Pinned Das fremde Kind und Ich - Teil 2 "Mein Schatz, der/die Ex und Ich"

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    • Das fremde Kind und Ich - Teil 2 "Mein Schatz, der/die Ex und Ich"

      Die Beziehung zu einem Menschen mit einem Kind aus früherer
      Ehe oder Beziehung ist für die meisten Betroffenen völliges Neuland. Vor-, Nachteile
      und Besonderheiten werden erst mit der Zeit deutlich und nützliche
      Informationen, um sich auf die kommenden Situationen einzustellen, gibt es
      praktisch nicht.



      Schon weil der Elternteil gedanklich regelmäßig um das Kind kreist, schließt
      sich das

      Stiefelternteil in Spe dem oft an und alle Sorgen, Nöte und Gedanken drehen
      sich um das Kind, ob es den neuen Partner mögen wird, wie es reagieren wird und
      dergleichen mehr.



      Dabei gerät ein anderer Aspekt oft völlig aus der Sicht: Da ist auch noch ein
      zweiter Elternteil. Ein/e Ex des neuen Partners, der/die durch das Kind
      deutlich präsenter in der neuen Beziehung sein wird, als man zunächst glauben und
      hoffen mag.



      Eifersüchtige Menschen finden auch deshalb ihren persönlichen Albtraum in einer
      solchen Beziehung und sollten sich wirklich kritisch damit auseinandersetzen,
      ob diese Konstellation für sie machbar und ertragbar ist.



      Der Vorsatz, mit dem/der Ex ja gar nichts zu schaffen zu haben und sich
      kategorisch heraushalten zu wollen ist gut - und vollkommen realitätsfern. Es
      dauert eine kleine Weile, bis der Stiefelternteil in Spe verstanden hat, wie
      eng die Verbindung zwischen dem Kind und beiden Eltern tatsächlich ist und wie
      stark schon alleine hierdurch der Ex-Partner in der neuen Beziehung präsent
      ist.



      Schlüsselerlebnis ist meist eine Terminverlegung. Umgang ist geplant, muss oder
      soll aber auf Wunsch des anderen Elternteils verschoben werden. Das kollidiert mit
      einer Verabredung des frisch gebackenen Paares und das Stiefelternteil in Spe
      verfolgt irritiert, wie schnell und ohne jedes Zögern - und gerne auch ohne
      jede Rücksprache - der neue Partner die Verabredung aufkündigt und das Kind und
      damit mittelbar die Forderung des anderen Elternteils vorzieht.



      Friss oder stirb.



      Beim ersten Mal ist es noch irritierend, beim zweiten und dritten Mal ärgerlich
      und beim vierten oder fünften mal bricht der erste ernstere Konflikt über Prioritäten
      in der neuen Beziehung aus. Meist begleitet von durchwachsenen inneren
      Monologen des Stiefelternteils in Spe, denn darf man das? Darf man einem
      Elternteil sagen "Jetzt ergreife doch bitte einmal Partei für mich und
      unsere Beziehung und nicht für das Kind und deine/e Ex!"




      Wochenendpapas/Wochenendmamas



      Insbesondere Partner von Umgangselternteilen begreifen sehr schnell, dass sie chronisch
      die zweite Geige spielen. Ist das Verhältnis zwischen den Eltern zudem nicht
      gut und verschärft sich womöglich noch mit Bekanntwerden der neuen Beziehung,
      sind Konflikte vorprogrammiert. In der Regel ist ohnehin jedes zweite Wochenende
      praktisch gänzlich dem Kind gewidmet und wenn es da ist, dreht sich alles nur
      noch um den kleinen Menschen.



      Viele Umgangselternteile verlieren aufgrund der seltenen Kontakte jede Relation
      im Umgang mit dem Kind und helikoptern extrem. Und nicht nur das - aufgrund der
      Konstellation herrscht die

      ständige Angst, das Kind könnte den Umgangselternteil irgendwann ablehnen. Weil
      man sich so selten sieht, weil es durch die neue Beziehung irritiert werden
      könnte oder weil man schon so viel über PAS
      gelesen hat.



