Berechnung der Betreuungszeiten

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    • Berechnung der Betreuungszeiten

      Hallo,

      Bei uns steht die Trennung an. Meine Frau wird aus der gemeinsamen Mietswohnung ausziehen. Was unseren 3-jaehrigen Sohn betrifft, sind wir beide der Ueberzeugung, dass es fuer ihn das Beste ist, wenn er weiterhin beide Elternzeile zu gleichen Teilen hat. Nun weiss ich aber, dass es fuer andere Angelehenheiten wie z.B. Ehegatteunterhalt eine Rolle spielt, ob man ein echtes Wechselmodell (50:50) lebt oder der eine Elternteil sich 60%, der andere 40% um das Kind kuemmert.

      Welche Regeln gibt es fuer die Berechnung der Betreuungszeiten?

      - Wie werden Naechte beruecksichtigt? Unser Sohn ist alles andere als ein guter Schlaefer, wacht alle 1-3 h auf.
      - Unser Sohn besucht von 8-13 Uhr eine Kita. Wie werden diese Zeiten beruecksichtigt?
      - Meine Frau ist beruflich zeitlich flexibler, so dass sie tendenziell mehr Betreuung an Werktagen uebernehmen kann. Wie werden Werktage vs. Wochenende gewichtet?
      - Welche anderen Aspekte gilt es zu beruecksichtigen?

      Herzlichen Dank fur Eure Antworten.
      Bergensis
    • RE: Berechnung der Betreuungszeiten

      Hallo Bergensis,

      herzlich Willkommen bei uns. Ich hoffe, du wirst hier fündig und kannst von den Erfahrungen der anderen User (gute wie schlechte) profitieren.

      Zu deinen Fragen bezüglich des Wechselmodells wirst du hier viele Erfahrungsbericht finden, wenn du die Suchfunktion mit dem Stichwort Wechselmodell bemühst.

      Aber vorab eine ganz wichtige Info: Wechselmodell funktioniert nur, wenn beide Eltern das wollen. Es ist auch gut, das bereits am Anfang der Trennung festzuzurren. Später kommen oft so viele andere Dinge ins Spiel, die die Situation vergiften könnten.

      Wie wäre es, wenn ihr euch als Eltern (und nur als Eltern) zusammensetzt und einen Plan entwerft, der eurem Kind das Gefühl der Geborgenheit und Fürsorge bei beiden Eltern vermittelt - und der auch euren Verpflichtungen und Ansprüchen gerecht wird. Dabei würde ich zunächst alle finanziellen Überlegungen aussparen.

      Ich meine auch, dass dieses Klein/Klein bei der Berechnung von Betreuungszeiten nur hinderlich ist. Ob es nun 3 x in der Nacht aufwacht oder aber bei den nächsten Infektionswellen in Kindergarten und Schule zusätzliche Betreuung zu Hause gebraucht.. Das sind doch Dinge, die man nicht wirklich planen oder gar vorausschauen kann. Wichtig ist, dass ihr beide einen 'Notfallplan' habt.

      Wenn ihr hinbekommt, eine Planung im Sinne des Kindes auf die Beine zu stellen - dann muss natürlich auch das Finanzielle geregelt werden. Aber erst dann.

      Ich wünsche euch ein gutes Händchen!

      Gruß
      Susanne
    • RE: Berechnung der Betreuungszeiten

      Grundsaetzlich hast du sicher recht, wenn Du sagst, das klein/klein sei hinderlich. Was ich nur moechte, ist eine korrekte Organisation. Das hat einen simplen Hintergrund: Wir haben uns bereits auf eine Aufteilung der Tage geeinigt. Dann ging meine Frau zu einem Anwalt, um sich juristisch beraten zu lassen, was ja ihr gutes Recht ist. Zum Wechselmodell sagte er, das sei doch gar kein echtes Wechselmodell - ohne jedoch einen konkreten Gegenvorschlag zu machen. Und schon haftet so etwas im Kopf, wenn es um die naechsten Themen wie Unterhalt etc. geht. Wir wollen kein klein/klein. Aber juristisch soll unsere Einigung moeglichst wasserdicht sein, um in schwierigen Phasen des Scheidungsprozesses keinen Konflikt diesbzgl. zu bekommen. Aus diesem Grund habe ich nach Euren konkreten Erfahrungen gefragt.
    • RE: Berechnung der Betreuungszeiten

      hy Bergensis, Du willst doch sicherlich auf was spezielles aus, meine Vermutung dass das nix mit elterlicher Sorge zu tun hat.

