TruColor
Hallo Ihr Lieben
Ich war bis zu letzten Frühjahr selbständig (Firma mit dem mittlerweile Ex) und das seitdem ich mein Studium beendet hatte. Ich musste mir also im Grunde seit dem Abi nicht wirklich Gedanken darüber machen, was ich eigentlich von meinem Leben wirklich will. Dann habe ich immer mehr gemerkt, dass ich irgendwie nicht das tue, was "richtig"(?) für mich ist, oder gut. Das habe ich ein paar Jahre zu lang ertragen, bis ich den Schlussstrich gezogen habe und aus der Firma ausgestiegen bin. Seitdem schaue ich mir buchstäblich dabei zu, wie mein Geld zu ende geht, kämpfe sogar schon um Arbeitslosengeld und bin einfach nicht in der Lage, die Dinge endlich in Angriff zu nehmen. Ich bin irgendwie wie gelähmt.
Ich schaffe es nicht, meine Lebensziele zu formulieren, komme mir wie ein Anfänger vor und traue mich aber nicht, mich an jemand zu wenden - bis heute. Mal geht es mir gut, ich habe Mut und dann fühle ich mich wieder absolut mies und würde am liebsten von der Brücke springen. Hätte ich meinen Hund nicht, hätte ich's wohl schon getan. Es kann doch nicht sein, dass man nur über teure Seminare an seine eigenen Ziele kommt, oder?
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Ich würde mich wirklich sehr über Feedback freuen, ich komme mir ziemlich blöd vor. Danke.
gelöscht-009172
Hallo,
was hast du denn studiert und was hast du gearbeitet, was kannst du außerdem?
Lebst du nun getrennt, hast du Kinder?
Überleg dir, was du möchtest und wie du es erreichen kannst!
Nur mut das Leben ist zu schön....
Viele Grüße
ckone12
Hallo TruColor,
ich kann Dir nur allerwärmstens eine Psychotherapie ans Herz legen! Ich habe da wirklich gute Erfahrungen gemacht! Du kannst Dir einen Pschologen oder eine Psychologin Deiner Wahl suchen und einfach mal 5 Probestunden vereinbaren um zu checken, ob ihr überhaupt miteinandern könnt. Dann wird vom Psychologen eine Therapie bei der Krankenkasse beantragt. Im Regelfall wird diese auch sofort genehmigt. Und schon geht es los.
Was auch wirklch richtig gut hilft ist in Deinem Fall eine Kur zu beantragen. Antrag beim Rententräger und das ganze als DRINGEND deklarieren, dann sollte es auch ziemlich zügig gehen.
TruColor
Hallo Ich78
Ich bin Dipl.Betriebswirtin und habe keine Kinder. Soweit so gut. Danke für Deinen lieben Gedanken, es fällt mir nur hier und jetzt schwer, genau diese Fragen zu beantworten. Ich weiß einfach nicht, wo ich anfangen soll. Wie gesagt, ich stehe wie ein Anfänger da, habe nie gelernt, kleine Schritte zu gehen und kome ich ganz schnell zu dem Punkt, wo ich mir sage "Was Du brauchst, ist ein langfristiger Plan, der Dich da schnell rausholt" und damit ist alles hinfällig, was ich mir mühsam für den Tag als Motivation gesucht habe.
Ich habe den Tick, alles selber machen zu wollen, um nach außen hin stark zu wirken. DAs habe ich schließlich jahrelang eingeübt und allen glaubhaft vermittelt. So glaubhaft, dass ich jetzt allein dastehe.
TruColor
Hallo Du,
ich danke Dir für diese konkreten Tipps. Ich habe bereits ein paar Stunden Therapie-Surfen hinter mir. Als Privatversicherte habe ich das alles selber gezahlt. Noch bekomme ich kein Geld vom AAmt, die lassen sich natürlich Zeit und so bin ich nach wie vor privat versichert und ein Selbstbehalt ist so hoch (wegen der Beiträge), dass ich mir weder einen Arztbesuch leiste geschweige denn sowas wie einen Psychologen oder eine Kur.