      Das führt auch dazu, dass Umgangselternteile nicht selten paranoid über die Stimmung
      des Kindes wachen. Es darf nicht weinen, es darf sich nicht unwohl fühlen und
      nicht unglücklich gucken. Kommt das dennoch vor, werden sofort Gegenmaßnahmen
      eingeleitet. Im besten Fall fällt der neue Partner dabei einfach vollkommen aus
      dem Bild heraus und steht gefühlt sinnlos daneben. Im schlechteren Fall wird
      sehr schnell deutlich, dass der Umgangselternteil keine klare Sicht mehr auf
      sein eigenes Kind hat - weil der neue Partner mit ungetrübtem Blick schnell
      bemerkt: "Gib ihm/ihr doch nicht dauernd alles, was er/sie will!"



      Viele Umgangselternteile leben in der ständigen Angst, der andere Elternteil könne
      einfach den Umgang verbieten, verhindern oder sonstwie verunmöglichen und
      meiden daher jede Auseinandersetzung und Konfrontation. Eigene Wünsche und
      Vorstellungen werden gar nicht erst

      geäußert, um den anderen nicht gegen sich aufzubringen und dessen Forderungen
      überschnell und sehr unreflektiert erfüllt.



      Immer deutlicher wird, wie massiv der/die Ex Einfluss auf die neue Beziehung nimmt
      - besser, wieviel Einfluss der Umgangselternteil den/die Ex nehmen lässt.



      Der Stiefelternteil in Spe spürt sehr bald, dass hier etwas in Schieflage
      gerät, doch das Thema ist sensibel, weil ständig das Kind in der direkten
      Schusslinie steht. Die Forderungen der/des Ex ablehnen bedeutet gefühlt, das
      Kind mehr oder weniger abzulehnen. Diese Idee kommt oft weder vom
      Umgangselternteil noch vom Stiefelternteil sondern direkt von der/dem Ex - denn
      sämtliche Forderungen sind ja grundsätzlich im Sinne des Kindes und nur in
      desse bestem Interesse.



      Hinzukommt, dass, insbesondere wenn die Eltern hochstrittig sind oder ein energischer
      "Kampf" um das Kind vorausging oder noch immer anhält, die Grundstimmung
      "Alle wollen mir nur das Kind wegnehmen" schnell um sich greift und
      der neue Partner schneller in dieses Täterschema mit hineinfällt, als er/sie
      sich vorstellen kann. Jede Kritik am Zustand, jede Forderung im Sinne der neuen
      Beziehung wird als Haltung gegen die Verbindung zwischen Elternteil und
      Kind interpretiert.



      Nicht selten kommt es zu einem Hop oder Top - entweder der neue Partner schluckt
      die chronische Zurücksetzung, oder die Beziehung ist zu Ende.
      Nichts macht die Menschen so unverträglich wie das Bewußtsein, genug Geld für einen guten Rechtsanwalt zu haben.
    • Wir sind Familie - du
      nicht



      Eine andere Problematik entsteht in der neuen Beziehung des
      überwiegend betreuenden Elternteils. Anders als der Partner des
      Umgangselternteiles kommt er mehr oder weniger in eine nahezu
      "typische" Familie - mit vakanter Position. Zumindest drängt dieser
      Eindruck sich schnell auf. Da

      ist eine Mutter oder ein Vater, ein Kind und eine/r fehlt.



      Ist die Hürde zum Kontakt mit dem Kind einmal genommen, entsteht schon aus der
      Situationsdynamik heraus immer wieder und sehr schnell ein sozialdynamischer
      Sog, der den Stiefelternteil in Spe dazu bringt, sich selbst mehr und mehr in
      der Rolle eines Ersatzvaters oder einer

      Ersatzmutter zu erleben. Bei gemeinsamen Unternehmungen mit dem Kind wird
      er/sie von Dritten in Nebensätzen als "Papa" oder "Mama"
      bezeichnet und das schmeichelt durchaus. So einfach ist das also mit der Familiengründung.



      Auch die Kinder tragen zu diesem Sog erheblich bei, denn sie sind meist oder
      immer da, wenn das Paar sich sieht. Zeiten ohne Kinder sind selten und kostbar.
      Eine isolierte Paarentwicklung findet oft gar nicht statt - man wird vom Single
      zum Teil der Familie. Zumindest glaubt man das zunächst.



