mirasan
Hallo zusammen,
das hier habe ich eben auf tagesschau.de gefunden:
| Zitat: |
Bundesagentur für Arbeit erarbeitet Katalog
Bald Zuschüsse für Härtefälle?
[...]
Die Vorschläge der BA beziehen sich auf eng begrenzte Fälle: Demnach würden für chronisch Kranke auch nicht verschreibungsfähige Arzneimittel bezahlt. Rollstuhlfahrer könnten Kosten für Haushaltshilfen geltend machen. Übernommen würden auch Fahrtkosten bei getrennt lebenden Paaren im Rahmen des Umgangsrechts, damit Eltern ihre Kinder sehen.
[...] |
Hier ist der Link zum ganzen Text:
http://www.tagesschau.de/inland/leyen134.html
LG mirasan
piano
Hallo Mirasan,
wie sieht es denn mit der fahrkostenübernahme aus, wenn der betreuende ET ALGII Empfänger ist, und der fahrende ET Einkommen hat?
Anders gefragt:
Bekommt der ET (kein HartzIV), der die Fahrkosten hat, den Zuschuss gewährt, oder nur der ET der die Transferleistungen erhält?
(Ich hoffe die Frage war jetzt klar formuliert)
Gruß Piano
Maubär
Huhu,
habe es so verstanden, daß der, der die Kosten hat Hartz4-Empfänger sein muss.
mirasan
Hallo Piano,
das frage ich mich auch
Keine Ahnung, wie das behördenintern geregelt wird.
Vermutlich ist das gerade in der Erarbeitung. Ich selbst kenne mich damit gar nicht aus, ich fand nur die Info dazu auf der tagesschau.de-Seite.
Lieben Gruß
mirasan
piano
Hallo Mirasan,
wenn ich es recht überlege:
Also für mein Rechtsempfinden müsste die Frage der Kostenübernahme Fahrgeld bei HatzIV oder Arbeiter irrelevant sein. Worauf es ankommt ist wohl die Härtefall Regelung selbst, ob die anerkannt wird. Wenn es ein Härtefall ist müsste ja auf jedenfall gezahlt werden, unabhängig ob arbeitslos oder arbeits"fest".
(Also das Geld sollte für den sein, der auch die Kosten hat)
Gruß Piano
mirasan
Hallo Piano,
wenn ich so darüber nachdenke, komme ich in eine ähnliche Richtung. Die Schieflage zwischen Arbeitenden und nicht-Arbeitenden würde dadurch noch größer und das ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die sich momentan lautstark über einen nicht gerade kleinen Bevölkerungsanteil aufregen.
Die Frage ist aber auch, ob unser Sozialstaat sich das leisten kann, zusätzlich auch von sogenannten Geringverdienern/innen die Fahrtkosten des Umgangs zu übernehmen. Wäre mal interessant, die statistischen Zahlen dazu zu sehen. Also wieviele Personen haben/möchten Umgang zu Kind/ern, die weiter weg wohnen. Und wieviel kostet das.
Naja, Frau von der Leyen soll es ja auch nicht langweilig werden
Liebe Grüße
mirasan
piano
Mirasan,
dann wird aus Westerwelle wieder ein Tsunami.......
Bin ich mal gespannt wie Guido das wieder für seine Umfrage ausschlachtet...
Jetzt mal im Ernst:
Folgendes Szenario. KV in NRW und HartzIV. Mutter in BW und arbeitet.
Sozialarbeiter/Therapeut bescheinigt KV postraumatische belastungsstörung wenn KV nicht sofort die Kinder sieht (somit Härtefall hergestellt).
ARGE zahlt Fahrgeld (für wie oft, für immer?) Kosten? Bei 2x Monat Umgang mit Deutsche bundesbahn? Locker 200,- bis 400,- Euro.
Vielleicht erinnert sich der ein oder andere an den Wiederaufbau Ost. Da war es gang und gäbe das Arbeitswilligen aus den neuen Bundesländern (die in den alten Bundesländern eine Arbeit gefunden haben) die Bahnfahrt (ich glaube 3 - 4 x im Jahr) nach Hause gezahlt wurde. Dies ist sehr ausge-ufert und man wunderte sich über die extremen Kosten im Nachhinein.
Bitte nicht falsch verstehen, ich habe keine negativen Energien gegenüber den neuen Bundesländern. Also bidde net persönlich angegriffen fühlen.
Versteht mich bitte richtig, ich würde mich freuen wenn "mittellose" ET öfter ihre Kinder sehen können. Nur: Wo soll das Geld herkommen?
