Unterhalt und Steuerrückzahlung

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    • Unterhalt und Steuerrückzahlung

      Hallo,

      wie verhält es sich mit den Steuerrückzahlungen.

      Ich habe gelesen, daß diese aufs Jahr umgelegt werden, d.h. bei einer Steuerrückzahlung von 6000,-- Euro wäre das eine monatliche Nettoerhöhung von 500,-- Euro, woraus dann KU und EU zu zahlen sind.

      Nun ist ja nicht jedes Jahr die Steuerrückzahlung gleich. Wird das bei der Berechnung gleich mitbedacht? Würde das heißen, daß der Unterhalt ersteinmal für das eine Jahr feststeht, dann nach Ablauf des Jahres eine Neuberechnung stattfinden muß, bis dann die erneute Steuerrückerstattung da ist. Zumal das Finanzamt ja auch nicht immer gleich schnell arbeitet. Wie wird so etwas gehandhabt? Was kann man aus der STeuerrückerstattung rausrechnen um wenigstens auch noch etwas davon zu behalten.

      Macht es Sinn, mit der Unterhaltsberechtigten einen Vertrag zu machen und ihr sagen wir mal 40-50% der Steuerrückzahlung zu geben, wenn diese eintrifft?

      Mein Lg hat z.B. mit seiner Ex ausgemacht, daß sie die Anlage U unterschreibt und er jetzt gleich den EU als Freibetrag auf seine Lohnsteuerkarte eintragen läßt. D.h. der EU und KU erhöht sich jetzt gleich, dementsprechend niedriger wird die Steuererstattung 2005 ausfallen, wenn jetzt aber 2004 mit zur Grundlage genommen wird, dann überfordert das meinen LG spätestens nach einem Jahr bei der Zahlung, das könnte er mit seinem GEhalt nicht auffangen, bis der neue Unterhalt ausgerechnet wäre.

      Wie sieht das eigentlich aus, wenn Steuerrückerstattungen für mehrere Jahre zusammenlaufen, daß wäre eine immense Summe, die umzulegen ein Witz wäre. Hat Ex überhaupt noch Anspruch darauf?

      Wieso läßt man nicht wenigstens da einem Unterhaltsverpflichteten mal ein bißchen Luft zum Atmen?

      Gruß
      euridike
    • Da ist mir noch ein Satz aufgefallen, den ich in seiner Bedeutung nicht ganz verstehe, was bedeutet das?:

      ""Steuererstattungen und Steuernachzahlungen sind in der Regel in dem Jahr, in dem sie anfallen, zu berücksichtigen und auf die einzelnen Monate umzulegen. Soweit Erstattungen auf Aufwendungen beruhen, die unterhaltsrechtlich nicht zu berücksichtigen sind, bleiben auch die Steuererstattungen außer Betracht. "


      Was sind denn Aufwendungen, die unterhaltsrechlich nicht berücksichtigt werden?

      Heißt das, Aufwendungen, die bei der Berechnung vom Unterhalt nicht in Anrechnung kommen. Mein Gedanke ist. Ehegattenunterhalt.

      Was vor der Berechnung des Ehegattenunterhaltes abgezogen wird ist also unterhaltsrechlich zu berücksichtigen. Verstehe ich das richtig? D.h. alle ERstattung die Aufgrund dieser zu berücksichtigenden Posten beruhen, sind an den Unterhaltsberechtigten auch weiterzugeben?
      Richtig?

      Unterhalsrechtlich nicht berücksichtigt wird doch der Ehegattenunterhalt selbst oder? D.h. doch, Steuererstattungen, die aus dem Ehegattenunterhalt selbst herrühren, bleiben von der weiterzugebenden Steuerrückerstattung unberücksichtigt.?!?!?!????

      Wahrscheinlich ist bei diesem Gedankengang eher der Wunsch der Vater des Gedankens.

      Gruß
      euridike
    • RE: Unterhalt und Steuerrückzahlung

      hallo euridike,

      wie verhält es sich mit den Steuerrückzahlungen.

      die zählen zu (Jahres)Einkommen. Je nach dem aus was die stammen kann man das auch nur auf die Teile beschränken die bei der Einkommensberechnung berücksichtigt wurden. Es muß dann alles angegeben werden, und die Teile, die man draußen haben möchte heraus rechnen, mit Begründung.

      bei einer Steuerrückzahlung von 6000,-- Euro

      wäre das ne ganze Menge zuviel gezahlter Steuern letztes Jahr. Wie ist denn das zustande gekommen ?