      schreib also mal was Sache ist, worüber besteht Uneinigkeit bei Euch ?
      Mit schwarzgelben Grüßen der Hemshöfer
      ISUV-Mitglied seit 1987
    • RE: Berechnung der Betreuungszeiten

      Es gibt noch keine Uneinigkeit. Aber damit die gar nicht erst entstehen kann, möche ich wissen, ob es Regeln gibt, nach denen die Anteile der Betreuung ermittelt werden. Werden sie stundengenau ermittelt? D.h. man zählt einfach jede Stunde, in der das Kind beim Vater bzw. der Mitter ist für den Vater bzw. für die Mutter und die Stunden, die das Kind im Kiga ist für keinen der beiden? Oder zählen die Stunden im Kiga doch für denjenigen, der das Kind sowohl in den Kiga bringt und wieder abholt?

      Beispiel:
      An den WE wird das Kind im zwei-wöchentlichen Wechsel von Mutter bzw. Vater betreut. Der das Kind am WE betreut, bringt es auch am Mo in den Kiga. Abgeholt wird das Kind am Mo immer von der Mutter und am Di und Mit immer in den Kiga gebracht und wieder abgeholt. Am Mi Abend übernimmt dann der Vater und bringt das Kind am Do und Fr zum Kiga und holt es auch ab. Ist das 50/50?
    • RE: Berechnung der Betreuungszeiten

      Hallo Bergensis,

      versteh mich nicht falsch, ich kann nachvollziehen, dass du mögliche Diskussionspunkte im Vorfeld geklärt haben möchtest.

      Aber bei mir hinterlässt das den Eindruck, als würdest du dir mehr Gedanken über eine ggf. finanziell für dich nicht optimale Lösung machen als dich einfach freuen, dass du ein wie auch immer geartetes Wechselmodell leben kannst.

      Weil ganz knapp gesagt:
      Wenn KM Aufenthaltsbestimmungsrecht für euer Kind hat und sich nicht auf ein Wechselmodell einlässt, dann hast du nur die Option auf die übliche Regelung von allen 14 Tagen ein WE. UND du müsstest kompletten KU zahlen.

      Das hätte ich immer im Hintergrund als Maximum dessen, was zu zahlen ist und Minimum dessen, was ich dann als Umgang hätte.

      Und dann wäre meine Entscheidung:
      Keep cool, keine unnützen Diskussionen (die ggf. das Klima zumindest verschärfen könnten), Kind genießen und sich vor allem priviligiert fühlen, dass du so viel betreuen kannst. Manch eine(r) würde dich glühend beneiden.

      Gruß Jona
      weiblich aber sowohl KU Zahlerin als -Empfängerin gewesen

      The post was edited 2 times, last by Jona ().

    • RE: Berechnung der Betreuungszeiten

      Hallo Bergensis,

      das Wochenende = Samstagvormittag bis Montagmorgen (richtig?) ist wechselweise geregelt. Kann man also außen vor lassen.

      Es geht um die Zeit ab Montagmittag (oder später?).

      Die Mutter betreut also die Zeit von Montagmittag bis Mittwochabend, sind 2 volle Tag plus ca. 6 Stunden.
      Deine Zeit wäre also von Mittwochabend bis Freitagmittag, sind 2 volle Tage minus ca. 6 Stunden.

      Vorausgesetzt habe ich dabei, dass 'Mittag' so gegen 12/13 Uhr wäre und 'Abend' gegen 18.00 Uhr. Nein, das wäre dann keine 50:50-Betreuung, sondern ca. 40:60 und hätte schlimmstenfalls die Folgen, die Jona beschrieben hat.

