Zweitehe - Finanzielle und Familienplanungsprobleme

review49
Hallo liebe Mitglieder des ISUV-Forums,
hiermit bitte um Ratschläge zu meiner derzeitigen Lage, denn ich bin am Ende meiner Kräfte angekommen.

Ich bin noch kinderlos und mit einem Unterhaltspflichtigen (UP) verheiratet. Ich bereue sehr diese Entscheidung damals getroffen zu haben. Ich hatte mich leider mit den Konsequenzen dieser Entscheidung nicht eingehend auseinandergesetzt.

Hintergrundinformationen:
Unterhaltspflicht für Ex-Frau (33 Jahre) und 2 Kinder: 5 und 3 Jahre alt.
Dauer der Ex-Ehe: März 2005 bis April 2008. Trennung in Januar 2007.
Neue Eheschließung des UP: Oktober 2008.
Umfang der Unterhaltsverpflichtung: Gesamtunterhalt 1.200 Euro + 700 Euro private Krankenversicherung.

Unsere Probleme: Finanziell und Familienplanung
1. Finanziell
Nicht nur die Unterhaltsverpflichtung sondern auch die Verschuldung meines Mannes aufgrund der Anwaltskosten sind eine hohe Belastung für uns (Schuldenhöhe: ca. 41.000 Euro). Wir sind seit April 2007 zusammen und haben im Oktober 2008 geheiratet. Damals habe ich noch gearbeitet und hatte ein Monatsgehalt von 1.600 Euro. Im Dezember 2008 bin ich arbeitslos geworden. Seitdem finde ich keine Stelle. Mein Arbeitsvermittler meinte ich wäre u.a. in einem gebärfähigen Alter. Dieser Aspekt würde die Arbeitgeber in meiner Region davon fernhalten, mir eine Arbeitsstelle anzubieten. Bisher konnte ich mit meinem Gehalt die finanziellen Defizite meines Mannes ausgleichen. Heute sage ich: Ich kann nicht mehr!

2. Familienplanung
Unter der o.g. Situation will mein Mann weder Geschlechtsverkehr noch Kinder solange unsere finanzielle Situation so aussieht. Ich bin wie gelähmt, weil ich mir unser Zusammenleben nicht so vorgestellt habe. Ich bin jetzt 35 und denke, dass ich meinen Kinderwunsch demnächst erfüllen sollte. Letztendlich werde ich nicht jünger. Hinzu kommt noch, dass ich nur über IVF oder andere Fertilisationsmethoden zur erwünschten Schwangerschaft gelangen kann. Wie wir wissen, sind solche Behandlungsmethoden nicht kostenlos. Also, fehlt es an Geld, um diesen Wunsch zu erfüllen. Die o.g. Schuldenhöhe wird sich auch nicht so schnell abbauen lassen.

Schliesslich merke ich, dass ich weder beruflich noch privat Erfolg habe.
Was soll ich tun? Warum war ich damals so blind, um solch eine Entscheidung zu treffen, so dass ich einen Mann geheiratet habe, der mir überhaupt nichts bieten kann?
Ich verzweifle langsam! Ich will nicht mehr so leben!

Bitte zeigen Sie mir Auswege aus dieser Lage.

Vielen Dank.
mirasan
Hallo review,

in jeder Krise steckt auch eine Chance,
das mag dir jetzt vielleicht abgedroschen und hohl daherkommen.

Die Chance, die du jetzt hast: Schau mal genau hin, warum du "damals" diesen Mann genommen hast. Was hat das mit dir zu tun. Warum hat sich dein Leben in diese Sackgasse bewegt. Bleibe dabei nur bei dir und deinen Beweggründen. Möglicherweise lass' dir dabei helfen, es gibt auch kostenfreie oder kostengünstige Angebote von Beratungsstellen z.B. von Diakonie oder anderen.

Wenn du das ausgiebig betrieben hast, dann gehe an eine Entscheidungsfindung. Wenn dein Herzenswunsch nach einem Kind größer ist als alles, was ansonsten für deinen Partner spricht, dann würde ich an deiner Stelle die Beziehung beenden und noch einmal richtig neu anfangen. Erst mal alleine klar kommen und empfänglich bleiben für einen tatsächlich für DICH geeigneten Partner.

