Nichtarbeitende Hausfrauen, Taschengeld, fiktives Gehalt.....

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    • Nichtarbeitende Hausfrauen, Taschengeld, fiktives Gehalt.....

      Hallo liebe Mitleser,

      für die auswärts studierende 24jährige Tochter müssen doch üblicherweise beide Elternteile mit Barunterhalt aufkommen.
      Meine Ex-Gattin, die mit einem vermögenden Landwirt wiederverheirat ist, weigert sich offensichtlich, Bar-Unterhaltsleistungen gegenüber unserer gemeinsamen Tochter zu erbringen.
      Sie ist Lehrerin, arbeitet jedoch seit Ihrem 2. Examen nicht (weder in diesem, noch in einem anderen Beruf) und beschränkt sich auf das "Hausfrauen"dasein auf dem 1000-Morgen-Hof ["Rittergut" (O-Ton Ex)].
      Meine Tochter besitzt einen Titel des Landkreises gegen mich, aus dem ich monatlich ca. € 450 (nach 1/2 KG-Abzug) überweisen darf.
      Unsere Tochter, die bei meiner alleinsorgeberechtigten Ex-Frau aufwuchs, hat deshalb auch nur minimalste Kontakte zu mir, besser: nur "Geldschreiben".

      Fragen:
      1. Was müßte die Ex-Frau als Hausfrau Bar-Unterhalt zahlen?
      2. Sog. Taschengeld? In welcher Höhe?
      3. Bestimmter Prozentsatz (welcher?) ihres Familieneinkommens mit neuem Gatten?
      4. Fiktives Einkommen? Als (nie ausgeübte) Lehrerin?

      Ich hoffe, es macht nicht zuviel Arbeit,
      trotzdem ein Dankeschön!
      Gruß, Sepia
    • RE: Nichtarbeitende Hausfrauen, Taschengeld, fiktives Gehalt.....

      Hi,
      da die Mutter den Haushalt für ihren Mann führt, hat sie einen Taschengeldanspruch gegen ihn, der für den Unterhalt einzusetzen wäre.

      Wie es aber bei einem volljährigen Kind ausschaut, kann ich nicht beantworten, eine erhöhte Erwerbsobligenheit besteht dann nicht mehr.

      Jedoch könnte das Kind einen BAFÖG-Anspruch haben, den es dann auch wahrnehmen muss.

      Gruss
      sub omni canone =/ unter aller Kanone
    • RE: Nichtarbeitende Hausfrauen, Taschengeld, fiktives Gehalt.....

      Für die Durchsetzung ihrer Unterhaltsansprüche ist die Tochter verantwortlich, ist klar. Von wann datiert der Titel gegen dich, und wie ist er berechnet?
      Ihr Unterhaltsbedarf beläuft sich auf 600€, evt. Bafög-Leistungen (hat sie es beantragt? Wenn nein, warum nicht? Erkundige dich doch mal, ausgehend von deinem Einkommen, ob sie Anspruch auf Bafög hätte. Und wenn sie es nicht beantragt hat, obwohl sie Anspruch hätte, sollte ihr das fiktiv angerechnet werden) werden darauf angerechnet. Der Rest wird entsprechend dem Einkommen auf beide Eltern verteilt. Wenn die Mutter nicht arbeiten will, so müsste ihr m.E. ein fiktives Einkommen angerechnet werden, das sie erzielen könnte. Ob nun nach so langer Zeit ein Einstieg als Leherein möglich wäre weiss ich nicht, versuchen kann man es aber, ihr ein fiktives Leherergehalt anzurechnen.

      Übrigens, wenn mich nicht alles täuscht hat bei volljährigen Kindern ein Elternteil, der keinen Unterhalt zahlt auch keinen Anspruch auf das Kindergeld, es müsste bei dir das volle Kindergeld abgezogen werden (ich vermute es wird an deine Ex ausgezahlt?).
    • RE: Nichtarbeitende Hausfrauen, Taschengeld, fiktives Gehalt.....

      Hi,
      ist schon richtig, das Kindergeld wird bei volljährigen Kindern dem Elternteil zugesprochen, der alleine den Unterhalt erbringt.

      Wenn ich mich jetzt nicht irre, dann wird das Kindergeld allerdings zur Bedarfsdeckung verwendet, d.h. wird nicht der volle Bedarf gezahlt, dient das Kindergeld zur Bedarfsdeckung.

      cu
      sub omni canone =/ unter aller Kanone
    • RE: Nichtarbeitende Hausfrauen, Taschengeld, fiktives Gehalt.....

      Hallo Uwe F,

      der Titel stammt aus dem Jahr 2001 und ist hier beim Landkreis beurkundet worden. Sie erhält € 424 nach Abzug hälftiges KG.
      Von Bafög bei ihr ist mir nichts bekannt?
      Wie soll ich an die "Erkundigungsergebnisse" kommen, zumal Datenschutz? Von ihr höre ich ja nichts.... Deswegen ja auch meine Fragerei im Forum.

      Gruß, Sepia
    • RE: Nichtarbeitende Hausfrauen, Taschengeld, fiktives Gehalt.....

      Hallo,

      ich habe heute durch Zufall ein BGH Urteil gefunden, in dem es auch um den Taschengeldanspruch bzw. die Höhe dessen geht. In diesem Urteil geht man von 7% des Nettoeinkommens aus - weiter unten in der Urteilsbegründung wird der Taschengeldanspruch mit 5 bis 7% angegeben.

      Ansonsten geht es im verlinkten Urteil natürlich um etwas anderes, nämlich um die Pfändung einer bereits festgestellten Schuld in den Taschengeldanspruch - ich bin von daher ziemlich unschlüssig, ob es überhaupt übertragbar wäre, Dein Anwalt sollte aber mehr dazu wissen.

      Gruß
      rabma
      rabma
    • RE: Nichtarbeitende Hausfrauen, Taschengeld, fiktives Gehalt.....

      Ich halte die Sache mit der Höhe des Taschengeldanspruchs für einen Nebenkriegsschauplatz.
      Zuerst müssen doch die Auskünfte her, und zwar pflichtgemäß von allen drei Beteiligten. Die kannst Du einfordern, 1605 Abs 1 BGB, die Zweijahresfrist ist auch rum, 1605 Abs 2 BGB. Anschreiben, Frist setzen, mit Stufenklage drohen, abwarten.
      Wenn die Auskünfte auf dem Tisch liegen (auch der Tochter über Nebeneinkünfte/BaFöG usw) kann man weiter sehen.
      Grüße
      üri