Stehe vor dem Nichts

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    • Stehe vor dem Nichts

      Hallo, vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen,
      nach 23 Jahren Ehe hat mein Mann mich für eine andere verlassen. Haben einen 21 jährigen Sohn, der studiert. Ich habe Verwaltungsangestellte gelernt, bin aber für die Kindererziehung seit der Geburt des Sohnes Hausfrau gewesen, habe nebenbei teils in Minijobs oder selbständig gearbeitet und meinem Mann für sein Kleingewerbe die Büroarbeiten abgenommen. Bin 2006 an Krebs erkrankt und noch in der 5jährigen Rekonvaleszens.

      Lebe noch in der gemeinsamen ehelichen Wohnung, er trägt die gesamten Kosten. Er drängt jetzt darauf, daß ich ausziehe, da er in Wohnung wieder einziehen will. Ich kann die Wohnung nicht halten, da zu groß und zu teuer. Würde Sozialamt nicht übernehmen.

      Ich weiss jetzt überhaupt nicht was ich tun soll, eine Wohnung kann ich doch nicht mieten, wenn ich kein Einkommen habe, soll ich zum Sozialamt, Rechtsanwalt? Habe in der kommenden Woche einen Termin bei einem RA und Mediator zusammen mit meinem Mann. Erstmal Ergebnis abwarten?

      Könnt Ihr mir Rat geben?

      Liebe Grüße
    • RE: Stehe vor dem Nichts

      Hallo Didi_58,

      bei einer derartigen Situation ist vorrangig die Frage zu klären, mit welchen Mitteln Du in Zukunft - sei es aus eigener Erwerbstätigkeit, sei es aus Unterhalt - rechnen kannst.

      Erst wenn diese Frage geklärt ist, kannst Du entscheiden, wie Du Dein zukünftiges Leben planen kannst.

      Da diese Fragen Langzeitwirkung entfalten, rate ich Dir dringendst zur Inanspruchnahme fachkundiger Hilfe durch einen kompetenten Fachanwalt. Als Laie kanst Du die Risiken einer - auch einverständlichen - Regelung nicht übersehen.

      MfG
      Prinzip
    • RE: Stehe vor dem Nichts

      Hallo Didi,

      da ich mich im Bereich Krankenunterhalt recht gut auskennen,kann ich Dir zumindestin sachen unterhalt gute Hoffnung geben.
      aufgrund der neuerlichen Rechtsprechung des BGH wirst Du vorraussichlich lebenslang Unterhalt beanspruchen können, nach 26 jahren Ehe.

      Bitte teile uns dein Ergebnis mit,wenn Di beim RA gewesen bist.
      Nur noch eine Frage: ist Dein mann zahlungsfähig, wenn nicht , dann würde natürlich alles ins Leere laufen.

      Gru´, Colombo
    • RE: Stehe vor dem Nichts

      Hallo Didi,

      vielleicht wäre es doch angebracht, zum 'Amt' zu gehen. Es stimmt schon, dass Wohnungen angemessen sein müssen. Aber du hast 6 Monate Zeit, dir eine angemessene Wohnung zu suchen. Danach würden die erhöhten Kosten nicht mehr übernommen. Du müsstest dann in eine angemessene Wohnung umziehen oder den Differenzbetrag aus anderen Mitteln bestreiten.

      Zumindest verschafft dir das ein bisschen Luft.

      Auf Grund deines Gesundheitszustandes bin ich nicht sicher, ob du Arbeitslosengeld II oder Grundsicherung bekämest. Von den Voraussetzungen und von der Höhe her unterscheidet sich das kaum. Stell einfach den Antrag.

      Gruß
      Susanne

      P.S. Bekommst du neben der Miete von deinem Mann auch weiteren Unterhalt? Wovon lebst du ansonsten?
    • RE: Stehe vor dem Nichts

      Danke für Eure Mitteilungen,

      hier ein paar Antworten auf Eure Fragen. Im Moment habe ich Zugriff auf unser gemeinsames Konto, kann davon meinen Lebensunterhalt bestreiten. Aber natürlich möchte er das gerne ändern.