Wenn du dich für eine Trennung entscheiden würdest, deine eigenen seelischen "Altlasten" gut aufgearbeitet hättest, dann wärest du mit Mitte/Ende Dreißig immer noch jung genug für einen Neustart smile

Aber das ist nur meine Sicht, es ist dein Leben, entscheide selbst.

Lieben Gruß
mirasan

PS: ich hätte noch einen Buchtipp für dich, den ich dir gerne per PN zukommen lassen würde (ist momentan nicht freigeschaltet bei dir)
review49
Hallo mirasan,

vielen herzlichen Dank für deine Rückmeldung.
Danke, dass du die Lage verstehst in der ich mich befinde.

Auf der einen Seite möchte ich zu meiner Entscheidung von damals stehen. Ich suche nach Lösungsmöglichkeiten, denn damals wie heute war ich Erwachsen genug, um über Chancen und Risiken eines solchen Schrittes nachzudenken.

Auf der anderen Seite suche ich mir gerade eine Arbeitsstelle in einer anderen Stadt. Derzeit wohne ich im Süden der BRD. Ich suche derzeit eine Stelle in Berlin, Hamburg, Frankfurt, oder so.

Warum ich ihn damals genommen habe?: Vor einigen Monaten sprach ich mit einer Psychologin. Ich erzählte ihr meine Lage in der dritten Person. Sie sagte mir, dass ich (sie) damals einen niederen Selbstwertgefühl hatte. In den Teilen der BRD, in denen ich mich bisher bewegt hatte, konnte ich keine Antidiskriminierung erfahren. Ich fühlte mich damals sehr wertlos und war heilfroh, dass sich überhaupt ein Mann für mich interessierte. Daher waren mir damals die Risiken einer solchen Beziehung nicht bewusst. Derzeit lasse ich mich coachen, um trotz Diskriminierung selbstbewusst aufzutreten.

Meine Situation sieht heute so aus:
- Für den Schuldenabbau bin ich die Frau meines Ehemannes.
- Für Familienplanung bin ich eine Begleitung.
Das zerreisst mich langsam.
Gestern habe ich zwei Postkarten mit folgendem Text gekauft:
1. "Man sollte keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist doch groß genug".
Fazit: was garantiert mir, dass ich in einer neuen Beziehung glücklich werde?
2. "Liebe besteht nicht darin, dass man aneinder anschaut, sondern dass man gemeinsam in dieselbe Richtung blickt" (A. de Saint-Exupéry).
Fazit: Mein Ehemann und ich schauen nicht in dieselbe Richtung.

Oh, Gott, what shall I do?
Wie tief musste ich sinken, um mein Leben derart zu schaden?
Was ist der Sinn und Zweck meines Lebens, wenn dieses ein 'crack' ist?

Ich freue mich auf Rückmeldung

Freundliche Grüße.
review49

PS: PN ist aktiviert. Bitte sende mir den Buchtipp. Vielen Dank.
Jona
Hallo review49,

ich denke auch, du musst dir ersteinmal darüber klar werden, was du wirklich willst.

Du bist unglücklich mit der derzeitigen Situation, stellst dir deine Zukunft anders vor.

Fragen:

Heißt das zwingend, dass die Zukunft nur ohne deinen Mann so sein kann/wird wie du es möchtest.

Was, wenn die Zukunft dann aber nicht so ist, wie du sie dir jetzt ausmalst. Würdest du dann ggf. eine Trennung bereuen?

Oder würdest du dann immer noch zu deiner Entscheidung stehen können.

Versteh mich nicht falsch, aber in Momenten, wo man todunglücklich ist, scheint einem manchmal ein radikaler Schnitt (weg mit allem, was vermeintlich ausschließlich Schuld am Unglück ist) der einzig gangbare Weg.

Das kann klappen, aber nur dann, wenn man sich über die Konsequenzen auch entsprechend klar ist.