      ABER: Das sind alles juristische Überlegungen. Einigen könnt ihr euch, worauf ihr wollt. Das bezieht sich auch auf die finanzielle Aufteilung. Beim Kinderunterhalt seid ihr im Wechselmodell beide gegenseitig zur Zahlung verpflichtet. Das muss aber nicht 1:1 der gleiche Betrag sein. Das würde sich dann (wie bei Volljährigen) anteilig nach den Verdiensten aufteilen.

      Wenn dabei schon große Ungleichgewichte sind, ist die 'Ersparnis' beim echten Wechselmodell vielleicht gar nicht mehr so groß, einfach mal durchrechnen.

      Gruß
      Susanne

      P.S. Ganz wichtig ist aber eine 'Notfalllösung'. Was macht ihr, wenn ein Elternteil an 'seinen' Tagen nicht kann. Was ist im Krankheitsfall, Urlaub usw.
    • RE: Berechnung der Betreuungszeiten

      hmmmm Bergensis, warum reitest Du so auf den 50% rum ?(

      es gibt kein Gesetz das einen genauen %-Satz der Betreuung vorschreibt. Das ist allein Sache der Eltern !

      auch die "gemeinsame elterliche Sorge" ist nicht von der Übernahme einer bestimmten Menge an Betreuungsleistung abhängig.
      Mit schwarzgelben Grüßen der Hemshöfer
      ISUV-Mitglied seit 1987
    • RE: Berechnung der Betreuungszeiten

      Original von Hemshöfer
      hmmmm Bergensis, warum reitest Du so auf den 50% rum ?




      Na,wahrscheinlich deswegen:

      Original von Bergensis
      ......

      Nun weiss ich aber, dass es fuer andere Angelehenheiten wie z.B. Ehegatteunterhalt eine Rolle spielt, ob man ein echtes Wechselmodell (50:50) lebt oder der eine Elternteil sich 60%, der andere 40% um das Kind kuemmert.




      Ich finde,die Länge der Betreuungszeiten sollte man nicht davon abhängig machen,um weniger Unterhalt zahlen zu müssen.

      Die meisten haben nur jedes 2. WE,und würden sich mehr Umgang mit ihren Kindern wünschen.



      Ziva
    • RE: Berechnung der Betreuungszeiten

      Hallo,

      aber bezüglich Ehegattenunterhalt wäre es ja "günstiger" vollen KU zu zahlen. Reduziert doch die Restsumme mehr, als wenn bei 50/50 Wechselmodell gar kein KU fließen würd.

      Obwohl ich wie du Zita, diese Rechnerei auch nicht toll finde, weil das Wohl des Kindes im Vordergrund stehen sollte. Bei beiden Elternteilen

      Oder bin ich da auf dem falschen Dampfer?

      Gruß Jona
    • RE: Berechnung der Betreuungszeiten

      Hallo!

      Ich hatte mich dazu noch gar nicht geäußert (Ziva u. Zita sehr ähnlich), aber ich bin in der Tat ganz anderer Meinung. Ich finde es nicht richtig, wenn Väter maximalen Unterhalt bei maximaler Betreuung zahlen soll mit dem Hinweis, andere Väter wären ja froh, wenn sie ihre Kinder mehr sehen könnten.

      Ich bin dagegen, weil das Ausdruck einer veralteten Mentalität ist: Vater zahlt, Mutter betreut und wenn letztere von diesem Privilegium etwas abrückt, dann ist das eine Gnade, die auch noch finanziell belohnt werden soll.

      Ich kann mir kaum Frauen vorstellen, die 40:60 betreuen und dabei noch vollen KU an den Ex zahlen. Vielmehr hört man immer wieder von Frauen, die viel verlangt haben von den Ex-Partnern, ziehen die Kinder dann um, zahlen sie keinen Cent.