Ich hatte irgendwie gehofft, dass ich hier Menschen finde, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, und mir einfach selber sagen können, wie sie da rausgekomen sind, wie klein die Schritte sein müssen, welche Fragen die Schlüsselfragen sind. Mein Kopf zerpsringt schon, vor lauter Fragen, die ich mir immer selber stelle, aber diese Fragen sind wohl zu hoch gesteckt und für mich jetzt noch nicht zu beantworten. Es muss doch möglich sein, ohne teure Profis aus einem Lebensloch zu kommen, indem man Gleichgesinnte um Rat fragt. Glaubst Du? Nochmal: danke Dir.
ckone12
Hallo TruColor,
das ist dann natürlich eine verzwickte Situation.
Ich kann Dir nur davon berichten, wie ich aus dem schwarzen Loch gefunden habe. Ich bin raus ins Leben. Viel Sport, neue Bekannte gesucht und viel an die frische Luft, damit man nicht nur grübelt, grübelt und nochmals grübelt!
Erkundige Dich doch bitte mal in Deiner Umgebung, ob es nicht eine Nachtklinik für Depressionen gibt. Da geht man tagsüber normal in die Arbeit und ist dann abends versorgt mit persönlichen, begleiteten Gesprächen und man schläft auch in der Klinik. Man ist dann einfach nicht so allein....
floh
hallo TruColor
ich kann dir nur einen Rat geben . nimm sofort irgend eine Arbeit an und wenn es in deiner ehemaligen Fabrik ist und lass dich Krankenversichern!
Du wirst sehen das ändert dein ganzes Leben von ganz alleine.Ich habe mir damals einen PC zugelegt und Siedler gespielt und irgendwann kam mir die Idee Homepages zu gestalten. Ich ging in Firmen,
lernte eine Menge neue Leute kennen, bekam Anerkennung, es tat mir gut. Nur ich war schon in Rente
und mit meinem Ex versichert. Nun bin ich geschieden und durch den neuen Basistarif aus dieser sogenannten Sozialeinrichtung von Krankenkasse meies Ex rausgeflogen ! Und 70 Jahre alt!
Also, mach was, das Leben ist schön, trotz allem ! Es grüßt dich Floh
Wolfgang Becker
hallo tru, erst mal Willkommen in den ISUV Foren.
Du brauchst Dir nicht "blöd vorkommen" ! Du hast ein Problem, hast das erkannt (was schon sehr viel wert ist, daran scheitern schon Viele) und suchst jetzt wo Du Hilfe finden kannst.
Das ist der 1. und auch wichtigste Schritt.
Du kannst ja mal "vor Ort" nach einer Selbsthilfegruppe zu Deinem Problem schauen. Bei vielen Stadtverwaltungen, Gesundheitsamt, (manchmal auch KISS) gibt es Listen von Selbsthilfegruppen. Sollten auch den Ärzten bekannt sein.
Wenn das aber nicht reicht, scheue nicht zu wirklichen Profis zu gehen.
Faust
Hallo TruColor,
...Deine Worte haben mich berührt... Wie wird es Dir inzwischen gehen ?
Also, raus aus dem "Schwarzen Loch"... Ganz wichtig ist, ich kann da
nur aus eigener Erfahrung sprechen :
Hinaus in die Natur - Radeln, Wandern, Laufen, viel Bewegung an der
frischen Luft. Somit tankst Du Sauerstoff,
das gibt immer wieder neue Energie - und - "Einen Klaren Kopf" - !
Mach doch die ersten Schritte in einen Verein mit einer guten Freundin
oder -Freund, dies fällt Dir leichter. Dort
lernst Du nette Menschen kennen, und Du kannst Dich austauschen.
Sehr positiv wirkt sich auch YOGA auf Körper, Geist und Seele aus...
Auch Tanzsport kann ich Dir bestens empfehlen...
Es wird von ganz allein kommen, daß Du Dich wieder mit Freude Deinen
Hobbys widmest.
Ich wünsche Dir alles Gute, siehe auch mein Motto (...in uns liegen die
kostbarsten Schätze... -finde sie einfach- )
Einen lieben Gruß
von Faust