Karlsruhe macht Weg für Studiengebühren frei

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    • Karlsruhe macht Weg für Studiengebühren frei

      tagesschau.de Telegramm, 26.01.2005, 10:12 Uhr

      Karlsruhe macht Weg für Studiengebühren frei

      Die Bundesländer dürfen nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts ab sofort in eigener Regie Studiengebühren einführen. Die Karlsruher Richter erklärten das vom Bund erlassene Verbot allgemeiner Studiengebühren für nichtig.

      tagesschau.de-Redaktion.
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    • Ja, aber die belaufen sich auf maximal 500 Euro pro Semester und es gibt Ankündigungen über diverse soziale Abfederungen.

      Der Senat hat gemeint, dass erstens die Summe nicht so hoch ist, dass ein Bedürfnis für eine bundesweite Rahmenregelung (oder ein Verbot) entsteht, weil die Gleichheit und das Ziel der gleichartigen Lebensverhältnisse nicht gefährdet sind.
      Zweitens hat der Senat ausgeführt, dass selbst diese Maximalsumme im Verhältnis zu anderen die Wahl des Studienplatz beeinflussenden Faktoren zu vernachlässigen ist (z.B. "teurer" Studienort, schnelles Studium möglich, Ansehen, Nebenjob/Sozialstruktur).

      Das ist grad schnell und nach erster Duchsicht des Urteils formuliert, aber ich denke, es stimmt im Prinzip so.
      Grüße
      üri
    • Hi,
      das mit den Gebühren wird wohl was zweischneidiges sein.

      Da die Länder jeweils für sich entscheiden, wird es wohl von Bundesland zu Bundesland eigene Regelungen geben.

      Ich gehe auch davon aus, dass es für Studenten mit wenig finanziellen Hintergrund die Möglichkeit geben wird, entweder die Gebühren gestundet zu bekommen, oder über ein zins-günstiges/-loses Darlehen (vom Land?) das Studium zu finanzieren.

      Die Sache an sich ist die, dass die Hochschulen eigentlich expandieren wollen und dafür Studenten brauchen... darum kann man davon ausgehen, dass es von Seiten der Hochschulen in Richtung Politik einen Gegendruck geben wird, auch wenn man die Hochschulen "kaufen" will....

      Die Politik wiederum möchte Studierendenzahlen drücken, da im Hochschulsektor sowieso ein erheblichen Umbruch (Abschaffung Diplom und Master, - Einführung Batchelor und Master) stattfindet will die Politik auch selektieren und straffen und umgestalten.

      Bei uns (Niedersachsen) wurden zB Bauingenieur- und Architekturstudiengänge massiv gekappt, da es angeblich 6mal mehr Abgänger als Arbeitsplätze gibt und man den Überhang reduzieren will, um einerseits Kosten zu sparen, andererseits aber andere Studiengänge fördern will (Ausweidung).

      Mal schaun wohin der Kampf dieser Kräfte führen wird....
      sub omni canone =/ unter aller Kanone

      The post was edited 1 time, last by RainerM ().

    • Original von üri
      Ja, aber die belaufen sich auf maximal 500 Euro pro Semester und es gibt Ankündigungen über diverse soziale Abfederungen.

      *hmmm* 500,- pro Semester sind 1.000,- EUR im Jahr oder durchschnittlich etwas über achtzig Euro im Monat - nicht gerade wenig, wenn man den Bedarf eines Studenten ansonsten mit 600,- EUR ansetzt.

      Naja, warten wir's ab was wirklich dabei rauskommt - ich habe mit meinen Kids zum Glück noch ein bissle Zeit.

      Gruß
      rabma
      rabma
    • Heute morgen Kommentar dazu im Radio...

      ... von irgendeinem regionalen Politiker hier bei mir in der Gegen ...

      Tenor:
      Die Studenten sollen sich doch bitte nicht so anstellen, sie sollen halt ein bissle sparen, was sind schon 100,- Euro im Monat 8o ....


      Liebe Volksvertreter,
      wenn Ihr solche Statements von Euch gebt, dann geht bitte nicht von Euch mit Euren entsprechenden Einkommen aus, sondern bedenkt, dass ein Student einen Bedarfssatz von 600,- EUR hat. Somit müßte ein Student ein sechstel seines Einkommens einsparen.


      auch wenn es noch ein ganzes Stück hin ist, mir machen solche Aussagen wirklich Sorgen

      Gruß
      rabma
      rabma
    • RE: Heute morgen Kommentar dazu im Radio...