Ich find es gut, wenn du mit jemanden darüber redest. Allerdings solltest du

Zitat:
Vor einigen Monaten sprach ich mit einer Psychologin. Ich erzählte ihr meine Lage in der dritten Person. Sie sagte mir, dass ich (sie) damals einen niederen Selbstwertgefühl hatte.


schon ein wenig mehr Zeit für die Aufarbeitung deiner Gefühle/Erkennen deiner Situation/Erkennen desses, was du willst investieren und nicht so eine Aussage quasi als "Diagnose deiner derzeitigen Gefühlssitation" nehmen. (Nicht falsch verstehen, nur Kurzschlusshandlung bringt dich bestimmt nicht weiter).

Ich wünsche dir viel Kraft, dich mit deiner Situation auseinanderzusetzen

Gruß Jona
Wolfgang Becker
Hallo , es ist sicher eine schwierige Situation, aber für Euch Beide !

Sowas kann man i.d.R. nur meistern, wenn man zusammen hält. Sehe ich leider bei Dir nicht gegeben.

Eine Schuldenhöhe von ca. 41.000 € kommt auch nicht nur von Anwaltskosten.

Sehr ärgert mich hier Dein:
Zitat:
Warum war ich damals so blind, um solch eine Entscheidung zu treffen, so dass ich einen Mann geheiratet habe, der mir überhaupt nichts bieten kann?
wo steht denn dass (immer) der Mann der Frau "was bieten" können muß ? Was kannst Du ihm denn bieten ?
Und das im Forum "Gleichstellung".

Auch wenn Dein Kinderwunsch verständlich ist, so solltest Du doch bedenken dass "er" schon 2 Kinder hat. Und damit sich eigentlich schon "ausreichend" reproduziert.

Wenn Du Dich nicht vorher richtig informiert hast, ist das allein Dein Fehler.

Zitat:
Mein Arbeitsvermittler meinte
also das finde ich "ein starkes Stück" von dem. Damit kaschiert der doch nur seine eigene Unfähigkeit.
Wer sich (allein) auf solche Leute verlässt, ist verlassen.
gneisenau
Hallo review49,

ich bin auch so ein Mann, geschieden mit 2 Kindern aus erster Ehe. In 2009 haben meine jetztige Frau und ich unsere gemeinsame Tochter bekommen und geheiratet.

Meine jetztige Frau hat sehr genau gewusst, worauf sie sich eingelassen hat. Ich auch! Und dennoch haben wir beide (mal abwechselnd, mal zeitlich versetzt) unsere Tiefpunkte.

Dann fragen wir uns auch, warum haben wir uns das angetan. Meine jetztige Frau ist deutlich jünger als ich. Sie hätte auch einen "ungebrauchten" Mann heiraten und völlig unbelastet eine Familie gründen können.

Ich hätte auch sagen könn: " Ich hab`die Schnauze voll von Ehe!" Ich hätte dann sicherlich ein (finanziell) sorgenfreieres Leben führen können, als ich das jetzt tue (da ich mit dem, was mir nach Abzug von Unterhalt verbleiben würde, für mich und meine Lebensführung völlig ausgereicht hätte).

Aber wir haben beide eben nicht den für uns vermeindlich leichten Weg gewählt.

Wir haben uns nach meiner Trennung von meiner damaligen Frau "gefunden" und wollten einander nicht mehr loslassen. Die Konsequenzen waren uns beiden nicht egal, sie waren aber zweitrangig.

Da ich jedoch stets gesehen habe, dass die Konsequenzen für meine heutige Frau erheblich sein würden, habe ich ihr mehrfach einen "Ausstieg" angeboten. Diese Angebote wurden von ihr jedoch stets abgelehnt.

Der Grund für diese Entwicklung war nicht die Tatsache, dass ich meiner Frau finanziell etwas zu bieten habe (habe ich nicht, allerdings sind wir auch nicht bettelarm) oder das ich umgekeht wieder jemanden gefunden habe, der den Haushalt versorgt. Der Grund für all das kann mit einem einzigen Wort umschrieben werden: LIEBE!

Wenn einer von uns (oder zeitgleich beide) mal wieder im Tal der Tränen versunken sind, dann reden wir miteinander darüber. Wir trösten uns gegenseitig und der Eine kann sich am Anderen immer wieder aufrichten.

Wir haben gemeinsame Ziele und gemeinsame Strategien, wie wir mit der Situation umgehen, in der wir nun einmal sind.