      Ich werde mich nach Arbeit umsehen, aber ich muss ja niemandem sagen, wie es z.Zt. auf dem Arbeitsmarkt aussieht. Mein Mann ist zahlungsfähig, da er neben seiner Arbeit noch ein Kleingewerbe betreibt, was sonst ein Handwerker reinkriegt, muss ich ja auch nicht näher erläutern.

      Wieso meint Colombo, ich bekäme ein lebenlang Unterhalt, gilt das auch im Falle einer Scheidung? Werde den Unterhalt klären, damit ich weiss wie ich weiter verfahren muss. Sieht so aus, als käme ich um HartzIV nicht rum. Ich habe ganz nett Zukunftsangst und weiss gar nicht wie ich damit umgehen soll.

      Liebe Grüße Didi
    • RE: Stehe vor dem Nichts

      Hallo Didi_58,

      vom Grundsatz her können alle Formen des nachehelichen Unterhalts - also auch der sogenannte Krankheitsunterhalt - zeitlich begrenzt und/oder der Höhe nach beschränkt werden

      Das entscheidende Kriterium sind die sogenannten "ehebedingten Nachteile", wobei ich ausdrücklich darauf hinweise, dass eine Erkrankung - jedenfalls in der Regel - nicht ehebedingt sondern viellmehr schicksalsbedingt ist.

      Das ist aber immer eine Frage des Einzelfalles, zu deren korrekter Beantwortung man viele Informationen benötigt.

      MfG
      Prinzip
    • RE: Stehe vor dem Nichts

      Hallo Didi_58!

      Auch wenn es jetzt hart klingt: Auch wenn Du Krebs hast/hattest, mußt Du per Gutachten nachweisen, dass Du nicht oder nur bedingt arbeitsfähig bist. Es ist zwar richtig, dass man nach einer Krebserkrankung je nach Krebsart zwischen 5 und 10 Jahre lang eine Schwerbehinderung zuerkannt bekommt, das hat haber nicht zwingend etwas mit der Arbeitsfähigkeit zu tun.

      Ich habe 2 Kolleginnen, die vor 1 bzw. 2 Jahren an Krebs erkrankten und inzwischen wieder vollschichtig arbeiten. Sie nehmen zwar jährlich an den zustehenden Kuren teil und sind 50% schwerbehindert, aber sind voll arbeitsfähig.

      Der alleinige Verweis auf die Krebserkrankung vor 3 Jahren wird für Krankenunterhalt daher kaum ausreichen.

      Warte den Termin beim Mediator ab und versuche dort eine Trennungsunterhaltsregelung zu erwirken. Mit TU auf Dein eigenes Konto.

      Und ich denke, dass Du um eine kleinere Wohnung nicht drumherum kommst. Vielleicht kannst Du die Umzugskosten krankheitsbedingt ja Deinem Nochmann auf's Auge drücken? Sprich das bei der Mediation an!

      Ist der RA Euer gemeinsamer oder Deiner/seiner?


      LG gaggien
    • RE: Stehe vor dem Nichts

      hallo Zusammen,

      Ist der RA Euer gemeinsamer
      das geht nur wenn RA hier als Mediator auftritt. Dann allerdings kann er nicht mehr als RA für einen der Beiden auftreten.
      [COLOR=#336666]mfg WB - für die Kontaktstelle Wiesbaden [/color]

      [IMG]http://forum.isuv.org/images/avatars/avatar-545.gif[/IMG]
    • RE: Stehe vor dem Nichts

      Hallo an alle,

      in kriege immer einen Horror wenn von einem "gemeinsamen Anwalt" geprochen wird. Zun letzten mal: Einen "gemeinsamen Anwalt" gibt es nicht. Das wäre ein Fall de Parteiverrats, Mindeststrafe für den Anwalt ein Jahr Freiheitsstrafe.

      MfG
      Prinzip
    • RE: Stehe vor dem Nichts

      Hallo Prinzip!

      Ich meinte das ja auch nur im Sprachgebrauch. Ich weiß, dass ein RA immer nur einen vertreten kann, aber durchaus beide beraten.

      So war es bei meiner Scheidung. Wenn beide Ehepartner fair zueinander sind, müssen nicht zwingend beide einen eigenen RA haben.

      Werde mich das nächste Mal genauer ausdrücken.

      VG gaggien