Pfändung Kindesunterhalt

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    • Pfändung Kindesunterhalt

      Da sich mein Exmann weigerte Kindesunterhalt zu zahlen, habe ich ein gerichtliches Urteil erwirkt und der Kindesunterhalt wird seit Jahren von seinem Gehalt gepfändet und von seinem Arbeitgeber direkt an mich überwiesen. Plötzlich erhielt ich nun von seinem Arbeitgeber einen wesentlich geringeren Pfändungsbetrag. Auf meine Nachfrage beim Arbeitgeber bekam ich die Auskunft, dass nicht mehr gepfändet werden kann,da mein Exmann erkrankt sei und für den Monat ein geringeres Gehalt erhalten habe. Mein Sohn und ich sind auf den Kindesunterhalt dringend angewiesen-was kann ich jetzt tun ? Muss mein Exmann den fehlenden Kindesunterhalt zahlen ? Bei längerer Erkrankung erhält er ja sicher Krankengeld.
    • RE: Pfändung Kindesunterhalt

      hallo,

      erstmal ist der vater krank geschrieben, ist die frage wie lange? Das die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall geringer ist als das monatliche Einkommen, ist immer so. Bei längerer Krankheit (mehr als 6 Wochen?) zahlt die Krankenkasse Krankengeld. Sie können mit dem gerichtlichen Titel direkt den Unterhalt (Krankengeld) bis zu einer bestimmten Grenze (Selbstbehalt) pfänden. Lassen Sie sich von einem Anwalt unterstützen, der auch über einen Beratungschein abrechnen kann.

      Liegt der Vater mit dem Krankengeld unter der Selbstbehaltgrenze, dann bleibt nur noch die Möglichkeit Unterhaltsvorschuss (Kinder bis 12 Jahre) beim Jugendamt zu beantragen. Über 12 Jahre sieht es schwierig aus.

      Sollte das Kind in der Ausbildung sein, müsste es Ausbildungsbeihilfe beim Arbeitsamt beantragen und nachweisen, dass der Vater nicht zahlen kann. Studiert das Kind, müßte Unterhaltsvorschuss beim Bafögamt beantragt werden. Hilfreich ist hierbei die Studentenberatung.

      Nehmen Sie auf alle Fälle Unterstützung (Beratungsstellen, Rechtsberatung) in Anspruch.

      Ich wünsche Ihnen viel Ausdauer und gute Nerven,
      nanni

      Auch wenn es blöd klingt: Am Ende des Tunnels kommt immer ein Licht...nur wir sehen es nicht immer gleich..
    • RE: Pfändung Kindesunterhalt

      Hallo , ich grüße Dich auch sehr freundlich. --> Netikette

      Hier muß ja ein Titel bestehen. Was nicht gepfändet werden konnte läuft als Schulden auf. Kann also auf "andere Art" geholt werden.

      Wenn KV länger krank ist, ist ihm anzuraten den Titel ändern zu lassen.
      [COLOR=#336666]mfg WB - für die Kontaktstelle Wiesbaden [/color]

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    • RE: Pfändung Kindesunterhalt

      Hallo an alle,

      sorry,dass ich die Grußformel vergessen hatte *schäm* und danke für die bisherigen Antworten.
      Nochmal zu meiner Frage, laut Auskunft des Arbeitgebers "war" mein Exmann erkrankt,also müsste folglich mittlerweile wieder arbeiten.Da ein Titel besteht und dem Arbeitgeber meines Exmannes seit Jahren ein Pfändungsbeschluss vorliegt, muss dann der Arbeitgeber den jetzt zu wenig gepfändeten Betrag bei der nächsten monatlichen Gehaltspfändung zusätzlich pfänden oder muss ich für diesen fehlenden Betrag eine neue Pfändung beantragen ? Wie sieht es überhaupt mit den Pflichten eines Arbeitgebers bei einer Pfändung aus - müsste der Arbeitgeber mich nicht informieren,wenn er wegen Krankheit nicht ausreichend gemäß Pfändungsbeschluss pfänden kann ? Wie sieht es mit der Unterhaltsverpflichtung meines Exmannes aus - ihm ist die Höhe des Titels bekannt und darüberhinaus entspricht der Titel genau dem seit 2009 bestehenden Mindestunterhalt- wäre er verpflichtet den fehlenden Betrag zu überweisen oder ist er dazu nicht verpflichtet,da eine Pfändung läuft ?