Bevor wir uns kennen gelernt haben, hat meine Frau tolle Urlaube gemacht und die halbe Welt bereist. Heute können wir uns mal gerade noch einen Kurzurlaub in Deutschland leisten, den wir dann auch noch über Monate ansparen müssen. Daran hat meine Frau sehr zu leiden, macht aber immer wieder deutlich, dass dies das Ergebnis ihrer eigenen Entscheidung gewesen ist.

Und wenn wir dann abends beisammen sitzen, dann merken wir beide, jeder für sich, dass wir nicht nur beisammen sitzen. Wir sind zusammen und nicht alleine. Aus jeder kleinen Krise kommen wir gestärkt heraus, als Paar. Und das macht uns und unsere Beziehung stark!

Nun, und dies mag bei Euch etwas anders sein (soweit ich das aus Deinen Zeilen entnehmen kann). Ich habe bei Euch den Eindruck, dass Ihr, jeder für sich in der Beziehung doch alleine ist, alleine schon deshalb, weil möglicherweise unterschiedliche Ziele, Vorstellungen und Wünsche von Euch beiden entwickelt wurden, die zu den Erwartungen des jeweils anderen nicht passen?

Wie schon andere vor mir würde ich Dir raten, dass Du Dir zunächst einmal darüber klar werden solltest, welche Prioritäten Deine einzelnen Wünsche auf Deinem persönlichen Wunschzettel haben. Geht der Kinderwunsch deutlich und ohne jede Möglichkeit eines Kompromisses allem anderen, insbesondere Deinen Gefühlen gegenüber Deinem Mann, vor, dann wäre es logisch, entsprechende Konsequenzen zu ziehen.

Bevor dies jedoch geschieht, solltest Du jedoch mit Deinem Mann über derlei Überlegungen reden. Reden hilft! Fast immer! Vielleicht findet ihr ja gemeinsam einen Ausweg und ein gemeinsames Ziel. Auch dafür ist eine Beziehung schließlich da, dass man Probleme nicht alleine bewältigt, sondern diese gemeinsam anpackt! Vielleicht möchte Dein Mann ja auch noch einmal Vater werden? Auch wenn dieser Wunsch vielleicht nicht so ausgeprägt ist, wie bei Dir, woher weißt Du denn, dass er Dir nicht dennoch diesen Wunsch erfüllen möchte, wenn Du diesen Wunsch nur klar genug offenbarst?

Sollte insgesamt Dein Hautaugenmerk darauf liegen, dass Dich ein Mann finanziell absichert und Dir dementsprechend auch etwas bieten kann, dann, verzeih`mir die offenen Worte, hast Du spätestens am Tag Deiner Eheschließung wohl einen der größten Fehler Deines Lebens begangen. Hieraus ließe sich dann nur eine logische Konsequenz ziehen. Aber ich hinterfrage nochmals: Kann dies in einer Beziehung wirklich eine so große, zentrale Rolle spielen? Sollte da nicht mehr sein, was einen verbindet?

Tja und nun mal zum finanziellen. Ich habe meine Unterhaltsstreitigkeiten durch zwei Instanzen getragen. Ich habe meinem ersten Anwalt das Mandat entzogen und gegen den Herrn ebenfalls geklagt, wegen einer überhöhten Abrechnung. Ich habe unglaubliche Rechtsanwalts- und Gerichtskosten zu zahlen gehabt, aufgrund hoher Streitwerte. Und dennoch habe ich in der Spitze "lediglich" rd. 16.000.- EURO Verbindlichkeiten aufgebaut, die ich derzeit langsamg abtrage.

Ehrlich gesagt, und da schließe ich mich Herrn Becker an, vermag ich nicht recht zu glauben, dass bei Deinem Mann tatsächlich diese rd. 41.000.- EURO Schulden infolge der Scheidungssache entstanden sein sollen.

Tja, aber wie auch immer. Wenn diese Last da ist, dann muss sie auch (abge)tragen werden. Vielleicht wäre es hilfreich eine Schuldnerberatung zu konsultieren? Vielleicht lassen sich ja die monatlichen Belastungen aus den Schulden optimieren?