      Diese Illusion - und oft genug geben sich alle Beteiligten diesem Bild hin,
      auch der betroffene Elternteil - platzt dann meist rabiat an einer
      Unstimmigkeit über Erziehungsansätze oder generell der Erwartung des
      Stiefelternteils in Spe, in Entscheidungen bezüglich der "Familie" -
      also auch der Kinder - einbezogen zu werden. Hier läuft er oder sie ohne
      Vorwarnung gegen eine regelrechte Glaswand. Kümmern soll er/sie sich und
      inwiefern er oder sie das bereit ist zu tun bestimmt nicht unwesentlich die
      weitere Entwicklung der frischen Beziehung. Aber entscheiden darf und soll er/sie
      nichts. Der Versuch ist strafbar. Und über kurz oder lang kommt der Satz der
      Sätze: "Du bist nicht seine/ihre Vater/Mutter!"



      Das sitzt. Insbesondere wenn man sich seit Wochen und Monaten darum bemüht in
      eine vergleichbare Rolle oder zumindest einen passablen Platzhalter hinein zu
      wachsen, weil das die Erwartungshaltung der übrigen Familie zu sein scheint.



      Und dann ist sie plötzlich ganz präsent, die Frage, wer bin ich und wer ist
      der/die Ex in diesem Gefüge. Nun hat auch der Partner/die Partnerin des
      betreuenden Elternteils verstanden, dass die

      Prioritäten und Hierarchien in der neuen Beziehung bei Weitem nicht so einfach
      zu durchschauen und zu leben sind, wie zunächst gedacht.



      Kommt es richtig schlimm, geraten die Kinder auch noch in einen Loyalitätskonflikt.
      Nicht selten von ganz alleine und ebenfalls aus dieser unsichtbaren Erwartungs-
      und Stimmungslage heraus, eine "neue" Familie mit allen zugehörigen
      Rollen sei entstanden. Sie kommen vom Umgang mit dem anderen Elternteil,
      dem/der Ex, zurück und plötzlich ist der Stiefelternteil in Spe der erklärte
      Feind. Der Vorwurf, der/die Ex hetzt die Kinder auf, ist dann schnell zur Hand
      - tatsächlich nur selten

      berechtigt. Die Kinder geraten von ganz alleine in einen Konflikt, denn die
      IST-Situation passt nicht zu dem Bild einer vollständigen Familie, das sie aus
      dem sozialen Umfeld, dem Fernsehn und Kinderbüchern kennen. Die logische
      Schlussfolgerung des Kindes: Wenn es nur einen Papa, eine

      Mama und mich geben kann, dann versucht der Neue/die Neue offenbar, Papa/Mama
      auszustechen!




      Dazu müssen Sie gar nichts (falsch) machen. Sie sind da - das reicht.





      Das bequeme Feindbild



      Vollkommen gleich ob Sie sich einen betreuenden oder umgangsberechtigten
      Partner

      mit Kind ausgesucht haben - an einer Stelle sind sich die Situationen äußerst
      ähnlich:

      Es gibt ein prädistiniertes Feindbild: Den/die Ex.



      Selbst wenn persönliche Einfersucht keinerlei Rolle spielt - was tatsächlich selten
      der Fall ist, selbst bei ansonsten kaum oder nicht eifersüchtigen Menschen -
      ist es schwer bis unmöglich, sich einer gewissen Frontenbildung zu entziehen.
      Nicht nur neigen die meisten Elternteile selbst deutlich dazu, Fehler und
      Versäumnisse vorwiegend beim jeweils anderen Elternteil zu suchen, grade dann,
      wenn eine neue Beziehung entstanden ist und es zu Konflikten und/oder Schwierigkeiten
      kommt, dann ist der schwarze Peter sehr schnell und gerne dem/der Ex
      zugewiesen.



