Unterhalt b.z.w. Jugendhilfe

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    • Unterhalt b.z.w. Jugendhilfe

      Hallo,
      mein Lebensgefährte hat ein uneheliches Kind, gb 2001, das 2004 der Mutter vom Jugenamt weg genommen wurde und seid dem in einem Heim untergebracht ist.
      Jegliche anstrengungen unserseits, das Kind zu uns zu nehmen sind gescheitert. Wir bekamen weder den Aufenthaltsort noch ein Besuchsrecht. Aber bezahlen mußte er und das halbe Kind auf der Steuerkarte wurde auch gestrichen. Mit einem Anwalt hatten wir auch kein Glück denn er meinte das man gegen das Jugendamt nicht ankommt, es sei wir hätten viel Geduld und Geld. Also bleibt weiter nur das bezahlen der Jugendhilfe.
      Seid dem 01.06.2013 ist das Kind wohl jetzt in einer anderen Stadt, denn das zuständige Jugenamt dort, hat ebenfalls Jugendhilfe gewährt. Auch hier gibt es keine Auskünfte über den Aufenthaltsort. Einen Anwalt können wir uns finanziel nicht erlauben, aber ich habe den Verdacht das das Kind mitlerweile in einer Pflegefamilie untergebracht ist.

      Nun meine Frage: muß mein Lebensgefährte weiter zahlen wenn das Kind in einer Pflegefamilie ist ???? Wie kann man das noch rausfinden ohne einen Anwalt ???
      Was ist wenn das Kind eventuell Adoptiert worden ist ???
      Ich hoffe es kann uns jemand helfen

      Lg baerlie66
    • Hallo edy,

      es gab nie ein gemeinsames Sorgerecht. Er war von anfang an nur "zahlendes Mitglied"
      Begründungen gab es nur hinsichtlich darüber, das alle Kinder( so weit ich weiß insgesamt 4 ... wovon nur eins zu meinem Lebensgefährten gehört) der Mutter entzogen worden sind und die Kinder zusammen untergebracht wurden. Eine Trennung der Geschwister wäre für das Kind nicht gut.

      Es hieß seitens des Jugenamtes : vernachläßigung.

      Lg baerlie66
    • Hallo baerlie66,

      mit den dürftigen Angaben ist es schwierig, eine Antwort auf deine Fragen zu finden.

      Eine Adoption würde ich ausschließen. Das passiert nicht, ohne dass der leibliche Vater beteiligt wird. Unterhalt müssen leibliche Eltern natürlich weiter zahlen, auch wenn das Kind in einer Pflegefamilie ist. Wer denn sonst?

      Das Kind ist inzwischen 14 Jahre alt oder knapp drunter. Sicher wird es auch schon zu Umgang und Aufenthalt gehört. Um was geht es euch genau? Wenn es vorrangig das Finanzielle ist, habt ihr für 289 € eine sehr günstige Lösung. Wenn es aber um den Umgang geht oder gar um die Aufnahme des Kindes in euren Haushalt - nun ja, das ist natürlich nach 10 Jahren nicht so einfach. Wie war das denn am Anfang? Gab es ein Zusammenleben mit dem Kind oder auch nur Umgang? Kennt er sein Kind? Wann hat der Vater sich erstmalig darum bemüht, 'sein' Kind zu bekommen?

      Das sind natürlich reine Spekulationen, aber wenn das Anliegen, sein Kind bei sich aufzunehmen, erst sehr spät von dem leiblichen Vater kam, würde das JA sich sicher sehr schwer tun, eine solche Entscheidung zu treffen. Hinzu kommt - wie du selbst schreibst - die nicht gewünschte Trennung der Geschwister. Dennoch könnte ich mir vorstellen, dass ein behutsam vorbereiteter Umgang möglich sein könnte.

      Ich selbst habe im weiteren Bekanntenkreis eine Pflegefamilie, deren Pflegekind mit 3 Jahren zu ihnen kam. Der Mutter war das Sorgerecht entzuogen worden (schwerst drogenabhängig), der Vater hatte nie eins. In den ersten Jahren gab es keinerlei Kontakt zu den leiblichen Eltern. Später - und mit wirklich sehr guter Vorbereitung durch das JA - gab es den Kontakt. Der Aufenthaltsort des Kindes wurde jedoch weiterhin geheim gehalten. Zum Schutz des Kindes. Trauriger Höhepunkt des Kontaktes war nach einigen Jahren die Teilnahme an der Beerdigung der leiblichen Mutter. Da war das Kind noch unter 12 Jahre alt. Auch der Kontakt zum Vater wurde langsam erweitert. Mit dem Ergebnis, dass er nichts anderes wollte, als dass dieses wunderbare Kind da bleibt, wo es ist. Es wächst behütet in einer intakten Familie auf, wird verwöhnt und gefördert, wie es sich gehört. Für mich - für die übrigen Beteiligten erst recht - war das ein starkes Zeichen von wirklicher Liebe zu seinem Kind. Leider ist er inzwischen auch verstorben. Aber das Kind 'kennt' seine Eltern, hat ihre Gesichter im Herzen und vor allen Dingen keinen Hass. Mit viel Hilfe hat es verstanden, dass seine leiblichen Eltern es sehr wohl geliebt haben, jedoch nicht in der Lage waren, für ihr Kind zu sorgen. Das haben die Pflegeeltern übernommen. Dafür haben diese Pflegeeltern und natürlich auch die kleine Maus meinen allergrößten Respekt.

      Warum schreibe ich das? Euer Fall ist sicher anders. Dennoch wird in meinem Fall deutlich, dass 'Kindeswohl' nicht immer so einfach mit dem Aufenthalt bei den leiblichen Eltern zu erreichen ist. Das wäre der Idealfall und vermutlich auch der Regelfall.

      Gruß
      Susanne
    • Wenn das Kind in einer Pflegefamilie lebt (Vollzeitunterbringung nach § 33 SGB VIII), dann haben die Eltern einen Kostenbeitrag zu leisten (§ 91 SGB VIII), der sich nach den wirtschaftlichen Verhältnissen des jeweiligen Elternteils richtet. Es handelt sich bei dem Kostenbeitrag nicht um Kindesunterhalt sondern um eine Kostenbeteiligung. In der Regel bleibt nur selten Raum für zusätzlichen Unterhalt, weil der Lebensbedarf des Kindes durch die Leistungen des Jugendamtes gedeckt ist.
      Gruß

      K. Ahnung

      Dies ist kein Rechtsrat, sondern lediglich ein Diskussionsbeitrag!

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    • Hallo K.Ahnung,

      du hast Recht. Es ist natürlich kein Unterhalt im engeren Sinne. Bei der Kostenerstattung handelt es sich wohl um die Erstattung der Kosten des Unterhaltes, den das Jugendamt übernimmt. Dem Portemonnaie ist das - glaub ich - egal.

      Danke für deine Klarstellung.

      Gruß
      Susanne