Grüße
Piano
deweles
| Zitat: |
Wo soll das Geld herkommen?
|
Hallo,
evtl. können dir das die ca. 1000 neuen Mitarbeiter sagen die unsere sparsame Regierung plötzlich braucht und einstellt....
Ironische Grüße
deweles
piano
deweless, wir sprachen nicht von Griechenland
piano
piano
deweles,
sozialleistungen sind wichtig und richtig.
Die Fahrkostenübernahme ist eine sehr gute Sache.
Für mich stellt sich aber immer die frage der Finanzierbarkeit. Wie wäre es möglich diese Kosten zu refinanzieren?
Könnte man die Kosten "ab-arbeiten"? Der leistungsempfänger hat kein geld. Aber er hat Arbeitskraft. Vielleicht könnte man in diese Richtung denken.
Viele menschen sind in der HartzIV Mühle unverschuldet.
Und eins darf man nicht vergessen. Der Grundgeadnke der Fahrtkostenübernahme ist auf die Kinder gerichtet, nicht für die Eltern. Also die Gelder sollen bewilligt werden damit Kinder ihre Eltern sehen können.
Gruß piano
deweles
Hallo Piano,
Mein Beitrag war zwar eher ironischer Natur aber wir können gern eine politische Grundsatzdiskussion führen.
Obwohl ich der Meinung bin das führt meist zu nichts.....
1. Sozialleistungen sind unnötig wenn die Regierung ausreichend Arbeitsplätze schafft.
2. Die Niederiglohn-Arbeitskraft der Hartzler ist kontraproduktiv gegenüber dem freien Arbeitsmarkt.
3. Ein Unterhaltspflichtiger der nicht Hartz ist aber am Selbstbehalt, wäre insofern natürlich weiter benachteiligt. Wer geht da noch gern arbeiten?
4. Viele Menschen werden von den Eltern zur Berufswahl inspiriert.
Die Frage der Refinanzierbarkeit stellt sich mir nicht, angesichts des Verschuldungsgrades von Deutschland.
Der Steuerzahler ist ausgepresst genug.
Gruß
deweles
piano
Hallo deweles,
| Zitat: |
| Mein Beitrag war zwar eher ironischer Natur |
genau so habe ich es verstanden.
| Zitat: |
| Die Frage der Refinanzierbarkeit stellt sich mir nicht, angesichts des Verschuldungsgrades von Deutschland. |
Doch aus genau dem Grund. Der Arbeitslose bekommt die Fahrkarte vergütet, und der Staat hat z.B. als gegenleistung einen sauberen Park. Also nicht ein 1€ Job, sondern quasi ein "Fahrkarten" Job. Dies ist nicht negativ gemeint, ich suche Ideen. Wenn der Staat an einer anderen Stelle Kosten durch die Arbeitskraft des HartzIV Empfängers, dann nenne ich das refinanziert (wobei hierzu beachten ist ob bestehende Arbeitsverhältnisse dadurch gefährdet wären)
ABer jetzt zu Deinen Punkten:
1. Stimmt so nicht, Sozialleistungen bestehen nicht nur aus ALG. Suchtberatung, Schuldenberatung, psychosoziale Beratung brauchen auch Menschen die Arbeit haben...
2. Da hast Du recht, man muss aber genau unterscheiden. Ein 1€ Job ist in erster Linie gedacht um Langszeitsarbeitslose wieder an das Arbeitsleben heranzu führen (Pünktlich, Zuverlässig usw).
1€ Jobs MÜSSEN gemeinützig und zusätzlich sein laut §16.
Die Umsetzung ist eine ganz andere, und wenn die Belegschaft eines Seniorenwohnheimes zu 80% aus 1€ Jobbern besteht ist das schon mehr als rechtswidrig.
3. Also da geb ich Dir recht, gleiches recht für alle. Wenn Härtefallregelung für Obergrenze x€ gilt, dann darf man nicht unterscheiden zwischen arbeitslos oder niedriglohn.
4. Was hat das mit der Fahrkostenübernahme zu tun? Verstehe ich nicht.
Gruß Piano
deweles
| Zitat: |
Doch aus genau dem Grund. Der Arbeitslose bekommt die Fahrkarte vergütet, und der Staat hat z.B. als gegenleistung einen sauberen Park.
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Und Leute der Stadtreinigung werden dafür entlassen oder nach altersbedingten Ausscheiden nicht mehr ersetzt?
Viele Arbeitsleistungen die erbracht werden könnten, kosten irgendwo Arbeitsplätze.
| Zitat: |
1. Stimmt so nicht, Sozialleistungen bestehen nicht nur aus ALG. |
hast natürlich recht, ich meinte lediglich Hartz IV
| Zitat: |
4. Was hat das mit der Fahrkostenübernahme zu tun? Verstehe ich nicht.
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Du hast geschrieben viele Menschen sind unverschuldet in Hartz IV geraten...