      Hi rabma,
      jetzt drehen also erstmal alle reaktionären Kräfte voll auf.

      Spitzenreiter jetzt ein Wirtschaftslobbyist, der prophezeiht, dass die Gebühren auf 2500Euro steigen werden.

      Das ist natürlich unsinn, denn dann bricht die Hochschullandschaft zusammen.

      Wir brauchen nicht wenige Elite-Studenten, sondern einen ganzen Haufen Studierende.
      Durch solche "Drohkulissen" wird so mancher Hochschulstandort zusammenbrechen und nie wieder aufstehen.

      Unseren Standorthier in Niedersachsen wollte die Wulff-Regierung auch eliminieren, aber in diesem Moment traten dann sogar Wirtschaftsvertreter und konservative Lokalpolitiker auf die Bühne und verteidigen tapfer den Standort....

      Ein bissschen Heuchelei gehört zum Spiel dazu... so scheint es.

      Sobald den Hochschulrektoren/-präsidenten bewusst wird, dass ihnen die Einnahmen aus den Gebühren hintenrum wieder von den Mitteln aus dem Landesetat genommen werden und gleichzeitig die Studierendenzahl wegbricht, werden sie sich dagegen stellen.

      cu
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      The post was edited 1 time, last by RainerM ().

    • RE: Heute morgen Kommentar dazu im Radio...

      Somit müßte ein Student ein sechstel seines Einkommens einsparen.

      nein, musser nicht einsparen, kanner als Mehrbedarf geltend machen.
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    • Hi üri,

      das wäre eine Anpassung an das Ausland - und von daher sicherlich nicht grundsätzlich abzulehnen...

      ... und dennoch möchte ich heute mein ganz persönliches "Dagegen"-Schild hochhalten, denn ich habe gerade die Kinder aus dem Kindergartenalter raus, mußte mich also die vergangenen Jahre mit relativ hohen Gebühren und nicht so prickelnder Leistung (nur verlängerter Vormittag bis 13:00, keine Möglichkeit für Mittagessen und Nachmittgsbetreuung) rumschlagen - und nun kommen auch noch ziemlich happige Studiengebühren

      Unser Praktikant hat berichtet, dass er heute morgen im Radio noch eine weitere Einschätzung gehört hat - die gingen mittelfristig von Studiengebühren i.H.v. 2.500,- EUR pro Semester aus....

      *hmmm* wenn ich mir das so überlege, Kind1 braucht 600,- EUR für den Bedarf und dann wohl nochmal die Studiengebühren oben drauf; Kind2 soll ja nicht in die Röhre gucken, ....
      macht also mal die Kleinigkeit von 1.400,- EUR bis über 2.000,- EUR die ich in einigen Jahren aus dem Ärmel schütteln sollte...

      Gruß
      rabma
      rabma
    • HI rabma,
      also angedacht ist ja, dass die Studierenden die Kosten selber tragen sollen, also hochverschuldet ins Berufsleben starten.

      Dein Argument, das du nach den hohen Kosten der Kinderbetreuung dann nochmal abkassiert wirst möchte ich ergänzen mit dem Hinweis, dass hier jene, die ein kostenloses Studium genossen haben, nun darüber entscheiden, dass andere davon ausgeschlossen werden.

      Ich finde schon, dass das auch mit zu bedenken ist.

      cu
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    • Rabma, aus persönlicher Sicht hielte ich mein Schild mit hoch! :)

      Ansonsten vertraue ich darauf, dass sich die Hochschullandschaft im Wettbewerb zurechtrückt. Die "langfristigen 2.500 Euro" kommen von "Experten", die auch mal gern in die Medien wollen und mit solchen Tatarenmeldungen auch gern genommen werden.
      .
      Getern hat Bayern angekündigt, eine sozial abgefederte Regelung "deutlich unterhalb der 500 Euro, allerdings dann auch von fast jedem" treffen zu wollen. Die BaWüs wollen bis zu 500, aber stark gestaffelt. Und Herr Beck, Rheinland-Pfalz, hat gestern gesagt, sein Land denke (zur "Abwehr" von zu erwartenden Studentenströmen...) darüber nach, eine "Landeskinderregelung" mit Gebühren für Auswärtige zu schaffen (also auch eine Studiengebühr).

      Das ist zunächst mal halbwegs konkret. Die Tatarenmeldungen dagegen, naja....
      Gruß
      üri
      dessen 15jährige sich vermutlich Richtung Studium entwickelt (*Vaterstolzmodus*)