      Wollen die Kinder die neu begründete Patchwork-Idylle nicht so recht mitmachen,
      muss der/die Ex sie aufhetzen und beeinflussen. An Beziehungsstreitigkeiten ist
      nicht selten der/die Ex "in Abwesenheit" schuld, denn ohne ihn/sie
      gäbe es ja das Problem mit dem Umgang/der Urlaubsreise/den Unterhaltszahlungen
      nicht. Und grade wenn eben doch eine gewisse Eifersucht da ist, wird diese
      gerne verdrängt und stattdessen nach sachlichen, oft die Kinder betreffenden
      Gründen für eine ablehnende Haltung gegen den/die Ex gesucht.



      Hinzu kommt, dass nicht selten das Auftauchen des neuen Partners zu einer tatsächlichen
      Veränderung im Gesamtgefüge der Trennungsfamilie führt. Nicht selten sind es
      neue Partner, die Elternteile dahingehend beeinflussen, endlich eine
      vernünftige und zuverlässige Umgangsregelung

      zu etablieren und auch umzusetzen. Schon aus Selbstschutz vor ständiger Planungsunsicherheit
      oder als naheliegenden Lösungsweg, wenn der neue Partner ständig halbdepressiv
      über den mangelnden Kontakt philosophiert.



      Dann sind schnell die Ex-Partner auf den Barrikaden - "Bevor
      der/die gekommen ist, war alles gut und jetzt gibt es Ärger!
      "



      Nicht alle neuen Partner schaffen es, eine erwachsene Neutralität in der Sache
      zu entwickeln. Es kommt tatsächlich nich selten vor, dass neue Partner einen
      Elternteil gegen den anderen aufhetzen. Oft aus Eifersucht und nicht einmal
      bewusst. Oft wird jedoch auch die - berechtigte - Forderung des neuen Partners
      an den einen Elternteil, klare Strukturen zu schaffen und Klarheit herzustellen
      einfach auf den/die Ex umgemünzt, um den Konflikt aus der Beziehung heraus und
      auf eine andere Baustelle

      zu projezieren. Dann ist das Problem nicht, dass der eine Elternteil alles hat
      schleifen lassen und es ganz bequem fand, dass der andere die Kinder auf Zuruf
      nimmt oder her gibt, dann ist es plötzlich der andere, der ja kommt und geht
      wie er will und keine Regeln einhalten will.



      Auch das ist bequem. Paarprobleme zu Trennungsproblemen zu machen.
      Nichts macht die Menschen so unverträglich wie das Bewußtsein, genug Geld für einen guten Rechtsanwalt zu haben.
    • Der Kaffee des Grauens



      In einschlägigen Communities und Diskussionsgruppen hat sich vor einer Weile
      die Idee etabliert, es sei richtig und höflich, dem anderen Elternteil einen
      neuen Partner vorzustellen, bevor die Kinder auf

      ihn/sie treffen. Man wolle ja wissen, mit wem die Kinder da zu tun hätten.
      Womöglich sei sogar nur mit konkreter Erlaubnis des anderen Elternteils zu
      entscheiden, wann die Kinder den neuen Partner kennenlernen.



      Der Wunsch "mal einen Kaffee" mit dem neuen Partner trinken zu gehen
      hat sich zum Sinnbild dieses Ansatzes entwickelt. Am liebsten ohne den anderen
      Elternteil, versteht sich.



      Allein einmal den Gedanken wirken zu lassen, es gäbe keine Kinder und der oder
      die Expartner/in

      würde verlangen, einen neuen Partner erst einmal alleine in Ruhe zu treffen und
      kennenzulernen macht sehr deutlich, welche Grenzüberschreitung hier zur
      Diskussion gestellt wird.



      Das soll nicht falsch verstanden werden - wunderbar, wenn alle beteiligten Erwachsenen
      sich verstehen und angenehme Zeit miteinander verbringen und sich austauschen
      können. Darum geht es hierbei jedoch nicht. Es geht um eine Art
      Bewerbungsgespräch, das eine Entscheidungsgewalt impliziert, die nicht
      existiert. Und für den neuen Partner ist es ein potentieller Schlag ins Gesicht,
      aufgefordert zu werden, dem/der Ex doch erst einmal zu beweisen, dass er/sie in
      die Nähe der Kinder gelassen werden könne.