Blick auf unsere Zukunft, derzeit 11 Millionen die in Armut leben, tendenz steigend. Warum? Viele Kinder in Hartz Familien wählen als zukünftigen Beruf schon Hartz IV. Finde ich höchst bedenklich.... Weitere Vergünstigungen machen diesen Beruf zunehmend attraktiver.
Gruß
piano
deweles,
| Zitat: |
| Und Leute der Stadtreinigung werden dafür entlassen oder nach altersbedingten Ausscheiden nicht mehr ersetzt? |
siehe dazu:
| Zitat: |
| Wenn der Staat an einer anderen Stelle Kosten durch die Arbeitskraft des HartzIV Empfängers, dann nenne ich das refinanziert (wobei hierzu beachten ist ob bestehende Arbeitsverhältnisse dadurch gefährdet wären) |
| Zitat: |
| Viele Kinder in Hartz Familien wählen als zukünftigen Beruf schon Hartz IV. Finde ich höchst bedenklich.... |
Da muss ich Dir wiedersprechen.
Manchen Kindern fehlt es einfach an Bildung.
| Zitat: |
| Weitere Vergünstigungen machen diesen Beruf zunehmend attraktiver. |
Naja, das sehe ich nicht so. Zum Verständnis. Aus meinen Erfahrungen als Projektleiter in einem Bildungsträger (welcher hartzIV Empfänger qualifiziert und fortbildet) habe ich die Erfahrung gemacht dass durch die Bank weg die Menschen arbeiten wollten, aber nicht konnten. keiner fand es toll zu Hause zu sitzen (jetzt mal von den Schwarzarbeitern abgesehn).
Das Bedürfniss "gebraucht" zu werden und eine Beschäftigung im Alltag (nämlich arbeiten) zu haben darfst Du nicht unterschätzen. Mit viel Zeit zu hause rum sitzen macht höchstens für ein paar Monate Spass, danach braucht man eine Aufgabe.
piano
deweles
Hallo piano,
grundsätzlich gehen unser Ansichten nicht so weit auseinander.
Das Problem ist nicht, dass sie nicht Arbeiten wollen. Das Problem ist einfach, dass sie deutlich mehr Verdienen wollen als sie Unterstützung bekommen.
Muss sich ja lohnen!
Leider sind zb. Umschüler nicht wirklich hoch angesehen (verzeih mir), verdienen real fast immer deutlich weniger wie ein gelernter.
Fortbildungsmaßnahmen (verzeih mir nochmal), sind ok aber zb. aus handwerklicher Sicht nur theoretisch wertvoll.
Wenn ich einem Hartzler einen Job anbiete in dem er als Hilfsarbeiter ca.1000€ Netto verdient zeigt der mir einen Vogel.
Und ca. 1500€ Brutto bei Stkl. I ist halt nicht mehr Netto...
Da brauch ich nen Auto, muss meine Miete selber zahlen, Heizung, Strom...
wovon soll ich da leben? Da arbeite ich nicht für...
Das sind meine Erfahrungen
Gruß
deweles
Max
Hallo deweles,
nicht zu vergessen, dass Dich dieser Arbeitnehmer fast 3000 € kostet.
Grüße
deweles
Hallo Max,
naja, so rechne ich auch gern, ist etwas überzogen aber tendenziell richtig.
@piano,
betrachte dir mal den Sozialhilfesatz von 1985 =385 DM
Facharbeiter in meinem Berufszweig = 20- 24 DM/ Std
Heute Hartz IV Regelsatz =359 €
Facharbeiter in meinem Berufszweig = 13-16€/ Std
Lassen wir mal die gestiegenen und neu erfundenen Sozialabgaben außer acht.....
Fällt sofort was auf.....Vizekanzler wird von allen verdammt, aber hat irgendwo recht.
Wer hier noch ne Schippe drauflegt fördert das Nichtstun.
Gruß
deweles
mirasan
Hallo deweles,
deine Meinung teile ich in einigen Bereichen auch,
aber seinerzeit gab es nicht nur Sozialhilfe, sondern auch Arbeitslosenhilfe, die unbefristet gezahlt wurde und in vielen Fällen deutlich über der Sozialhilfe lag.
Bei der Zusammenlegung beider Systeme ist halt das jetzige Modell herausgekommen.
Manche haben profitiert, andere wiederum nicht. Dass es in diesem Konstrukt noch etliches zu verbessern gibt, ist wohl unbestritten, oder?
Das wollte ich nur ergänzen.
LG mirasan