      Ich würde jetzt nicht unbedingt eine Liste mit Wachzeiten des Kindes nachts anlegen und die mit der Liste des Ex-Partners vergleichen und die Differenz auf den Cent ausrechnen, aber an Bergensis Stelle würde ich schon auf 50:50 achten.

      LG
      Zita
    • RE: Berechnung der Betreuungszeiten

      Hallo Ziva,

      was man aus welchem Beitrag 'liest', ist halt Geschmackssache. Für mich hört sich das hier
      Bei uns steht die Trennung an. Meine Frau wird aus der gemeinsamen Mietswohnung ausziehen. Was unseren 3-jaehrigen Sohn betrifft, sind wir beide der Ueberzeugung, dass es fuer ihn das Beste ist, wenn er weiterhin beide Elternzeile zu gleichen Teilen hat.

      jedenfalls anders an.

      Es wäre schade, wenn sich aus einer ursprünglich guten Idee nur noch eine rein finanzielle Betrachtung ergibt. Das gilt selbstverständlich für beide Seiten. Das Wechselmodell ist hier schon oft diskutiert worden und es gibt wenige Erfahrungen, die wirklich gut liefen.

      Bei Bergensis kommt hinzu, dass wir nicht wirklich wissen, wie es um die Finanzen auf beiden Seiten steht. Das müsste man aber berücksichtigen, um eine wirklich faire Lösung zu finden.

      Wie auch immer, der Fall schreit nach einer Kompromisslösung. Vielleicht ist hier aber der Zeitpunkt schon überschritten, wo man noch zu Kompromissen bereit ist. Das wär schade.

      Gruß
      Susanne
    • RE: Berechnung der Betreuungszeiten

      Hallo!

      Mag Interpretationssache sein.

      Ich lese das so, dass die Eltern zunächst einmal zu der Erkenntnis gekommen sind, dass sie trotz Trennung beide noch viel für ihren Sohn da sein wollen, damit dieser es trotz Trennung möglichst gut hat. Das ist doch zunächst einmal lobenswert.

      Dann haben die beiden Eltern ein Modell gebastelt. Hört sich so an, als würde dabei die Frau über die Woche etwas mehr betreuen, da sie beruflich flexibler ist. Grundsätzlich ist aber eine gleichwertige Betreuung angestrebt.

      Dann lässt sich die Frau anwaltlich beraten. Der sagt kein Wechselmodell, ergo vollen Ehegatten- und Kindesunterhalt.

      Also wenn ich mit meinem Partner im Fall der Trennung nach einem möglichst gleichberechtigtes Modell der Betreuung suche und auch (fast) finde und mir dann einer sagt, nein, nein, da fehlen Mittwochnachmittag drei Stunden, also bitte maximales Geld bei maximaler Betreuung, dann würde ich auch hellhörig.

      Würde man mir dann unterstellen, ich wolle mein Kind nur aus finanziellen Gründen betreuen, dann fände ich das nicht gerecht. Ausgangspunkt ist doch, dass ich nicht durch die Trennung zur Wochenendsmutti werde. Ich möchte doch so viel betreuen, wie es mir möglich ist.

      Umgekehrt wird meiner Meinung nach ein Schuh draus. Frau Bergensis sollte froh sein, dass ihr Mann sich in der Betreuung so engagieren will. Das gibt ihr beruflich Freiheiten. Das ist langfristig viel mehr Wert als irgendwelcher Ehegattenunterhalt.

      Vielleicht ist Frau Bergensis ja auch so klug und sie sagt ihrem Anwalt, dass hier zwar das Potential zur maximalen Ausschöpfung besteht, sie aber auf die Möglichkeit freiwillig verzichtet und sie sich mit Herrn Bergensis auf angemessene Zahlungen einigt, die die drei Stunden mehr am Mittwochnachmittag ausgleichen.

      Eine solche Lösung ist vor allem Sohn Bergensis zu wünschen. Denn geht der Geldkrieg einmal los, ist er der Hauptverlierer. Und zwar nicht in finanzieller Hinsicht.

      LG
      Zita

      The post was edited 1 time, last by Zita ().