      Drei, zwei, eins - nicht mehr Deins



      Es werden Grenzen überschritten. Und diese Grenzen sind und werden immer wieder
      Thema, wenn es um die Abgrenzung geht zwischen dem/der Ex, dem/der Neuen und
      dem Kind. Einerseits sind hier ungelöste Trennungskonflikte ein großes Thema -
      das Kind wird oft zum Hebel und zur Fessel gegenüber dem ehemaligen Partner und
      anderen Elternteil. Die Kinder werden instrumentalisiert - oft nicht einmal
      bewusst - um Einblick in das Leben des anderen nach der Trennung zu gewinnen,

      seinen/ihren Lebenswandel, seine/ihre Partnerwahl oder sonstige Gepflogenheiten
      zu verfolgen oder zu beeinflussen und - völlig unberechtigt - zu bewerten. Über
      allem schwebt die Drohung "Wenn du

      nicht gut genug (meinem Maßstab nach) bist, nehm ich dir das Kind weg!"



      Nicht selten schwingen sich beide Elternteile in eine selbstüberhöhte Position
      auf, in der sie sich berechtigt und imstande sehen zu beurteilen, was gut für
      das Kind ist und was nicht, insbesondere wenn es vom anderen Elternteil kommt.
      Wettkampfstimmung kommt auf. Und der neuePartner ist mittendrin.



      Manchmal dauert es erstaunlich lange, bis die Frage aufkommt: Geht es dem/der
      Ex hier überhaupt um das Kind?



      Die am häufigsten zutreffende Antwort ist ein klares Nein. In der Regel geht es
      nicht um das Kind. Es geht um Ego und Befindlichkeiten, Besitzdenken, um die
      Angst, ersetzt zu werden oder Verletztheit, weil der andere eine neue Beziehung
      eingegangen ist. Trennungen bringen viel Selbsttäuschung mit sich, die nicht
      mehr aufrecht zu erhalten sind, wenn ein neuer Partner auftaucht.





      Meist zeigt sich der eigentliche Charakter geäußerter Bedenken oder Einwände
      schon in ihrem Inhalt:



      -mit dem/der Neuen hat man ja kein Problem, man möchte nur nicht, dass der
      andere Elternteil mit Kind zu dem/der Neuen zu Besuch fährt, weil das
      verstörend für das Kind wäre.



      - der/die Neue ist ja nicht das Problem, man findet ja nur, Umgangszeit gehört
      dem Kind und sollte daher allein mit dem Kind verbracht werden, damit es keine
      Ablenkungen gibt.



      -natürlich freut man sich total für den/die Ex, dass da wieder ein/e

      neue/r Partner/in ist, man findet eben nur, für einen Urlaub mit Kind

      und neuem Partner ist es noch zu früh, das verwirrt das Kind nur.



      - sicherlich soll und muss das Kind den/die neue/n Partner/in kennenlernen -
      aber eben noch nicht sofort nach dem ersten Beziehungsjahr...



      Es geht um Angst vor Kontrollverlust.



      Das wird sehr deutlich, wenn man sich typische Einwände genauer betrachtet. Es
      geht auch klar darum, gewisse, eigentlich normale Grenzen nicht akzeptieren zu
      können und zu wollen, oft weil sie bis zum Auftauchen des neuen Partners von
      allen Beteiligten einfach ignoriert wurden.



      Die üblichen Grenzen zwischen Erwachsenen, nicht mehr als Paar verbundenen
      Menschen, wurden nicht selten nach der Trennung einfach für inexistent erklärt,
      weil da ja das Kind ist. Mit dem Argument "Kind" hatten beide
      Ex-Partner nach wie vor überzogen viel Einblick und Einfluss im Leben des
      jeweils anderen. Das minderte die empfundenen Trennungsfolgen.



      Nun ist da aber der/die Neue und fordert diese völlig nachvollziehbaren Grenzen
      ein, denn nun werden auch seine/ihre Grenzen überschritten. Im Grund verlagern
      sich auf diese Weise Trennungskonflikte weit hinter die eigentliche Trennung
      und hinein in die frisch gebackene neue Konstellation, die mit der Trennung
      selbst eigentlich gar nichts zu tun hat.