      EU als Freibetrag auf seine Lohnsteuerkarte eintragen l

      das ist eine gute Entscheidung. Nicht nur das, alles was regelmäßig anfällt, bei der Nettoberechnung berücksichtigt wird, z.B. Fahrtkosten Arbeit. Warum auch "Eichel" einen zinslosen Kredit geben ? Und dann bleibt ihm die Steuererstattung, die dann ja vom "nicht unterhaltsrelevanten" kommt, ihm.

      Wie sieht das eigentlich aus, wenn Steuerrückerstattungen für mehrere Jahre zusammenlaufen,

      Du meinst doch wohl hoffentlich nicht damit warten bis keine Auskunft zu erwarten ist ? das klappt ja nicht, denn wenn es 1x klappt eine Unterhaltsberechnung ohne Rückerstattung durch zu bekommen liefert man schon den Grund (wegen zu erwartender Steuerrückzahlung) 1 Jahr später erneut Auskunft zu verlangen.

      Luft zum Atmen

      wird (noch ?) nicht besteuert. Bring bitte "Eichel" nicht auf dumme Ideen.
      [COLOR=#336666]mfg WB - für die Kontaktstelle Wiesbaden [/color]

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    • Hallo Wolfgang,

      also genaugenommen ist es so. Mein LG hat seit 2002 keine Einkommenssteuererklärung gemacht, obwohl er vom Gehalt her eigentlich dazu verpflichtet gewesen wäre, kam aber keine Aufforderung vom Finanzamt, lag wohl am Umzug. Er wollte 2002 keine machen, da er nicht in die LSKl I gewechselt ist, wie er hätte müssen, sondern 2002 weiter LSKl III hatte.

      Nun haben wir einen guten Freund, der in Finanzdingen sehr gut bewandert ist, für Firmen Steuererklärunge usw macht und meist auch da noch etwas rausholt, wo andere bereits aufgeben.

      Der hat nun für meinen LG Steuererklärung gemacht für 2002 bis 2004, heraus soll eine ziemlich hohe Summe kommen für 2002 nicht so viel, aber für 2003 und 2004, die rühren wohl hauptsächlich daher, da dieser besagte Freund die Anlage Kind und den EU zum Absatz gebracht hat.
      Wenn das rauskommt, was er gesagt hat, wären das über 20.000 Euro für diese 3 Jahre. Wie sollte man das denn bitte umlegen aufs Jahr? Wäre es da nicht wirklich sinnvoll zu sagen, also gut, sie bekommt einen Teil davon, sagen wir 40-50%, je weniger je besser.

      Die Frage ist ohnedies, ob die STeuerrückzahlung, die Aufgrund es gezahlten EU's herrührt überhaupt zur Steuerrückzahlung zählt, die geteilt werden muß. Denn den Aufwand hatte ja er alleine und dieser Aufwand war ja eigentlich nicht zur Berechnung des Ehegattenunterhalts relevant.

      Welche Steuerrückerstattungen wären denn z.B. nicht Teilungsfähig? Was fällt denn darunter?

      Und wenn das aufs Jahr verteilt wird, wie wird das dann gemacht? Wird das auf ein Jahr begrenzt und hernach mit neuen Zahlen gerechnet? Denn eine Steuerrückzahlung in dieser Höhe wird er mit der Anlage U und Freibetrag ja nicht mehr erhalten. Heißt es dann, z.B. vom Tag der Zahlung des FA's, sprich wenn die im Juli überweisen, dann muß vom 01.07.2005 bis einschließlich 01.07.2006 der erhöhte Unterhalt gezahlt werden, danach wird nach dem eigentlichen durschnittlichen NEtto weitergezahlt und die Zahlung beläuft sich dann auf....... Euro. Oder geht die Rechnerei dann wieder los? Wenn jedesmal die Steuerrückzahlung umgelegt werden müssen, dann wäre ja jedes Jahr eine Neuberechnung fällig, da die STeuererstattung ja nicht jedes Jahr gleich ausfällt und zwar immer dann, wann das Finanzamt zahlt und die zahlen ja auch nicht immer pünktlich zum Stichtag, kann ja nicht sein, daß man dann in Vorlage treten muß, was man dann wahrscheinlich nicht mehr zurückbekommt und was einen sofort in Schulden stürzen würde, die man dann aber wieder nicht vom Unterhalt abziehen darf.
      Irgendwie ist die ganze Sache unausgegorren. Verstehe nicht, warum man nicht demjenigen der die Steuern zahlt auch die Rückerstattung läßt, schließlich schuftet er ja auch dafür, zahlt IHR dann auch noch ihre Steuerbelastung und darf auch noch seine mit ihr teilen. Find ich irgendwie schon ................... das darf man hier gar nicht sagen.

