraus - zumindest dann, wenn er sich zu einem bestimmten Themengebiet äußert. Einfacher gesagt: Wenn er sich zum Thema 'Versorgungsausgleich' äußert, setze ich voraus, dass er weiß, was ein Versorgungsausgleich ist.

      Gruß
      Susanne
    • Hallo an alle,
      nochmals einen herzlichen Dank für Eure Bemühungen und Eure Antworten!
      Ich weiß, dass leider negativer Zugewinn nicht weiter ausgeglichen werden kann, es sei denn ein Härtefall könnte über eine Rückgewähr wegen Wegfalls der Geschäftsgrundlage geltend gemacht werden (aber das ist ein anderes Thema).

      Tatsächlich ist aber mein primäres Ziel (insbesondere kurzfristig) zu erreichen, dass wir mittels Mieteinnahmen die Darlehensraten bezahlen können (die Thematik bzgl. Zugewinnausgleich und so ist eigentlich eher sekundär).


      Hat vielleicht jemand schon ähnliches erlebt?
      Viele Grüße,
      Peter