      Liebe Grüße

      Babsi
    • RE: Pfändung Kindesunterhalt

      Hallo Babsi Sonnenschein,

      der Arbeitgeber ist nur verpflichtet, den Teil des Gehaltes zu überweisen, der über den Pfändungsfreibetrag hinausgeht (selbstverständlich nur bis zur Höhe der gepfändeten Summe)
      Ist der Betrag der zur Pfändung zur Verfügung steht geringer läuft diese Differenz als Rückstand auf, diesen könnte man wieder pfänden lassen (glaube aber nicht, dass das automatisch läuft) - aber auch nur wenn zusätzlich zum Laufenden Unterhalt noch was zu holen ist.
      Informiern muss der Arbeitgeber nicht, er ist nur verpflichtet abzuzweigen was laut Beschluss, Verdienst und Pfändungsfreibetrag möglich ist und diesen Bertrag zu überweisen.
      Ich halte es sogar für bedenklich, dass er dir gesagt hat warum es weniger Geld gab. (Datenschutz gilt auch für Ex)

      Natürlich wäre dein Ex verpflichtet dir die Differenz zu überweisen, aber so als Anmerkung am Rande, wenn jeder machen würde, was moralisch richtig ist und wozu er verpflichtet ist, dann wären wir hier überflüssig.

      Wenn das nur ein Mal vorkommt solltes du deinem Ex eine gute Gesundheit wünschen und dass er seine Stelle lange behält.
      Mein Ex hat sich immer wieder einen anderen Arbeitgeber gesucht und den Wohnort gewechselt, wenn ich endlich eine Idee hatte an wen ich die Pfändung richten konnte. Ich verstehe dein Problem nur zu gut, kann dir aber nur den Rat geben: nimm was du bekommst und freu dich daran.

      Viele Grüße
      Mietzi
    • RE: Pfändung Kindesunterhalt

      Hallo Mietzi,

      mein Exmann ist Akademiker und hatte nach unserer Trennung seine gut bezahlte Stelle gekündigt und war monatelang arbeitslos und hat von Anfang an nichts unversucht gelassen, um sich "arm" zu rechnen und keinen Unterhalt zahlen zu müssen. Wenn Exmänner ungern für ihre Exfrauen bezahlen kann ich das ja bis zu einem gewissen Maß noch verstehen,aber mein Exmann weigerte sich von Anfang an auch Kindesunterhalt zu zahlen und erhob sogar eine Klage auf Nichtzahlung von Kindesunterhalt mit der Begründung,dass er zu wenig Einkommen hätte. Er ist mit seinen Spielchen zumindest soweit durchgekommen, dass er als sog. Mangelfall nur den Mindestunterhalt fürs Kind zahlen muss und sogar das verweigerte er trotz Gerichtsbeschluss und seit Jahren läuft die Gehaltspfändung und er verweigert aktuelle Gehaltsnachweise.Da fällt es mir schwer ihm Gesundheit zu wünschen und mich an den geringen Zahlungen noch zu erfreuen-verstehst du ?
      Aber natürlich ist das immer noch viel besser als es dir ergangen ist.


      Weiß hier jemand wie genau das Gehalt berechnet wird, denn laut Auskunft des Arbeitgebers hat mein Exmann wegen Krankheit nur für x Arbeitstage Bezüge erhalten und somit konnte auch nur der Betrag x gepfändet werden- kann ich aus diesem Betrag x auf sein Monatsgehalt hochrechnen,damit ich mal eine ungefähre Vorstellung des aktuellen Gehalt meines Exmannes habe,da er mir seit Jahren keine Gehaltsnachweise vorlegt und die Berechnung des Titels schon Jahre zurück liegt ?

      Liebe Grüße an alle

      Babsi
    • RE: Pfändung Kindesunterhalt

      Hallo Babsi,

      wenn du die Tage x kennst, den Betrag den du erhalten hats + dem Pfändungsfreibetrag sollte eine Näherung über den alten Dreisatz möglich sein.
      Die Frage ist allerdings ober er ein Gehalt hat, das monatlich fest ist, also auf 30 Tage gerechnet werden muss oder einen Stundenlohn bekommt, der taggenau abgerechnet wird, dann wird es schon schwieriger.

      Hast du mehr Infos?

      Gruß
      Mietzi
    • RE: Pfändung Kindesunterhalt

      Hallo Mietzi,

      ich blicke da leider garnicht mehr durch.Also mein Exmann bezieht ein Monatsgehalt angelehnt an den BAT. Der Arbeitgeber teilte mir mit "...hat für 4 Arbeitstage Bezüge erhalten. Daher konnten wir nicht mehr einbehalten und an Sie überweisen". Ich dachte daher, dass dieser gepfändete Betrag genau den Bezügen für die 4 Tage betrifft und dass ich somit auf sein Monatseinkommen hochrechnen könnte. An den Pfändungsfreibetrag habe ich garnicht gedacht.Aber bei nur 4 Tagen müsste der Verdienst doch vermutlich unter der Pfändungsfreigrenze liegen und ich hätte garnichts erhalten dürfen,daher verstehe ich nicht was der Arbeitgeber da gemacht hat und wie ich Rückschlüsse auf sein Monatseinkommen ziehen kann.