      Bin mal gespannt, was das Finanzamt wirklich anerkennt (bin eine alte Skeptikerin und trau dem Frieden erst, wenn ich es schwarz auf weiß auf dem Konto sehe).

      Liebe Grüße
      euridike
    • Hallo euridike,

      "Steuererstattungen und Steuernachzahlungen sind in der Regel in dem Jahr, in dem sie anfallen, zu berücksichtigen und auf die einzelnen Monate umzulegen. Soweit Erstattungen auf Aufwendungen beruhen, die unterhaltsrechtlich nicht zu berücksichtigen sind, bleiben auch die Steuererstattungen außer Betracht."
      Tja, das steht in vielen Leitlinien so drin - und ganz ehrlich ich möchte da mal behaupten, dass die meisten Amts-/Familienrichter damit überfordert wären, wenn dieser Punkt korrekt zur Anwendung kommen soll.


      Original von euridike
      Was sind denn Aufwendungen, die unterhaltsrechlich nicht berücksichtigt werden?

      Nehmen wir mal Aufwendungen, die auch beim "normalen Bürger" vorkommen. Zum Beispiel die Fahrtkosten, da werden im Steuerrecht 0,30 € pro Entfernungskilometer als Pauschale angerechnet und zwar unabhängig davon, welches Verkehrsmittel benutzt wird. Im Unterhaltsrecht gibt es entweder die Berücksichtigung von einer Monatskarte für den ÖPNV oder es kann eine Pauschale von 0,27 € pro gefahrenen Kilometer angesetzt werden.
      Ist die Monatskarte relativ günstig (z.B. 100,- EUR, Entfernung aber 30km), dann kann es tatsächlich sein, dass steuerlich ein höherer Betrag berücksichtigt wird (nämlich 165,- EUR mtl.), als dann in der Unterhaltsberechnung anerkannt wird - m.E. könnte man da jetzt diesen Punkt aus der Leitlinie anwenden (mit der Einschränkung, dass man da auch gegen argumentieren könnte, dass der Satz oben nur dann Anwendung findet, wenn eine Aufwendung überhaupt nicht anerkannt wird).
      Noch klarer wird es evtl. wenn wir an vermietete Immobilien denken. Im Steuerrecht gibt es für vermietete Immoblien die lineare oder die degressive AfA, d.h. die Anschaffungskosten dürfen nach und nach (zwei bis max. fünf Prozent pro Jahr) vom zu versteuernden Einkommen abgezogen werden, d.h. dadurch sinkt die Steuerbelastung, es ist eigentlich mehr Netto verhanden. Die AfA darf aber im Unterhaltsrecht nicht berücksichtigt werden (s. Punkt 1.6 der Leitlinien). Hier haben wir eindeutig einen Punkt der entsprechend berücksichtigt werden müßte, aber wie schon gesagt, ich habe etwas Zweifel, ob ein Richter in der ersten Instanz tatsächlich diese "Herausrechnen dieses Steuervorteils" machen kann/will.


      Original von euridike
      Mein Gedanke ist. Ehegattenunterhalt.

      nein, der Steuervorteil infolge von Anlage U fällt mit Sicherheit nicht darunter.


      Original von euridike
      ... Unterhalsrechtlich nicht berücksichtigt wird doch der Ehegattenunterhalt selbst oder?

      der Ehegattenunterhalt wird aber überhaupt erst in dieser Berechnung ermittelt, insofern hinkt diese Logik ganz gewaltig.