Zuletzt noch ein Rat: Ihr (oder nur Du) solltet vielleicht auch mal überlegen kostengünstige/ kostenlose Beratungsstellen zu konsultieren (wurde in einem anderen Beitrag bereits angeraten). Dort werden Einzelberatungen, aber auch Paarberatungen angeboten. Auch wenn diese Angebote oftmals kostenlos sind, so darf man nicht glauben, dass die Beratungs- und Hilfeleistungen schlecht wären. Dort sitzten im Allgmeinen gut ausgebildete Leute, die wirklich helfen.

Alternativ wäre da noch der Weg sich über einen Psychiater eine Gesprächsteraphie verordnen zu lassen. Das war bei mir letztendlich nötig. Daher kann ich auch hierzu sagen, dass auch dieser Weg durchaus hilft. Mir hat es in jedem Falle geholfen, wenn auch mei mir die Gründe für diese Behandlung anders gelagert waren.

Mir hat vor allem geholfen, dass ein Dritter, also ein Außenstehender, meine Probleme neutral aufgenommen und verarbeitet hat und mit mir dann zusammen Lösungsansätze erarbeitet hat. Auch hat es der Psychologe verstanden, mir klar zu machen, das auch die größte Katastrophe nicht so schlimm sein kann, dass sich hieraus nicht auch neue Chancen ergeben können. Hier wurde mir beigebracht Probleme lösungsorientiert anzugehen und nicht vor jedem Problem gleich wieder einzuknicken (zugegeben: es klappt auch heute noch nicht immer :-))

Deine Situation ist nicht einfach. Ich wünsche Dir die nötige Weitsicht und die Kraft das richtige zu tun.......
review49
Hallo gneiseau,

vielen, vielen Dank für Deinen Beitrag.

Es hat mir sehr gut getan, dass ein Mann in einer ähnlichen Lage schreibt. Es ist gut die andere Sicht der Dinge zu erfahren.

Heute habe ich mit meinem Ehemann wiederholt über dieses Thema gesprochen. Er sagt, sobald die Schulden abgebaut sind, und unsere finanzielle Lage besser aussieht, dann können wir über gemeinsame Kinder nachdenken. Das kann eine sehr lange Zeit dauern. Am Anfang unserer Beziehung war er anderer Meinung.
Diese angespannte Lage hat nur dazu geführt, dass er auch keine Geschlechtsbeziehungen mehr haben möchte.
Es ist .... unbeschreiblich. Was ist los?
Ich darf hier erneut erwähnen, dass es bei mir mit der Schwargenschat nicht so natürlich klappen wird. Ich war bereits bei mehreren gynäkologischen Untersuchungen. Daher weiß ich, dass es bei mir nur mit IVF oder ähnlichen Methoden der Fortpflanzungsmedizin eine Schwangerschaft möglich sein wird.
Mein Mann hat mir heute erneut klar gemacht, dass er erst daran teilnehmen würde, wenn unsere finanzielle Lage besser aussieht.

Dein Rat, professionelle Hilfe sowohl psychisch als auch schuldenbezogen zu suchen, nehme ich an.
Hoffe auf gute Ergebnisse.

Freue mich sehr auf weitere Nachrichten

Freundliche Grüße.
gneisenau
Hallo review49,

Deine Situation ist nicht ganz unproblematisch. Das Dein Mann bezüglich des Kinderwunsches offenbar sehr schwankend ist, macht die Sache wirklich nicht einfacher (mal ganz abgesehen von den von Dir beschriebenen medizinischen Problematiken).

Als unbekannter Dritter (der immer versucht das positive in den Menschen zu sehen, auch wenn das nicht immer glückt) könnte ich mir vorstellen, dass Dein Mann eben so schwankend ist, weil er einerseits zwar gerne Nachwuchs mit Dir hätte, andererseits aber seinem Kind dann auch finanzielle Sicherheit bieten möchte, die derzeit wohl eher fraglich wäre. Wenn dies die Gedankengänge Deines Mannes sein sollten, dann sind diese m.E. durchaus ehrenvoll und würde ein hohes Maß an Verantwortungsbewussstsein zeigen.

Das Du in dieser Situation jetzt aber offenbar nicht gewillt bist, den für Dich vermeidlich leichteren Weg zu gehen, zeigt aber, dass Dir doch wohl noch viel an Deinem Mann liegt.