      Quicktip


      • Seien Sie ehrlich zu sich und ihrem Partner - Sie sind eifersüchtig. Das ist

        jeder normale Mensch in dieser Konstellation zunächst einmal. Die Ihnen

        bekannten Regeln und Muster für Beziehungen funktionieren nicht und Sie

        müssen erst neue, passende entwickeln.

      • Schieben Sie ihre Gefühle nicht von sich oder wiegeln Sie mit moralischen
        Intonationen ab. Ja, da ist ein Kind, ja das bedeutet gewisse
        Verpflichtungen, Sie selbst sind

        aber dennoch involviert, betroffen und haben Gefühle. Das abzustreiten

        bringt weder Sie noch ihren Partner mit Kind weiter und verkompliziert

        die Dinge unnötig.

      • Überbewerten Sie ihre Gefühle nicht. Sie haben sich einen Partner mit Kind ausgesucht
        und das bedeutet, dass Sie innerhalb der Beziehung nie derart absolute
        Priorität haben oder

        verlangen können, wie Sie es womöglich aus anderen Beziehungen kennen

        und das ist normal und gut so. Finden Sie gesunde Mittelwege, statt

        etwas etablieren zu wollen, das nicht da ist - eine "normale"
        Beziehung.

      • Setzen Sie sich ganz bewusst mit Ihrer eigenen Haltung zu der Ex-Partnerin/dem

        Ex-Partner und somit anderen Elternteil des Kindes auseinander. Bemühen

        Sie sich um Sachlichkeit. Sie müssen ihn/sie nicht mögen oder

        sympathisch finden, aber Sie müssen ihn/sie in der Rolle als Elternteil

        des Stiefkindes in Spe akzeptieren und respektieren. Mehr nicht aber

        auch niemals weniger.

      • Halten Sie sich aus Trennungsquerelen raus, so gut Sie nur können. Viele neuen
        Partner fühlen sich von der offenbaren Not des Partners mit Kind
        angestachelt, seine oder ihre

        Konflikte zu lösen. Tun Sie das nicht. Sie können und dürfen

        unterstützen, den Rücken freihalten und die Stimmung heben aber Sie

        können und dürfen nicht die Schlachten ihres Partners schlagen. Nicht

        nur machen Sie sich damit auf Dauer selbst unglücklich, weil Sie immer

        und immer wieder gegen die "Sie sind ja gar nicht
        betroffen"-Mauer

        laufen, sei das vor Gericht, bei Beratungsstellen oder im sozialen

        Umfeld - darüber hinaus treiben Sie den Partner mit Kind zu einem

        scheinbaren Engagement, das womöglich gar nicht da ist und nehmen

        ihm/ihr damit die Möglichkeit zu erkennen, was wirklich wichtig ist und

        getan werden muss.

      • Lassen Sie sich niemals zu irgendwelchen Wettkampfstimmungen hinreißen. Es gibt
        weder einen Grund noch ergibt es

        Sinn, sich mit dem/der Ex-Partner/in zu vergleichen oder messen zu

        wollen. Das Kind hat nichst von zwei Erwachsenen, die darum wetteifern,

        wer die bessere Vater- oder Mutterfigur abgibt. Das Kind profitiert

        dann, wenn es die Gelegenheit bekommt, frei und ungezwungen Bindungen

        und Bezugspersonen zu wählen und Kinder wählen sehr klug. Sie spüren,

        was ihnen gut tut, wo es ihnen gut geht und wo nicht.

      • Seien Sie Diplomat - nicht Truppenführer im Dienste ihres neuen Partners. Er/sie


        ist zu involviert um Alles noch jederzeit klar und vernünftig bewerten

        zu können. Helfen Sie ihm/ihr dabei und bieten Sie eine weitere, weniger

        getrübte Sicht auf die Dinge an. Fördern Sie Kompromisse, Lösungen und

        Einvernehmlichkeiten - Sie selbst werden mit am meisten davon

        profitieren, wenn kein Rosenkrieg ausbricht oder ein bestehender

        Trennungsstreit beigelegt werden kann.




      Quelle: [url]http://trennungmitkind.com[/url]
      Nichts macht die Menschen so unverträglich wie das Bewußtsein, genug Geld für einen guten Rechtsanwalt zu haben.

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