      Liebe Grüße

      Babsi
    • RE: Pfändung Kindesunterhalt

      Hallo Babsi,

      so richtig verstehe ich das nicht. Wenn Dein Exmann ein Einkommen aus angestellter Tätigkeit erzielt, ist er bei diesem Arbeitgeber in so weit abgesichert, dass er Gehaltsfortzahlung in voller Höhe bis zum 42. Krankheitstag erhält.
      Ab dem 43. Krankeitstag erhält er Krankengeld von seiner Krankenkasse. Dieses kann variieren, wenn er privat versichert und daher eventuell unterversichert ist.
      Deine Geschichte hört sich für mich so an, als ob er über 42 Tage krank wäre und der 43. Tag am 5. Arbeitstag des Monats war, an dem der Arbeitgeber noch gehalt bezahlt hat. Also hatte der Arbeitgeber noch 4 Tage inm diesem Monat Gehalt bezahlt. Danch ist dann die Krankenkasse eingesprungen. Dort kannst Du nun auch eine Pfändung bewirken, wenn das Krankengeld ausreichend hoch ist.

      Grüße
    • RE: Pfändung Kindesunterhalt

      Hallo Max,

      ich blicke da auch nicht so richtig durch,aber denke,dass du mit deiner Vermutung richtig liegst.Kann ich dann irgendwie auf die Höhe seines Monatseinkommen Rückschlüsse ziehen ?

      Abgesehen von der Berechnungsmethode, müsste ich dann aber für den fehlenden Unterhaltsbetrag eine neue Pfändung beantragen,was erneute Kosten verursacht- das habe ich zumindest so verstanden. Besteht für meinen Exmann die rechtliche Verpflichtung, den fehlenden Unterhalt an mich zu überweisen oder begeht er wegen der laufenden Pfändung keine Unterhaltsverletzung und es ist mein Problem wo ich den fehlenden Betrag pfände ?

      Liebe Grüße

      Babsi
    • RE: Pfändung Kindesunterhalt

      Hallo Babsi,

      wenn Dein Exmann gesetzlich Krankenversichert ist, dann kannst Du mal googeln, wieviel Prozent vom Nettogehalt die GKV an Krankengeld bezahlt. Das weiß ich nicht genau, aber ich meine, dass es so um die 65% sind.
      Beim privat Krankenversicherten ist das abhängig vom Vertrag. Da kann man auch ganz ohne Krankengeld versichert sein.
      Grundsätzlich spielt das aber für Dich keine Rolle, denn Du hast einen gültigen, pfändbaren Titel. Die Höhe des Titels bleibt so lange erhalten, bis Dein Exmann auf Abänderung klagt und damit Erfolg hat.
      Also muss Dein Weg nun sein, das Krankengeld bei seiner Krankenkasse pfänden zu lassen. Vielleicht ist der Arbeitgeber bereit, Dir seine Krankenkasse zu nennen. Ansonsten bleibt nur der Weg, zu klagen. Vielleicht wirkt es auch, wenn das Jugendamt Auskunft von ihm verlangt. Da musst Du erstmal nichts bezahlen.
      Natürlich hat Dein Exmann die Verpflichtung den Unterhalt zu überweisen, wenn eine Gehaltspfändung mangels Gehalt ausfällt. Aus meiner Sicht besteht also hier schon der Straftatbestand der Unterhaltspflichtverletzung - wenn das Krankengeld ausreichend Luft für Unterhalt lässt.

      Grüße
    • RE: Pfändung Kindesunterhalt

      Hallo Babsi, wenn diese letzte Verurteilung mind. 2 Jahre zurück liegt kannst Du eine Neuberechnung durch Auskunftforderung anstoßen.
      Kannst'de durch Beistandschaft JA oder RA machen lassen, ist meist wirkungsvoller als selbst.

      Und ein Verweigern der Abrechnungen "gibt's eigentlich nicht". Da klagt man auf Auskunft, und dann kann Richter das auch mit Zwangs- (oder Ordnungs-, wie das jetzt nach neuem Verfahrensrecht heißt)mitteln erzwingen. Oder ggf. auch selbst bei Arbeitgeber oder KK, RV, erfragen.

      Ist jetzt wahrscheinlich nicht mehr machbar, aber man kann Unterhaltspflichtigen auch fiktiv das (z.B. nach Berufsausbildung, bzw. bislang erzielte) erzielbare Einkommen anrechnen.
      Wenn Richter das damals nicht gemacht hat, ist anzunehmen dass "er" gute Gründe vorweisen konnte.

      Das ändert aber nix dran dass nicht mehr als das den Pfändungsfreibatrag übersteigende, erzielte Einkommen gepfändet werden kann.
      Deshalb würde ich Dir im Moment auch raten abzuwarten wie es mit seiner Gesundheit weitergeht.

      Da fällt es mir schwer ihm Gesundheit zu wünschen
      nun, aus rein "egoistischen" Gründen doch schon. Wie Du ja siehst hängt der "pfändbare Unterhalt" davon ab dass KV "nicht krank geschrieben" ist.
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