Jetzt alle Möglichkeiten zu nutzen, um Eure Probleme gemeinsam zu bewältigen, ist daher m.E. der richtige Weg.

Nur wenn dieser Weg nicht zu den richtigen und (hoffentlich) gemeinsamen Zielen führt, solltest Du über grundlegende Veränderungen in Deinem Leben nachdenken.

Ich wünsche Dir, ich wünsche Euch viel Erfolg bei dem was ihr jetzt gemeinsam anzugehen habt.
review49
Hallo Herr Becker,

vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihre Hinweise.

Icn finde es gut, dass es diese Art von Foren gibt, und ich verstehe Ihre Reaktion. Diese Foren geben Einen tatsächlich die Möglichkeit, den Frust und andere Gefühle und Druckmomente einfach loszuwerden.

Leider geben Sie uns keinen Anhaltspunkt, um besser zu verstehen, warum Sie so reagiert haben.

Mir geht es darum zu erfahren, wie sich andere Personen in ähnlichen Situation fühlen und was sie tun. Ich möchte daraus eine eigene Strategie für mich entwickeln.

Zum Thema Gleichstellung:
Ich bin sicher, dass es in diesem Forum vielmehr um die Gleichstellung von Erst- und Zweitfamilien geht, und nicht um die Gleichstellung von Mann und Frau wie in Artikel 3 GG oder in anderen Gesetzen wie z.Bsp. das AGG.
Für diese Themen gibt es andere Foren.
Im deutschen Grundgesetz in Artikel 6 ist zu lesen: Nr. 1 "Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung" danach in Nr. 4: "Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft".
Mein Überlegung:
- Warum kann eine Zweitfamilie nicht im vollen Maße vom Schutz durch den Grundgesetz Gebrauch machen?
- Warum ist nur der/die Unterhaltspflichtige informationspflichtig?
- Warum wird der/die Unterhaltsberechtigte in der Lage versetzt, die Geschicke der Familie ihres Ex-Partners indirekt zu beeinflussen und mitzubestimmen, obwohl der/die Unterhaltsberechtigte einer Scheidung zugestimmt hatte und anscheinend den Ex-Partner nicht mehr liebt?
- Warum wird der/die Unterhaltsberechtigte die Möglichkeit gegeben, die Kinder so zu instrumentalisieren, dass diese bei der Durschsetzung von Ansprüchen als Mittel zum Zweck eingesetzt werden können?
- Warum ist der/die Unterhaltsberechtigte nicht verpflichtet zu arbeiten, obwohl er/sie eine Familie zu ernähren hat?
- Warum verlassen viele Unterhaltspflichtige die BRD oder werden arbeitslos?... Bestimmt weil sie gar keine Möglichkeit sehen, weiterhin ein normales Leben zu führen.

Über die Höhe der Schulden:
Sie haben Recht. Diese Schulden haben aber alle mit dem Scheidungsverfahren zu tun. Glauben sie es. (Stand heute: ca. 38.000 Euro)

Zu meinem Arbeitsvermittler:
Glauben Sie mir: Nicht nur mein damaliger Arbeitsvermittler hat an meinem Selbstbewusstsein genagt. Zumindest war er ehrlich. Seine Meinung ist bestimmt die Meinung vieler Arbeitgeber in der Region.
An einem anderen Punkt erwähnte ich, dass ich mich daher coachen lasse, um mein Selbtstbewusstsein wiederzugewinnen. Glauben Sie mir: das Leben als schwarze ausländische Frau ist nicht einfach, denn als solche ist mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Wenn Sie die Möglichkeit haben, dann machen Sie bitte die Erfahrung. Freue mich auf Erfahrungsberichte.

Zum Kinderwunsch:
Wie Herr gneisenau schon erkannte: DIE LIEBE ist der Grund, warum man/frau sich in solche Situationen begibt. Es ist die Liebe zum Anderen und nicht zu sich selbst.
Außerdem: Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf.Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.
Die Liebe hört niemals auf.
Hier werden wir schon eine Strategie ausarbeiten.


Ich freue mich auf Ihre/Eure Rückmeldung

Freundliche Grüße.