      Ich denke mal, Dir hat es bisher an Beispielen für eine solche unterschiedliche Behandlung gefehlt und deshalb hast Du Dir dieses Konstrukt gebaut. Da wäre es besser sich mal klar zu machen, wie der steuerliche Vorgang, der mit Hilfe der Anlage U durchgeführt wird, auch noch bezeichnet wird, nämlich "begrenztes Realsplitting", d.h. hier geht es um einen (teilweisen) Ersatz des ehelichen Splittings, also darum, dass die finanzielle Enge infolge der Trennung nicht noch krasser ausfällt.

      Gruß
      rabma
      rabma
    • Hallo euridike,

      Original von euridike
      Wenn das rauskommt, was er gesagt hat, wären das über 20.000 Euro für diese 3 Jahre. Wie sollte man das denn bitte umlegen aufs Jahr? Wäre es da nicht wirklich sinnvoll zu sagen, also gut, sie bekommt einen Teil davon, sagen wir 40-50%, je weniger je besser.

      schlagt es 'Ihr' doch mal vor - wäre in dieser konkreten Situation sicherlich eine vernünftige Lösung. Bedenkt dabei, dass sich durch eine korrekte Berechnung sowohl KU als auch TU/EU erhöht hätten, bei einer "unterhaltsrechtlichen Teilung" könnten es also mehr als 50% sein. Fangt halt mal mit 40% an, dann könnt ihr immer noch auf 50% "nachlegen".


      Original von euridike
      Bin mal gespannt, was das Finanzamt wirklich anerkennt (bin eine alte Skeptikerin und trau dem Frieden erst, wenn ich es schwarz auf weiß auf dem Konto sehe).

      tja, da tut etwas Skeptik wirklich Not, denn ich bezweifle ernsthaft, dass es so viel werden könnte. Vorallem kaum mit der Begründung:

      Original von euridike
      ... die rühren wohl hauptsächlich daher, da dieser besagte Freund die Anlage Kind und den EU zum Absatz gebracht hat.

      Ich habe jetzt wirklich nicht alle Freibeträge und (Spitzen)steuersätze auch für die vergangenen Jahre parat, aber gucken wir uns das doch mal für 2004 ein bissle genauer an:
      Kinderfreibeträge werden ja nur im Rahmen der Günstigerprüfung bei der Einkommensteuer berücksichtigt, also jeder Steuerpflichtige bekommt für ein Kind 1.824,- EUR und 1.080,- EUR Freibetrag, selbst wenn wir jetzt annehmen, der Steuer-/Unterhaltspflichtige hat ein Einkommen, das so hoch ist, dass das zu versteuernde Einkommen immer noch über 52.152,- EUR liegt, dann kann man also für ein Kind einen Lohnsteuervorteil i.H.v. max. 1.306,80 EUR erzielen, davon ist aber noch das halbe Kindergeld (924,- EUR) abzuziehen, verbleiben also -wenn ich richtig gerechnet habe- eine maximale Lohnsteuerrückerstattung pro Kind 382,80 EUR. Kommt noch Soli und evtl. Kirchensteuer dazu.
      TU/EU kann nur bis max. 13.805,- EUR in Abzug gebracht werden, der Steuervorteil daraus wäre also max. 6.212,25 EUR, wieder pro Jahr und wieder kommen noch Soli- und evtl. Kirchensteuer-Rückerstattungen dazu.

      Also möglich ist es schon, dass das so viel wird, aber nur bei sehr, sehr gutem Einkommen und auch nur, wenn entsprechend viel TU/EU gezahlt wurde.

      Gruß
      rabma
      rabma
    • RE: Unterhalt und Steuern

      Hallo Ottmar,

      hast' irgenwie schon Recht - vorallem jetzt nach meiner zweiten Antwort - mich hat mal wieder das Steuerteufelchen geritten ;)
      aber ich denk es ist immer schwierig, mit Beiträgen, die sowohl als auch berühren.

      mal schauen, was passiert, ist ja nicht meine Entscheidung.

      lieben Gruß
      rabma
      rabma

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    • RE: Unterhalt und Steuerrückzahlung

      Hallo WB

      Luft zum Atmen

      wird (noch ?) nicht besteuert. Bring bitte "Eichel" nicht auf dumme Ideen.


      Hätte ich nichts dagegen. Sofern Sie für Einkommen jenseits der 3000,00 € brutto monatlich erhoben wird und Politiker und Beamte in den höheren Diensträngen ebenso steuerlich veranlagt würden :)